Im Hamburger Stadtteil Rotherbaum hat das Bezirksamt Eimsbüttel den Bau von 46 Wohnungen im Hinterhof des Grindelhofs genehmigt. Parallel dazu plant der Entwickler einen Neubau des maroden Vorderhauses. Während die Planung schrittweise voran gehen, hält die Kritik aus der Nachbarschaft an.

Nach den Plänen des Investors sollen große Teile des bislang grünen Innenhofs bebaut werden, wodurch sich die bisher offene Hofstruktur deutlich verändern würde. / © Foto: Wikimedia Commons, Ajepbah, CC BY-SA 3.0

© Titelbild: ANIMA Projektentwicklung / Urheber: mood-studio.de

ANZEIGE

 

Für das Grundstück am Grindelhof 87 liegt nun die Baugenehmigung für die Neubebauung des Hinterhofs vor. Der Projektentwickler ANIMA plant dort neun Terrassenhäuser mit insgesamt 46 Eigentumswohnungen. Die Entwürfe stammen von der BAID Architektur, und orientieren sich an der historischen Struktur der Vorkriegsbebauung.

Vorgesehen sind Gebäude mit drei Etagen und einem zusätzlichen Dachgeschoss. Die Wohnungen sollen Größen zwischen 40 und 150 Quadratmetern erreichen. Die Gestaltung greift typische Elemente der früheren Bebauung auf, darunter eine einheitliche Firstlinie sowie eine klare Gliederung der Fassaden in Sockel, Mittelzone und Dachbereich.

ANZEIGE

Innenhofgestaltung und Erschließung der neun Neubauten: Fokus auf Grün und Zugänglichkeit

Im Innenhof sind versiegelungsarme Freiflächen geplant, ergänzt durch Hecken, Stauden und Bäume. Auch Spiel- und Aufenthaltsbereiche sollen entstehen. Extensive Dachbegrünungen sollen dazu beitragen, das Mikroklima zu stabilisieren und den Grünanteil im dicht bebauten Quartier zu sichern.

Die Erschließung erfolgt über eine zentrale Hofpassage. Zudem ist eine Anbindung an eine Tiefgarage vorgesehen, in der Stellplätze und Fahrradräume untergebracht sind. Aufzüge und barrierefreie Erdgeschosszonen sollen eine zeitgemäße Nutzung ermöglichen, während private Gartenflächen im Erdgeschoss zusätzliche Aufenthaltsqualitäten schaffen sollen.

Planungen zum Vorderhaus am Grindelhof 87: Ersatzneubau noch im Genehmigungsverfahren

Neben der Hinterhofbebauung plant ANIMA auch den Ersatz des bestehenden Vorderhauses, das als marode gilt. Ein entsprechender Bauantrag wurde beim Bezirksamt Eimsbüttel eingereicht, eine Genehmigung steht jedoch noch aus. Ergänzende Unterlagen wurden zuletzt nachgereicht.

ANZEIGE

Geplant ist ein siebengeschossiges Gebäude, das als sogenanntes „Patrizierhaus“ die Gründerzeitstruktur des Grindelhofs aufnehmen soll. Die Fassadengestaltung orientiert sich an der Gliederung des Straßenzugs und sieht unter anderem Sockel- und Hochparterrebereiche, differenzierte Materialien sowie begrünte Dachflächen vor. Insgesamt sollen hier elf Eigentumswohnungen mit Größen von 80 bis 200 Quadratmetern entstehen.

Zeitplan für das Bauvorhaben in Eimsbüttel: Widerstand gegen Verdichtung hält an

Die Realisierung beider Projekte ist ab dem Jahr 2028 vorgesehen. Zunächst soll der Innenhof bebaut werden, anschließend das Vorderhaus. Der Abbruch des bestehenden Gebäudes ist Voraussetzung für die Baustellenerschließung.

Seit rund 15 Jahren gibt es Widerstand aus der Nachbarschaft gegen die Bebauung des Hinterhofs. Anwohner kritisieren insbesondere den Verlust der bestehenden Grünflächen und kündigen weiteren Protest an. Auch das Vorderhaus war bereits Gegenstand von Konflikten, unter anderem aufgrund einer vom Bezirksamt verhängten Geldstrafe wegen unzulässiger Nutzung von Wohnraum.

ANZEIGE

Quellen:  konii, Hamburger Abendblatt, BAID Architektur, ANIMA

Jetzt PLUS-Kunde werden

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein PLUS-Abonnement.

Tags (Schlagwörter) zu diesem Beitrag

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.