Ob Quartiersentwicklung, Revitalisierung oder Neubau: Nachhaltigkeit wird zum zentralen Leitmotiv der Berliner Stadtentwicklung. Das ENTWICKLUNGSSTADT-Themenspecial GREEN CITY BERLIN bündelt Projekte, die diesen Wandel sichtbar machen.

Visualisierung vom Büro AERA

Markantestes Merkmal des Gewerbeprojektes „AERA“ in Berlin-Charlottenburg ist der weithin sichtbare Dachgarten, der extensiv begrünt und bepflanzt wurde. / © Foto: Bauwens, Max Kissler

© Titelbild: lml Levin Monsigny Landschaftsarchitekten

ANZEIGE

 

Die Anforderungen an Stadtentwicklung haben sich in den vergangenen Jahren grundlegend verändert. Klimakrise, Ressourcenknappheit und steigende Anforderungen an Energieeffizienz rücken nachhaltige Bauweisen und innovative Nutzungskonzepte zunehmend in den Fokus von Planung, Architektur und Immobilienwirtschaft.

In Berlin wird dieser Wandel besonders sichtbar. Zahlreiche Projekte zeigen, wie sich ökologische Verantwortung, wirtschaftliche Tragfähigkeit und urbane Lebensqualität miteinander verbinden lassen. Dabei geht es längst nicht mehr nur um energieeffiziente Neubauten, sondern ebenso um die Transformation bestehender Strukturen, neue Materialkonzepte und integrierte Quartierslösungen.

ANZEIGE

Nachhaltigkeit, Zirkulation, Schwammstadt: Neue Anforderungen an moderne Stadtentwicklung

Holzbau, Schwammstadt-Prinzipien, zirkuläre Bauweisen und begrünte Infrastrukturen entwickeln sich zu zentralen Bausteinen einer klimaresilienten Stadt. Gleichzeitig entstehen Orte, die nicht nur funktional sind, sondern Aufenthaltsqualität, soziale Nutzung und neue Formen urbaner Gemeinschaft ermöglichen.

Die Hauptstadtregion fungiert dabei zunehmend als Experimentierfeld für nachhaltige Stadtentwicklung. Mit dem Themenspecial GREEN CITY BERLIN stellt ENTWICKLUNGSSTADT eine Auswahl von Projekten vor, die diesen Transformationsprozess beispielhaft abbilden. Sie stehen für neue Wege im Bauen, Planen und Nutzen – und für die Frage, wie die Stadt von morgen konkret aussehen kann.

Schwammstadt am historischen Postbahnhof: Innovatives Regenwasserkonzept ausgezeichnet

© Foto: lml Levin Monsigny Landschaftsarchitekten

ANZEIGE

Am historischen Postbahnhof in Berlin entstand auf einem 7.800 Quadratmeter großen Grundstück ein Gebäudeensemble, das historische Strukturen eines alten Bahnviadukts integriert und zugleich Maßstäbe für klimaangepasstes Bauen setzt.

Dank eines durchdachten Regenwassermanagements und einer weitläufigen Gebäudebegrünung konnte der Anteil der an die Kanalisation angeschlossenen Flächen auf rund 1.030 Quadratmeter reduziert werden; ein deutlicher Beitrag zur Entlastung der städtischen Infrastruktur und zur Verbesserung des Mikroklimas. Umgesetzt wurde das Konzept vom Unternehmen Optigrün international AG.

Von den 3.000 Quadratmetern Dachfläche wurden rund 2.700 Quadratmeter als Retentionsdächer ausgeführt. Diese dienen nicht nur der Speicherung und Nutzung von Regenwasser, sondern schaffen auch grüne Aufenthaltsbereiche mit hoher Aufenthaltsqualität.

ANZEIGE

Besonders hervorzuheben ist dabei die Gestaltung der Mieterterrasse auf dem historischen Eisenbahnviadukt. Intensive Begrünung, Sitzbereiche und naturnahe Vegetation verbinden hier die industrielle Vergangenheit des Standorts mit einer grünen, lebenswerten Zukunft.

Mehr zum Projekt in Berlin-Friedrichshain erfahrt Ihr hier

Mierendorffinsel in Charlottenburg: Gewerbeprojekt „AERA“ mit riesigem Dachgarten

© Foto: Bauwens / Clemens Poloczek

Seit Oktober 2023 wurde das Dach des Gewerbeprojekts “AERA” in Berlin-Charlottenburg begrünt. Auf dem Dach wurden insgesamt 30 zwölf Meter hohe Kiefern, Eichen, Ahornen und Wildkirschen installiert. Im August 2024 wurde das gesamte Bauvorhaben abgeschlossen und soll den Auftakt für eine umfangreiche Quartiersentwicklung auf der Mierendorffinsel bilden.

Neue BSR-Zentrale: Bauprojekt startet 2026 am Südkreuz

© Visualisierung: ARGE Franz&Sue und Schenker Salvi Weber

Ab 2026 soll der Bau der neuen BSR-Unternehmenszentrale am Bahnhof Südkreuz beginnen, rund 190 Millionen Euro soll das Projekt nach jetzigem Stand kosten. Im Zuge des Projekts soll auch ein Hochhaus mit 17 Etagen entstehen. Nachhaltigkeit und klimaorientiertes Bauen sollen beim gesamten Projekt sowieso eine zentrale Rolle spielen.

„Villa Viva Holzmarkt“: Rohbau des sozialen Hotelprojekts wächst am Berliner Spreeufer

Visualisierung vom Hotelneubau in Holz.

© Visualisierung: Bloomimages

Am Spreeufer in Friedrichshain wächst derzeit ein ungewöhnliches Hotelprojekt sichtbar in die Höhe. Die „Villa Viva Holzmarkt“ soll bis 2027 fertiggestellt werden und verbindet nachhaltige Bauweise mit einem sozialen Nutzungskonzept. Während mehrere Bauprojekte in der Umgebung stagnieren, schreiten Rohbau und Hochbau am Holzmarkt-Areal sichtbar voran.

Grünflache Flugfeld: Realisierung der „Tegeler Stadtheide“ bis 2029

© Visualisierung: Atelier Loidl

Im Berliner Norden soll in den kommenden Jahren auf dem Gelände des einstigen Flugfelds des Flughafens Tegel ein neuer und innovativ gestalteter Freiraum entstehen. Bis zum Frühjahr 2029 soll die Transformation des Geländes umgesetzt werden. Bedeutende Elemente wie die einstige Landebahn sollen dabei erhalten bleiben.

Ökologisches Dämmen neu gedacht: Berliner Startup setzt auf Hanf und Kalk

© Foto: janpaulsfotografie

Das Berliner Startup Durahemp entwickelt nachhaltige Baustoffe aus Nutzhanf und Kalk und bereitet die industrielle Produktion unter Nutzung regionaler Rohstoffe für das Jahr 2027 vor. Ihr Ziel: das ökologische Bauen und Dämmen massentauglicher machen und den CO2-Abdruck der Bauwirtschaft nachhaltig senken.

Schwammstadt Berlin: Wie Lichtenberg Regenwasser an Schulen sinnvoll nutzen will

Schule in Lichtenberg

© Foto: HOWOGE

Berlin investiert in die nachhaltige Nutzung von Regenwasser an Schulen. Im Bezirk Lichtenberg untersuchen Expertinnen und Experten an 24 Standorten, wie Niederschlagswasser vor Ort gesammelt, versickert oder wiederverwendet werden kann. Ziel ist es, Überschwemmungen zu vermeiden, Schulgärten zu bewässern und die Stadt klimaresilienter zu machen.

Solaranlagen im UNESCO-Weltkulturerbe: Energiewende in der Wohnstadt Carl Legien

© Foto: Landesdenkmalamt Berlin, Paul Hahn

Auf den Dächern der denkmalgeschützten Wohnstadt Carl Legien in Berlin entstehen neue Photovoltaikanlagen. Das Projekt zeigt, wie sich Klimaschutz und architektonisches Erbe miteinander verbinden lassen. Zugleich dient das Projekt als Vorbild für den wachsenden Solarausbau im Berliner Wohnungsbestand.

Wenn Gebäude atmen: Vertikale Begrünung als Antwort auf die Klimakrise

Städte stehen unter wachsendem Druck durch Hitze, Versiegelung und Klimawandel. Mit modularen Begrünungssystemen zeigt das Unternehmen Mobilane, wie Fassaden und Dächer zu aktiven Bausteinen einer klimaresilienten Stadt werden können. Hört mal rein!

„Greenfields Buckow“: Sozialer Wohnungsbau in Holzbauweise

© Visualisierung: GLS BANK, Bürgerstadt AG

Auf den „Buckower Feldern“ entsteht das „Greenfields Buckow“-Projekt. Es umfasst fünf Mehrfamilienhäuser mit 106 Wohnungen, die größtenteils in nachhaltiger Holzbauweise errichtet werden. Rund 30 Prozent der Wohnungen sind für soziale Träger vorgesehen, was das Projekt besonders inklusiv machen will. Geplant sind auch Wohngemeinschaften für betreute Mütter und Väter sowie für wohnungslose Menschen.

 

Quellen: Optigrün international AG, Bauwens, ARGE Franz&Sue, Schenker Salvi Weber, Atelier Loidl, Durahemp, HOWOGE, Landesdenkmalamt Berlin, Mobilane, GLS BANK, Bürgerstadt AG

Anmerkung der Redaktion: Der Artikel über das Projekt Am Postbahnhof wurde im Rahmen einer bezahlten Kooperation mit der Optigrün international AG realisiert. Der Podcast zum Thema vertikale Begrünung wurde im Rahmen einer bezahlten Kooperation mit dem Unternehmen Mobilane realisiert. 

Jetzt PLUS-Kunde werden

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein PLUS-Abonnement.

Tags (Schlagwörter) zu diesem Beitrag

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.