Berlin plant bis 2040 zahlreiche Arbeiten an Brücken. Eine Auswertung des „Masterplan Brücken Berlin“ zeigt, welche Bezirke besonders betroffen sind und welche großen Brückenprojekte derzeit im Fokus stehen.

Die Infografik zeigt, in welchen Berliner Bezirken bis 2040 die meisten Brückenbauprojekte in Landeszuständigkeit geplant sind. Marzahn-Hellersdorf, Treptow-Köpenick sowie Mitte und Pankow führen das Ranking an. / © Grafik: ENTWICKLUNGSSTADT mit KI
© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT
In Berlin entscheidet sich an vielen Brücken, wie belastbar die Verkehrsinfrastruktur der Stadt in den kommenden Jahren bleibt. Der „Masterplan Brücken“ zeigt: Der Sanierungs- und Ersatzneubaubedarf verteilt sich nicht gleichmäßig über die Bezirke. Die Auswertung zeigt eine Häufung der Projekte insbesondere in mehreren Ost-Berliner Bezirken

Eine Visualisierung zeigt, wie die Schönhauser-Allee-Brücke einmal aussehen soll. / © Visualisierung: SenMVKU
Berliner Brücken im Ranking: Marzahn-Hellersdorf liegt vorn
Für die Auswertung wurden mehrfach aufgeführte Maßnahmen sowie Verkehrszeichenbrücken aus dem Masterplan herausgerechnet. Berücksichtigt wurden ausschließlich die 1.047 Brückenbauwerke in Landeszuständigkeit. Das erklärt, warum zentrale Projekte, wie die Ringbahnbrücke, in der Liste nicht berücksichtigt sind.
In Marzahn-Hellersdorf umfasst die Liste trotzdem noch stolze 29 Brückenbauwerke. Das erklärt sich unter anderem durch die zahlreichen Brücken entlang der Märkischen Allee, der Landsberger Allee und des Marzahner Knotens. Der Bezirk steht damit vor Treptow-Köpenick, wo 24 Brücken betroffen sind.
Auf Platz drei folgen Mitte und Pankow mit jeweils 23 Brücken-Projekten. In Pankow stehen unter anderem die Schönhauser Allee Brücke, die Kniprodestraßenbrücke, die Darßer Brücke und die Behmstraßenbrücke auf der Liste.
Brücken-Projekte nach Bezirken (Masterplan 2025–2040)
| Bezirk | Ersatzneubau | Erhaltung | Summe |
| Marzahn-Hellersdorf | 25 | 4 | 29 |
| Treptow-Köpenick | 17 | 7 | 24 |
| Mitte | 10 | 13 | 23 |
| Pankow | 16 | 7 | 23 |
| Spandau | 8 | 10 | 18 |
| Charlottenburg-Wilmersdorf | 9 | 5 | 14 |
| Friedrichshain-Kreuzberg | 8 | 5 | 13 |
| Reinickendorf | 4 | 8 | 12 |
| Neukölln | 1 | 9 | 10 |
| Lichtenberg | 9 | 1 | 10 |
| Tempelhof-Schöneberg | 4 | 5 | 9 |
| Steglitz-Zehlendorf | 4 | 4 | 8 |
Besondere öffentliche Aufmerksamkeit bekommt derzeit vor allem die Mühlendammbrücke in Mitte. Das Bauwerk zählt zu den wichtigsten Spreequerungen im Berliner Zentrum und muss deutlich schneller ersetzt werden als ursprünglich geplant. Hintergrund ist der kritische Zustand der Spannbetonkonstruktion: Nach Angaben der Senatsverwaltung besteht an einem Teilbauwerk die latente Gefahr von Spannstahlbrüchen, die im Ernstfall eine sofortige Sperrung erforderlich machen könnten.
Auch die Elsenbrücke zwischen Friedrichshain-Kreuzberg und Treptow-Köpenick bleibt ein Schlüsselprojekt. Die voraussichtliche Bauzeit reicht laut offizieller Projektseite von 2020 bis 2028. Im Februar 2026 befand sich das Vorhaben im dritten Bauabschnitt. Im März 2026 wurde die Verkehrsführung schrittweise auf eine 2+2-Führung umgestellt. Ab Mitte 2026 soll nach Abschluss weiterer Arbeiten eine 3+3-Führung möglich sein.
Warum der Osten Berlins bei Brücken besonders auffällt
Der Marzahner Knoten macht sichtbar, warum Marzahn-Hellersdorf im Ranking so weit oben steht. Die Landsberger Allee und die Märkische Allee treffen dort auf Bahntrassen, Straßenbahnanlagen, Rampen und mehrere Ingenieurbauwerke. Die Senatsverwaltung beschreibt den Bereich als Verkehrsknoten mit zahlreichen Brücken und einem Fußgängertunnel. Einige Bauwerke befinden sich demnach in schlechtem Zustand. Deshalb wird der gesamte Kreuzungsbereich neu geordnet.
Treptow-Köpenick folgt im Ranking knapp dahinter. Dort stehen viele Brücken im Zusammenhang mit Wasserläufen, Straßenachsen und Verbindungen im Südosten Berlins. Nachdem im vergangenen Jahr die Wuhlheide-Brücke von heute auf morgen ersatzlos abgerissen wurde, stehen nun Pyramidenbrücke, Lange Brücke und Köpenicker-Allee-Brücke im Fokus.

Die „Lange Brücke“ verbindet die Köpenicker Altstadt mit der Köllnischen Vorstadt. Für den geplanten Neubau werden in Kürze weitere Details vorgestellt. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Was das Brücken-Ranking über Berlins Infrastruktur zeigt
Der Masterplan Brücken 2025 bis 2040 macht deutlich, dass Berlin nicht vor einzelnen Problembrücken steht, sondern vor einer breiten Infrastrukturaufgabe. Nach Angaben der Senatsverwaltung brauchen 175 Bestandsbrücken einen Ersatzneubau. Für weitere 125 Brückenbauwerke besteht signifikanter Erhaltungsbedarf. Hier sind Verkehrszeichenbrücke und gesplittete Brückenprojekte jedoch mitgezählt.
Die bereinigte Bezirksauswertung zeigt vor allem, wie sich die Brückenbauwerke in Landeszuständigkeit über das Stadtgebiet verteilen. Auffällig ist die hohe Zahl entsprechender Projekte in Marzahn-Hellersdorf, Treptow-Köpenick und Pankow. Daraus lässt sich jedoch nicht unmittelbar ableiten, dass dort der größte Sanierungsbedarf Berlins insgesamt besteht. Vielmehr zeigt die Auswertung, dass sich in diesen Bezirken besonders viele Brücken befinden, für die das Land Berlin verantwortlich ist und die bis 2040 erhalten oder ersetzt werden sollen.
Quelle: Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt
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Wenn doch bloß die bescheuerten Fachgwerkträger der „Langen Brücke“ in Köpenick verschwinden würde und das ganze Teil insgesamt wesentlich graziler und in der Breite nicht mehr als diese aufgedunsene 3er-Kombi rüberkommen würde. Scheußlich vom Schloss aus anzusehen… Vielleicht schaut man mal in Richtung der Wettbewerbe
der neuen Carolabrücke in Dresden, wie das im dann kleineren Maßstab für Köpenick gehen könnte?!