Die BVG erneuert den Straßenbahnknoten Allee der Kosmonauten und Rhinstraße. Vor Ort laufen der Gleisrückbau und umfangreiche Tiefbauarbeiten. Die Sperrung betrifft mehrere Tramlinien und dauert bis 2027.

Westlich der Rhinstraße hat die BVG große Teile der bisherigen Gleisanlage entfernt. Freigelegte Flächen, alte Schwellen und Baumaschinen bestimmen den aktuellen Stand der Arbeiten. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT
Am Knotenpunkt Allee der Kosmonauten und Rhinstraße hat sich das Straßenbild grundlegend verändert. Wo sonst mehrere Straßenbahnlinien in unterschiedliche Richtungen abzweigen, bestimmen derzeit Bauzäune, Bagger und aufgebrochene Gleisflächen das Bild. Die BVG erneuert nicht nur einzelne Schienen. Sie baut große Teile der komplexen Gleisanlage um und modernisiert zugleich zwei Haltestellen.
- Bezirke: Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf
- Adresse: Kreuzung Allee der Kosmonauten/Rhinstraße
- Baubeginn am Knotenpunkt: Juli 2026
- Voraussichtliche Fertigstellung des Gesamtauftrags: August 2027
- Betroffene Tramlinien: M8, 18 und 37
Vor Ort konzentrieren sich die Arbeiten zunächst auf den westlichen Bereich des Knotenpunkts. Große Teile der bisherigen Gleisanlage sind bereits ausgebaut. Zwischen den verbliebenen Schienen liegen zerbrochene Betonplatten, Schwellen, Schotter und freigelegter Untergrund. Mehrere Bagger arbeiten entlang der früheren Straßenbahntrasse. Die Oberleitungen hängen weiterhin über dem Baufeld, während die Flächen darunter abschnittsweise bis auf den Unterbau zurückgebaut werden.

Entlang der Allee der Kosmonauten hat die BVG ein langes Baufeld eingerichtet. Hier laufen Gleis-, Tiefbau- und Straßenarbeiten in Richtung Evangelisches Krankenhaus KEH. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
BVG erneuert zwölf Weichen an der Rhinstraße
Die Kreuzung bleibt für den Straßenverkehr grundsätzlich nutzbar. Allerdings führen rot-weiße Absperrungen die Fahrzeuge in veränderten, deutlich verengten Spuren durch den Baustellenbereich. Stadtauswärts steht in der Allee der Kosmonauten weniger Fahrbahn zur Verfügung. Zudem entfällt während der ersten Bauphase das Linksabbiegen von der Allee der Kosmonauten in die nördliche Rhinstraße. Auch die Zufahrt aus der parallel verlaufenden Nebenfahrbahn der Rhinstraße ist vorübergehend gesperrt.
Der sichtbare Rückbau bildet nur einen Teil des Projekts. Nach Angaben der BVG umfasst die Grundinstandsetzung den Austausch von zwölf Weichen und die Erneuerung der gebogenen Gleisabschnitte innerhalb des Knotenpunkts. Hinzu kommen Straßenbau, Kabeltiefbau, Entwässerungsarbeiten, Verkehrssicherung sowie Garten- und Landschaftsbau. Die südliche und die östliche Haltestelle Allee der Kosmonauten/Rhinstraße sollen außerdem barrierefrei ausgebaut werden.
Die Vergabeunterlagen zeigen den technischen Umfang genauer. Der Auftrag umfasst unter anderem rund 600 Meter Rillenschienenrahmengleis, 250 Meter Schottergleis und eine Vierfachkreuzung. Die Bauunternehmen sollen zudem mehrere Weichenanlagen, Hunderte Schwellen, Bahnsteigplatten, Bordsteine, Gehwegflächen und mehrere Tausend Quadratmeter Fahrbahnkonstruktion bearbeiten oder neu herstellen. Den Zuschlag erhielt eine Arbeitsgemeinschaft aus KEMNA BAU Ost und BESTBAU Tief- und Gleisbau Potsdam.

Das Bauschild nennt den Zeitraum des Gesamtauftrags und die beteiligten Unternehmen. Die Arbeiten an der Allee der Kosmonauten und Rhinstraße sollen bis August 2027 laufen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Wegen BVG-Bau an der Rhinstraße: Sperrung der Tramlinien M8, 18 und 37
Die erste Bauphase soll nach derzeitiger Planung bis zum 7. September 2026 dauern. Während dieser Zeit können die Straßenbahnlinien M8, 18 und 37 den Bereich nicht wie gewohnt befahren.
Die M8 verkehrt getrennt zwischen Ahrensfelde/Stadtgrenze und Gehrenseestraße sowie zwischen Hauptbahnhof und Gudrunstraße. Die Linie 18 fährt eine Umleitung über Landsberger Allee, Rhinstraße, Alt-Hohenschönhausen und Roederplatz. Die Linie 37 verbindet Schöneweide über Landsberger Allee/Rhinstraße mit dem Betriebshof Weißensee.
Ersatzbusse ergänzen das Angebot. Außerdem fährt ein Shuttle zwischen dem Betriebshof Lichtenberg und dem Evangelischen Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge.
Weitere BVG-Arbeiten reichen bis zum Krankenhaus KEH
Ab dem 24. August will die BVG südlich der Kreuzung ein provisorisches Fahrbahnstück herstellen. In diesem Bereich soll die Straßenbahn zunächst unter Aufsicht von Sicherungsposten weiterfahren. Für Autos bleibt dann je Richtung eine Fahrspur. Mit dem Wechsel in die zweite Bauphase ab voraussichtlich 7. September verlagern sich die Baustelleneinrichtungen in den südlichen Teil der Rhinstraße und auf die südliche Fahrbahn der Allee der Kosmonauten östlich der Kreuzung.
Parallel zum Umbau der Kreuzung erneuert die BVG bis voraussichtlich 13. Dezember 2026 auch Gleise, Übergänge und einen Bahnübergang zwischen dem Grenzgraben und dem Evangelischen Krankenhaus KEH. Am Krankenhaus soll eine temporäre Ampel die Querung des Baufelds ermöglichen. Die Zufahrten zum Krankenhaus und zur Kosmos-Schule bleiben eingeschränkt nutzbar. Zusätzlich kündigt die BVG eine Fußgängerüberführung an.
Verkehrsknoten Allee der Kosmonauten/Rhinstraße
Quellen: BVG
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2 Kommentare
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Wann war die letzte Erneuerung dieses Straßenbahnknotens?
Gefühlt vor 10 Jahren.
Ähnlich wie Wilhelminenhoffstraße. Auch da rumpelts schon wieder beträchtlich an der Kreuzung Edisonstraße. Und da sind die Bauarbeiten noch nicht lange her.
Straßenbahnkreuzungen sind schon anfällig für Verschleiß. Mittlerweile fahren die modernen Bahnen im Schneckentempo geradeaus über die Kreuzungen, da hat querende Verkehr schon grün. Woran liegt das?
Die Sperrungen auf den Straßen von Berlin grenzen schon an Willkür und unüberlegte Verkehrsführung. Man schaue sich nur die Übersichtskarte von der Verkehrsinformationszentrale an: https://viz.berlin.de/verkehr-in-berlin/baustellen-sperrungen-und-sonstige-storungen/?it=verkehr-in-berlin/baustellen-und-sperrungen/
Da könnte man den Eindruck bekommen, dass die Baustellenplanung nur von Radfahrern gemacht wird ohne das man auf den ÖPNV ausweichen kann, weil da auch gebaut wird.
Statt Entspannung wird es nur noch schlimmer und viele Kosten werden auf die Autofahrer abgewälzt.
Alle Beteiligten am Planungs und Genehmigungsverfahren sollten intensiver zusammen Arbeiten.
MfG. Ein besorgter Bürger