Am Franz-Neumann-Platz laufen die Bauarbeiten zur Neugestaltung inzwischen auf Hochtouren. Rund um den Platz sorgt die Großbaustelle für erhebliche Verkehrsbehinderungen. Fertig werden soll der Umbau erst 2028.

So soll der neugestaltete Franz-Neumann-Platz nach Abschluss der Bauarbeiten im Jahr 2028 aussehen. / © Visualisierung: Grieger Harzer Dvorak Landschaftsarchiten
© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT
Wer derzeit rund um den Franz-Neumann-Platz in Reinickendorf unterwegs ist, braucht Geduld. Die seit dem Frühjahr laufenden Arbeiten zur Neugestaltung des Platzes sind inzwischen deutlich sichtbar – und machen sich auch auf den umliegenden Straßen bemerkbar. Vor allem an der Residenzstraße, der Markstraße und der Pankower Allee kommt es zu erheblichen Verkehrsbehinderungen. Auch rund um den Schäfersee staut sich der Verkehr.
Dabei steht die eigentliche Neugestaltung des Platzes erst am Anfang. Das Bezirksamt hatte im April den Beginn der Bauarbeiten offiziell angekündigt. Zunächst wurden Bauzäune aufgestellt und vorbereitende Arbeiten durchgeführt. Inzwischen wird der Platz umfassender bearbeitet. Die Maßnahme soll insgesamt rund zwei Jahre dauern und damit voraussichtlich bis 2028 reichen.
Franz-Neumann-Platz: Umbau läuft in mehreren Bauabschnitten
Der Franz-Neumann-Platz soll in den kommenden Jahren grundlegend überarbeitet werden, ohne seine bisherige Grundstruktur vollständig aufzugeben. Grundlage ist der Entwurf des Büros Grieger Harzer Landschaftsarchitekten, das 2020 aus einem freiraumplanerischen Wettbewerb als Sieger hervorgegangen war. Vorgesehen sind unter anderem neue Grünflächen, barrierefreie Wege und eine stärkere Öffnung des bislang eher abgeschirmten Platzes zur Residenzstraße.
Zu den ersten Maßnahmen gehörten der Rückbau der bestehenden Pergola und des Brunnens sowie die Entfernung von Befestigungen. Auch unter der Oberfläche stehen umfangreiche Arbeiten an. Für die neue Brunnentechnik ist eine unterirdische Kammer vorgesehen, hinzu kommt eine Zisterne zur Speicherung von Regenwasser. Die Arbeiten sind technisch anspruchsvoll, weil direkt unter dem Platz der Tunnel der U-Bahn-Linie U8 verläuft. Deshalb kann dort nur eingeschränkt mit schwerem Gerät gearbeitet werden.

Auch für Passanten ist der Bereich rund um den Franz-Neumann-Platz derzeit eine Geduldsprobe. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Verkehr rund um den Platz in Reinickendorf wird zur Geduldsprobe
Die beengte Situation auf dem Platz erschwert die Arbeiten zusätzlich. Rettungswege müssen jederzeit freigehalten werden, während Baumaterialien wegen des begrenzten Platzes nicht beliebig zwischengelagert werden können. Die Arbeiten werden deshalb abschnittsweise organisiert.
Für den Verkehr sind die Auswirkungen inzwischen deutlich spürbar. Die Baustelle liegt an einem stark frequentierten Verkehrsknotenpunkt zwischen Residenzstraße, Markstraße und Pankower Allee. Entsprechend verlagert sich der Verkehr auf die umliegenden Straßen. Besonders zu den Hauptverkehrszeiten bilden sich Rückstaus; auch die Straßen am Schäfersee sind von der angespannten Verkehrslage betroffen.

Rund um den Franz-Neumann-Platz kommt es derzeit zu erheblichen Verkehrsbehinderungen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Neuer Franz-Neumann-Platz soll 2028 fertig sein
Wenn die Arbeiten wie geplant vorankommen, soll der Franz-Neumann-Platz nach Abschluss der rund zweijährigen Bauzeit wieder vollständig nutzbar sein. Geplant sind neu geordnete Grünflächen mit Rasen- und Pflanzbereichen, sogenannte „grüne Kissen“, sowie eine klarere und barrierefreie Wegeführung. Der bestehende Brunnen soll nicht vollständig verschwinden: Die vorhandenen Plastiken bleiben erhalten und werden Bestandteil eines neu gestalteten Wasserspiels.
So lange müssen sich Anwohner, Gewerbetreibende und Verkehrsteilnehmer rund um den Platz jedoch weiterhin auf Einschränkungen einstellen. Ob die Neugestaltung die zuletzt bestehenden Probleme rund um den Platz tatsächlich verändern wird, bleibt bis dahin abzuwarten.

Bis 2028 soll der Franz-Neumann-Platz grundlegend neu gestaltet werden. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Franz-Neumann-Platz
Quellen: Bezirksamt Reinickendorf von Berlin, Zukunft Residenzstraße, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen
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6 Kommentare
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Ich wohne direkt mit Blick auf die Baustelle. Die kleine Fahlandgasse wird unerlaubter weise in beide Richtungen befahren. Für Menschen besteht Lebensgefahr bei der Überquerung. Um von der unteren Residenzstraße zur Holländer Straße zu gelangen, muss ein 2 Meter breiter weg mit uneinsehbarer Kurve von Lieferanten, Fußgängern, Scootern und Fahrradfahrern gleichzeitig genutzt werden. Um mit dem Auto zu Lidl zu gelangen, lässt man es am besten zu hause stehen. Eisdiele geschlossen, Döner geschlossen… Läuft
Ich schlage vor Berlin abzureissen und neu aufzubauen, das dürfte schneller gehen !
Man braucht sich nur mal die Seite der Architekten angucken, da weiß man gleich was Phase ist. Das hier im Artikel gezeigten Bild ist tatsächlich das einzige wo irgendwas zu erkennen ist, wie es aussehen soll. Der Rest nur ((Gegendertes)) Gelaber über Sitzkissen und Kommunikationsräume. 🙄 Ich bin es so leid.
ch habe mit Tränen gekämpft, als fast alle Bäume auf dem Platz „gekillt“ wurden – brauchen wir doch Bäume so dringend aufgrund der Wetterlage!
Der Platz war für unseren Kiez okay – bis (wer auch immer) der Meinung war, man müsste umgestalten. Warum? Damit man zukünftig auf der Residenzstraße flanieren (!) kann (von einem Dönerladen zum nächsten..), wenn die Läden direkt am Franz-Neumann-Platz nicht ausreichen.
Aber man kann ja zukünftig gemütlich auf Rasen-kissen sitzend mit direktem Blick auf die Resi-Straße Autos zählen. Oder die „attraktiven Geschäfte“ am Platz (Nagelstudio und Dönerladen, wenn die nicht auch noch ihr Geschäft wegen der Bauarbeiten aufgeben) besuchen. Und die kleinen Bäumchen, die angeblich gepflanzt werden sollen, werden ja irgendwann ! groß werden. Hauptsache, das so dekorative Toilettenhaus mitten auf dem Platz bleibt erhalten, das sieht so toll aus. Die Verdrängung von Zielgruppen ist angestrebt (damit sind Menschen gemeint, denen es nicht so gut geht wie den meisten von uns. Aber die Zielgruppen finden neue Plätze, da können sich dann die nächsten Gedanken um ‚Entfernung‘ machen?!?!
Der Umbau des Platzes soll weit über 6 Mill. Euro kosten – was könnte man mit dem Geld nicht alles dort erreichen, wo Hilfe wirklich notwendig ist (z. B. baulich marode Schulen, Brücken und Straßen sanieren, bezahlbarem Wohnraum schaffen, Infrastruktur, Klimaschutz und und und …)
Zwei Jahre lang soll der Umbau dauern – wer’s glaubt, wird selig, sollte der Umbau doch schon vor Jahren beginnen. Wen interessiert es schon, ob Baulärm, massive Verkehrsbeeinträchtigungen den Anwohnern sehr viel Geduld und gesundheitliche Beeinträchtigungen abfordern, den Gewerbetreibenden finanzielle Einbußen oder Geschäftsaufgabe bescheren, alles nur, um ein „Entrée zur Residenzstraße“! zu schaffen. Eine Bereicherung für den Kiez (?) – Wohl dem, der das so sieht und noch erleben kann!!!
In China wäre das in einer Woche erledigt. Ich arbeite dort, jeden Tag fahre ich da entlang, es wird nie „gebaut“. Keiner arbeitet. Wie kann so eine Baustelle mehr als 2 Jahre andauern!!?? Es ist ein Skandal , ein Witz und eine Blamage!!! Der Verkehr staut sich mittlerweile bis zum Nauener Platz!!! Unglaublich.
Ich find’s gut. Der Platz war wirklich in die Jahre gekommen und schäbig aussehend. Für die meisten Menschen also durchaus unangenehm. Das Veränderungen weh tun können und dauern, dass kennen Berliner bzw. Reinickendorfer sowieso zur genüge, Beispiel U6-Erneuerung, TXL oder Paracelsus-Bad. Und der typische Berliner beklagt sich laut und gerne, mich eingeschlossen. Hauptsache es geht voran, und wenn es im Schneckentempo geht. Das Beispiel China mit seinem „Tempo“ steht auch immer sinnbildlich für seine Rücksichtslosigkeit gegenüber alles und allen was nicht der Parteidoktrin der KPC entspricht. Natürlich darf alles an Bautätigkeiten auch wirklich schneller gehen. Aber ich bin immer froh, wenn ich Fortschritt sehe statt dem allmählichen Verfall zuzusehen.