Die Görlitzer Brücken bleiben gesperrt. Eine Schadensanalyse soll nun klären, wie die Bauwerke saniert und die Wege wieder geöffnet werden können.

Blick über den Landwehrkanal auf die Görlitzer Brücken zwischen Treptow-Köpenick und Friedrichshain-Kreuzberg. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
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Zwischen Alt-Treptow und Kreuzberg bleibt eine wichtige Verbindung unterbrochen. Seit Anfang Juli sind die vier historischen Görlitzer Brücken gesperrt. Inzwischen laufen Untersuchungen an den Bauwerken. Eine neue Antwort des Berliner Senats zeigt nun genauer, wie es weitergehen soll – und welche entscheidenden Fragen weiter ungeklärt sind.
- Bezirk: Treptow-Köpenick
- Bauwerke: Brücken über Elsenstraße, Bouchéstraße, Lohmühlenstraße und Landwehrkanal
- Eigentümer: Deutsche Bahn
- Projektstatus: Brücken seit 1. Juli 2026 gesperrt, Schadensanalyse läuft
Seit dem 1. Juli 2026 können Fußgänger und Radfahrer die vier Brücken nicht mehr nutzen. Die Deutsche Bahn begründet die Sperrung mit Korrosionsschäden und der fehlenden Verkehrssicherheit. Nun zeigt eine aktuelle Senatsantwort, welche Schritte seitdem erfolgt sind.
Dabei geht es um eine historische Anlage: Der denkmalgeschützte Bahndamm samt Brücken gehört zur früheren Berlin-Görlitzer Eisenbahn. Das Landesdenkmalamt datiert die Anlage auf 1865 bis 1867; Umbauten folgten um 1895 und um 1905. Seit 1994 nutzte der Bezirk die ehemaligen Bahnflächen als Fuß- und Radverbindung. Doch die Deutsche Bahn hatte den entsprechenden Mietvertrag zum 30. Juni 2026 gekündigt.
Görlitzer Brücken: Berlin will Flächen und Bauwerke übernehmen
Eine zentrale Frage scheint inzwischen grundsätzlich geklärt. Das Land Berlin hat Anfang Juni seine Bereitschaft bestätigt, die Flächen einschließlich der Brücken zu übernehmen.
Seit Dezember 2025 fanden mehrere Gespräche auf Leitungsebene statt. Am 4. Juni 2026 bestätigte das Land seine Übernahmebereitschaft, am folgenden Tag wurde das weitere Vorgehen unter Beteiligung des Bezirks konkretisiert.
Am 11. Juni vereinbarten die Beteiligten schließlich eine objektbezogene Schadensanalyse durch ein externes Ingenieurbüro. Die Deutsche Bahn erteilte den Auftrag, Berlin beteiligt sich an den Kosten der Untersuchung. Welches Büro den Auftrag erhielt, nennt die Bahn nicht. Sie verweist dabei auf Geschäftsgeheimnisse.

Die Görlitzer Brücken in Treptow-Köpenick dienten viele Jahre als wichtige Verbindung für Fußgänger und Radfahrer zwischen Alt-Treptow und Kreuzberg. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Schadensanalyse der Görlitzer Brücken entscheidet über Sanierung
Die Untersuchung geht deutlich über einen Blick auf sichtbare Roststellen hinaus. Nach Angaben des Senats analysieren Fachleute die vorhandenen Bauunterlagen, dokumentieren Schäden direkt an den Brücken und untersuchen Baustoffe.
Die bereits vorgenommenen Probenentnahmen am Wegbelag dienen zunächst vor allem dazu, dessen Zusammensetzung festzustellen. Das ist nötig, damit das Material später fachgerecht entsorgt werden kann. Erst nach dem Abtrag der Beläge soll der Zustand der eigentlichen Brückenkonstruktionen noch einmal detailliert aufgenommen werden.
Damit bleibt die für Anwohner wichtigste Frage unbeantwortet: Wann können die Brücken wieder öffnen? Einen Zeitplan gibt es weiterhin nicht. Auch die Zahl möglicher Sanierungsvarianten und der genaue Umfang der Arbeiten stehen noch nicht fest. Selbst der Senat erklärt, dass sich eine angemessene Dauer der Sperrung erst nach den Ergebnissen der Schadensanalyse abschätzen lasse.
Keine Ersatzbrücken für Görlitzer Brücken geplant
Eine schnelle Wiedereröffnung der Görlitzer Brücken zeichnet sich jedenfalls nicht ab. Der Senat zieht derzeit keine Ersatzmaßnahmen in Form temporärer Brücken in Betracht. Auch die Deutsche Bahn verfolgt die Errichtung von Hilfsbrücken nach eigener Aussage nicht. Für mögliche Ersatzlösungen zur Aufrechterhaltung der Radverbindung sieht sie den Bezirk in der Verantwortung.
Gleichzeitig sollen weitere Sicherungsmaßnahmen folgen. Die Deutsche Bahn plant, die Brücken vorsorglich mit Netzen abzuhängen. Diese sollen unter anderem verhindern, dass bei Arbeiten Teile in die Bereiche unterhalb der Bauwerke fallen. Im Juli ließ die Bahn die gesperrten Anlagen außerdem bewachen. Die Kosten dafür trägt nach eigenen Angaben die DB; ihre Höhe veröffentlicht sie nicht.
Görlitzer Brücken in Alt-Treptow
Quellen: Abgeordnetenhaus Berlin, Schriftliche Anfrage 19/26838, Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, Bezirksamt Treptow-Köpenick, Deutsche Bahn, Landesdenkmalamt Berlin
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