In Hamburg soll ein Teil vom Krankenhaus Boberg nach Eppendorf zum UKE ziehen. Geplant sind zwei Klinik-Neubauten, neue Angebote in Bergedorf und eine stärkere Zusammenarbeit in der Schwerstverletztenversorgung.

Vertreter des Hamburger Senats, des UKE und der BG Kliniken stellen die geplante Kooperation zwischen dem Krankenhaus Boberg und dem UKE in Eppendorf bei einer Landespressekonferenz vor. / © Foto: Senatskanzlei Hamburg
© Titelbild: Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Das Krankenhaus Boberg steht vor einer der größten Veränderungen seiner jüngeren Geschichte. Die BG Kliniken und das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf wollen ihre Zusammenarbeit deutlich ausbauen. Dafür sollen zwei Neubauten entstehen: einer auf dem UKE-Campus in Eppendorf und einer am bisherigen Standort des BG Klinikums Hamburg in Bergedorf.
- Bezirk UKE: Hamburg-Nord
- Adresse UKE: Martinistraße 52, 20246 Hamburg
- Bezirk Krankenhaus Boberg: Bergedorf
- Adresse Krankenhaus Boberg: Bergedorfer Straße 10, 21033 Hamburg
- Projektstatus: Absichtserklärungen unterzeichnet
- Investition: über 1,2 Milliarden Euro
In Hamburg haben Senat, UKE und BG Kliniken dafür sogenannte „Letters of Intent“ unterzeichnet. Diese Absichtserklärungen ersetzen noch keine endgültige Bauentscheidung, legen aber die Grundlage für die weitere medizinische, organisatorische und bauliche Planung. Das Ziel lautet: Schwer- und Schwerstverletzte sollen künftig enger verknüpft mit der Universitätsmedizin am UKE versorgt werden.
Krankenhaus Boberg und UKE planen Neubau in Eppendorf
Auf dem UKE-Gelände in Eppendorf plant das BG Klinikum eine eigene Klinik mit gut 350 Betten. Dort sollen vor allem Akut- und Notfallversorgung, Unfallchirurgie, Orthopädie, rekonstruktive und plastische Chirurgie, Handchirurgie sowie das Schwerstbrandverletztenzentrum unterkommen. Ergänzend sind integrierte Reha-Angebote vorgesehen.
Der Neubau soll mit einem geplanten Erweiterungsbau des UKE verbunden werden. Das UKE sieht darin einen Teil seiner langfristigen Campusentwicklung. Forschung und Lehre sollen ebenfalls profitieren, vor allem in Unfallchirurgie, Traumatologie und muskuloskelettaler Medizin. Dazu gehören die Facharztweiterbildung, die Ausbildung von Pflege- und Therapiepersonal sowie klinische Forschung.
Bergedorf bleibt Standort vom Krankenhaus Boberg
Der bisherige Standort in Bergedorf soll nicht aufgegeben werden. Dort planen die BG Kliniken ebenfalls einen Neubau. Der Schwerpunkt liegt künftig stärker auf rehanaher stationärer Versorgung, fachübergreifender Frührehabilitation, integrierter Rehabilitation und der Versorgung von Menschen mit Rückenmarksverletzungen.
Auch die Notfallversorgung bleibt ein zentrales Thema. Nach den offiziellen Plänen sollen das Luftrettungszentrum und die Rettungswache am Standort bleiben. Zusätzlich sind ein Medizinisches Versorgungszentrum mit integrierter Notfallambulanz, ein ambulantes OP-Zentrum, kindertraumatologische Angebote und ein sportmedizinisches Zentrum vorgesehen.
Große Änderungen in Hamburgs Klinik-Landschaft
Die Stadt verweist außerdem auf den Hamburger Osten. Dort sollen weitere Versorgungsangebote entstehen, unter anderem durch den Ausbau der Zentralen Notaufnahme am Agaplesion Bethesda Krankenhaus Bergedorf. Das UKE will sich perspektivisch auch mit einem medizinischen Versorgungszentrum in Oberbillwerder einbringen.
Für Hamburg bedeutet das Vorhaben eine Neuordnung der spezialisierten Unfallmedizin. Konkrete Termine für Baubeginn, Fertigstellung und Bauzeit nennen die offiziellen Quellen bisher nicht. Klar ist nur: Es wird sich einiges ändern in Hamburgs Klinik-Landschaft.
UKE
Krankenhaus Boberg
Quellen: NDR, UKE, BG Klinikum Hamburg, Bezirksamt Bergedorf
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