Mit neuen Drehkreuzen und einem privaten Sicherheitsdienst will der Senat Kriminalität im Görlitzer Park eindämmen. Für die nächtliche Schließung sind jährlich 800.000 Euro eingeplant. Ob das Konzept aufgeht, ist politisch und gesellschaftlich umstritten.

Neuer Zaun am Görlitzer Park

Der neue Zaun am Görlitzer Park steht. Ab März 2026 soll ein Wachdienst für die Abend- und Nachtstunden eingerichtet werden. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Foto Titelbild: Wikimedia Commons, Boris Niehaus, CC BY-SA 3.0

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Die nächtliche Schließung des Görlitzer Parks ist längst mehr als eine sicherheitspolitische Maßnahme. Sie ist ein Symbol für den Umgang Berlins mit Konflikten im öffentlichen Raum, und inzwischen auch ein Kostenfaktor mit klarer Größenordnung. Laut Informationen der dpa soll der geplante Wachdienst 800.000 Euro pro Jahr kosten. Er soll künftig dafür zuständig sein, die neuen Eingänge zu öffnen und zu schließen und den Park in der Nacht zu kontrollieren.

Görlitzer Park: Private Sicherheitskräfte sollen Schließzeiten umsetzen

Die Summe nannte der Berliner Senat in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Linken. Der Großteil der Kosten entfällt demnach auf private Sicherheitskräfte. Sie sollen abends die neuen Tore verriegeln, morgens wieder öffnen und während der Schließzeiten Präsenz zeigen. Wie viele Wachleute konkret eingesetzt werden sollen, ist bislang offen. Damit bleibt ebenfalls unklar, ob die veranschlagten Kosten künftig noch steigen könnten.

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Neu ist der Einsatz von Sicherheitspersonal am Görlitzer Park allerdings nicht. Bereits jetzt sind Wachleute vor Ort, um den kürzlich errichteten Zaun vor Beschädigungen zu schützen. Die dauerhafte nächtliche Schließung soll diese punktuellen Maßnahmen nun allerdings großflächig verstärken.

Kreuzberg: 1,8 Millionen Euro für Zäune, Tore und Drehkreuze am Görlitzer Park

Die baulichen Voraussetzungen für die Schließung sind weitgehend abgeschlossen. An den zahlreichen Eingängen des Görlitzer Parks wurden neue Zaunelemente, Tore und Drehkreuze installiert. Laut Senat belaufen sich die Kosten dafür auf rund 1,8 Millionen Euro. Sichtbar verändert hat sich damit nicht nur der Park, sondern auch sein Charakter.

Bislang war die Grünfläche rund um die Uhr zugänglich. Das soll sich bald ändern: Ab voraussichtlich März 2026 sollen die Eingänge je nach Jahreszeit ab etwa 22 oder 23 Uhr geschlossen werden. Der Park wäre dann nachts nicht mehr durchquerbar.

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Nächtliche Schließung des Parks soll Kriminalität eindämmen – und trifft auf Kritik

Mit der Maßnahme wollen Senat und Polizei vor allem die Drogen- und Gewaltkriminalität eindämmen, insbesondere in den Abend- und Nachtstunden. Die Schließung soll dabei helfen, Strukturen aufzubrechen und Einsätze zu erleichtern.

Gleichzeitig bleibt die Kritik laut. Anwohnendeninitiativen, Stadtgesellschaft und Teile der Politik bezweifeln, dass Zäune und Wachschutz die Ursachen der Probleme lösen. Sie sehen die Gefahr, dass Nutzungskonflikte lediglich verlagert werden und dass eine öffentliche Fläche faktisch privatisiert wird.

Gerade in dicht bebauten Stadtteilen wie Kreuzberg ist der Zugang zu öffentlichen Freiräumen von besonderer Bedeutung. Der Görlitzer Park steht damit exemplarisch für einen Konflikt, der Berlin noch lange begleiten dürfte: Wie viel Kontrolle verträgt der öffentliche Raum? Und wie viel darf sie kosten?

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Quellen: Tagesspiegel, dpa, Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg, Görli zaunfrei!

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2 Kommentare

  1. Manni G. Faltich 2. Januar 2026 at 12:06 - Reply

    Diese Zaundebatte zeigt, wofür die CDU steht: für Überwachung, Restriktionen und Verbote, und gegen die Menschen. Anstatt Konzepte zu entwickeln, um die Ursachen zu lösen, werden kosmetische Maßnahmen als Innovation verkauft. Dass die Dealer bald in den Wohnkiezen agieren, ist ja dann das Problem anderer – idealerweise das des Bezirks. Nachtigall, ick hör dir trapsen.
    Und wie soll später mal die Straßenbahn durch den abgezäumten Park fahren? Oder ist dann auf der M10 um 22 Uhr Betriebsschluss? Dazu habe ich noch nie was gehört. Vermutlich hat sich noch niemand dazu Gedanken gemacht – vielleicht auch weil die CDU die Straßenbahn damit boykottieren kann? Noch ne Nachtigall…

  2. Böhme 9. Januar 2026 at 01:45 - Reply

    Was kostet denn die Überwachung des Tempelhofer Feldes???

    Die Art und Weise, mit der der linkswoke Kern des Friedrichshainer-Kreuzberger Grünen-Polit-Klüngels sich zum organisierten Verbrechen bekennt, ist schon erstaunlich. Die Art und Weise, wie laienhaft der Noch-Senat dieser Stadt die Umzäunung betrieben hat, ist genauso erstaunlich!

    Berlin eben – die bedingungslos dystrophische Stadt! Und das Erstaunliche an dieser Stadt: Egal, wer an der Macht ist, an dem „stolzen“ Bekenntnis zur Dystophie ändert sich nichts! Die Mehrheit der Berliner scheint einen Hang zum Masochismus zu haben! Was für ein armseliges Bundesland!

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