Potsdam will das Südufer des Griebnitzsees neu denken. Ein Ideen- und Realisierungswettbewerb soll klären, wie öffentliche Freiräume am Wasser künftig gestaltet und teilweise umgesetzt werden können.

Die Landeshauptstadt Potsdam plant, das Südufer des Griebnitzsees in drei Bauabschnitten ab 2027 aufzuwerten: Vorgesehen sind neue öffentliche Freiräume auf drei städtischen Flächen, die Aufenthaltsqualität am Wasser erhöhen, das Wassererlebnis stärken und Orte für Jugendliche schaffen sollen. / © Landeshauptstadt Potsdam
© Foto Titelbild: Wikimedia Commons, Leonhard Lenz, CC0
Der Griebnitzsee gehört zu den markantesten Landschaftsräumen im Süden Potsdams. Nun will die Landeshauptstadt die öffentlichen Uferflächen am Südufer weiterentwickeln und hat dafür den Ideen- und Realisierungswettbewerb „Freiflächen am Griebnitzsee“ ausgelobt. Landschaftsarchitekturbüros sind eingeladen, Konzepte für drei städtische Flächen zu erarbeiten, die nicht nur entworfen, sondern perspektivisch auch umgesetzt werden sollen.
Für Planung und Realisierung stehen rund 2,3 Millionen Euro zur Verfügung. Die Umsetzung ist ab 2027 vorgesehen und soll in drei Bauabschnitten erfolgen. Nach den Sommerferien dieses Jahres werden die Wettbewerbsergebnisse öffentlich ausgestellt.
Griebnitzsee: Öffentliche Grünräume und neue Aufenthaltsqualitäten geplant
Im Mittelpunkt des Wettbewerbs steht die Aufwertung der frei zugänglichen Grünflächen am Wasser. Das Wassererlebnis soll gestärkt, neue Aufenthaltsorte sollen – insbesondere auch für Jugendliche – entstehen. Ziel sei es, ein zukunftsfähiges Gesamtkonzept für den sensiblen Uferraum zu entwickeln, das ökologische, soziale und gestalterische Anforderungen miteinander in Einklang bringt.
Der Wettbewerb ist zweigeteilt: Ein Ideenteil soll eine durchgehende gestalterische Vision für den gesamten Uferraum liefern. Im Realisierungsteil werden drei konkrete Freiräume geplant, die jeweils eigene Qualitäten ausbilden. Die Stadt erhofft sich davon übertragbare Lösungen, etwa zur Durchwegung, zur Gestaltung von Übergängen zwischen Land und Wasser oder zur Ausstattung und Bepflanzung.
Historischer Ort mit komplexem Hintergrund: Frage der öffentlichen Nutzbarkeit lange umstritten
Der Griebnitzsee ist nicht nur landschaftlich prägend, sondern auch historisch aufgeladen. Während der deutschen Teilung verlief die Grenze zwischen DDR und West-Berlin durch den See, das Babelsberger Ufer war jahrzehntelang nicht zugänglich. Auch nach 1990 blieb die Frage der öffentlichen Nutzbarkeit umstritten. Mehrere Bebauungspläne, die einen durchgehenden Uferweg sichern sollten, wurden gerichtlich aufgehoben.
Vor diesem Hintergrund spielt der Umgang mit der Geschichte des Ortes im Wettbewerb eine wichtige Rolle. Die Teilnehmenden werden ausdrücklich ermutigt, interdisziplinär zu arbeiten, etwa mit Grafikern oder Künstlern, um historische Bezüge oder Leitsysteme zu entwickeln.
Uferflächen am Griebnitzsee: Auswahlverfahren und weiterer Ablauf
Bis zum 2. März können sich Planungsbüros bewerben, 15 von ihnen werden zum Wettbewerb zugelassen. Ein Preisgericht bewertet die Entwürfe Anfang Juli nach Kriterien wie Konzeption, Aufenthaltsqualität, Naturschutz und Umgang mit dem Ort. Insgesamt sind 79.000 Euro Preisgeld ausgelobt. Einer der Preisträger soll anschließend mit den weiteren Planungsleistungen beauftragt werden.
Griebnitzsee
Quellen: Landeshauptstadt Potsdam, Wikipedia
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2 Kommentare
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Ich dachte, der Uferweg wäre durch die Anwohner auf vielen Abschnitten blockiert? Was hat das jetzt für einen Sinn?
Ich freue mich über diesen Wettbewerb und sehe es auch als einen Neubeginn für einen neuen/alten Uferweg, der für alle Potsdamer eine große Freude und Bereicherung wäre!