Vor dem Umbau der Schönhauser-Allee-Brücke in Prenzlauer Berg diskutiert Pankow über neue Möglichkeiten der Sondernutzung. Veranstaltungen unter dem U-Bahn-Viadukt sollen den Standort während der mehrjährigen Bauarbeiten stärken.

Eine Visualisierung zeigt, wie die Schönhauser-Allee-Brücke einmal aussehen soll. / © Visualisierung: SenMVKU
© Titelbild / Visualisierung: SenMVKU
Mit dem bevorstehenden Neubau der Schönhauser-Allee-Brücke steht Prenzlauer Berg steht das Gebiet rund um die Schönhauser Allee vor einer mehrjährigen Bauphase mit Sperrungen und Verkehrsänderungen. Bezirk, lokale Händler und Initiativen beschäftigen sich daher bereits mit der Frage, wie die Aufenthaltsqualität im Umfeld erhalten und die Flächen unter dem U-Bahn-Viadukt künftig genutzt werden können.
- Bezirk: Pankow
- Standort: Schönhauser Allee, Bereich unter dem U2-Viadukt
- Baubeginn: Oktober 2026
- Geplante Bauzeit: mindestens vier Jahre
- Betroffene Infrastruktur: U-Bahn, Straßenverkehr, S-Bahn
Die Schönhauser Allee zählt zu den wichtigsten Verkehrsachsen im Berliner Nordosten mit täglich starkem Publikumsverkehr. Die Bauarbeiten werden diesen Stadtraum über Jahre prägen und voraussichtlich zu Einschränkungen für Gewerbe, Lieferverkehr und Kundschaft führen. Gleichzeitig wächst die Sorge, dass die Attraktivität des Quartiers während der Bauzeit sinkt und weniger Menschen die Gegend aufsuchen.
Sondernutzung an der Schönhauser-Allee-Brücke wird zum Verwaltungsthema
Schon seit Längerem gibt es deshalb Überlegungen, den Bereich unter dem markanten U-Bahn-Viadukt stärker zu beleben. Die Flächen unter dem sogenannten Magistratsschirm gelten als öffentlich sichtbarer Ort mit hoher Frequenz. Dort könnten während der Bauzeit Kulturveranstaltungen, Informationsangebote, Märkte oder Aktionen lokaler Unternehmen stattfinden. Ziel ist es, trotz Baustelle zusätzliche Anlässe für einen Besuch der Schönhauser Allee zu schaffen.
Wie komplex solche Vorhaben sein können, zeigt ein aktueller Fall. Die Initiative „Meine Schönhauser Allee“ plante Anfang Juni eine Modenschau unter dem Viadukt. Die Veranstaltung sollte auf die Geschäfte entlang der Schönhauser Allee aufmerksam machen und ein positives Signal vor Beginn der Bauarbeiten setzen.
Die erforderliche Sondernutzungsgenehmigung erhielt das Projekt jedoch nicht. Nach Angaben des Straßen- und Grünflächenamtes bestanden Bedenken hinsichtlich der Rettungs- und Fluchtwege. Zudem sah die Behörde mögliche Einschränkungen für den Verkehr. Die Organisatoren hatten zuvor bereits Gespräche mit Polizei, Feuerwehr und BVG geführt und auf größere Aufbauten verzichtet. Dennoch konnte das Vorhaben in der vorgesehenen Form nicht umgesetzt werden.

Die Visualisierung zeigt die neue Schönhauser-Allee-Brücke mit zusätzlichen Stützstrukturen. / © Visualisierung: SenMVKU
Schönhauser-Allee-Brücke: Neue Arbeitsgruppe soll Verfahren vereinfachen
Der Vorgang hat eine grundsätzliche Diskussion ausgelöst. Dabei geht es weniger um eine einzelne Veranstaltung als um die Frage, wie Sondernutzungen an der Schönhauser Allee künftig organisiert werden sollen. Mehrere Stellen sind an Genehmigungen beteiligt. Neben Verkehrs- und Sicherheitsfragen spielen auch denkmalrechtliche Anforderungen eine Rolle.
Vor diesem Hintergrund wollen SPD und Grüne in der Bezirksverordnetenversammlung eine feste Arbeitsgruppe einrichten. Dort sollen Vertreter des Straßen- und Grünflächenamtes, der Wirtschaftsförderung, der Denkmalschutzbehörde, der Verkehrsverwaltung beziehungsweise der BVG, der Polizei, der Feuerwehr sowie die Initiative „Meine Schönhauser Allee“ gemeinsam über mögliche Nutzungen beraten.
Schönhauser-Allee-Brücke
Quellen: Berliner Morgenpost, BVV Pankow Drucksache IX-1420, Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt
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