Im Frankfurter Bankenviertel steht das historische Kaiser-Karree vor einer umfassenden Neuentwicklung. Auf dem Grundstück zwischen Gallus-Anlage und Kaiserstraße soll ein rund 195 Meter hoher Büroturm entstehen. Der Entwurf des dänischen Büros Henning Larsen Architects verbindet dabei denkmalgeschützte Gebäude mit einem neuen Hochhaus.

Visualisierung des geplanten Gloria-Towers am Kaiser-Karree im Frankfurter Bankenviertel.

Der rund 195 Meter hohe Hochhausentwurf des Büros Henning Larsen Architects verbindet einen schlanken Turm mit einem Sockel über historischer Bausubstanz und greift mit vertikalen Fassadenelementen Motive des ehemaligen Gloria-Kinos auf. / © Henning Larsen Architects

© Titelbild: Henning Larsen Architects

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Mitten im Frankfurter Bankenviertel liegt das Kaiser-Karree an der Kreuzung Gallus-Anlage und Kaiserstraße. Das Grundstück befindet sich damit an zwei wichtigen Verkehrsachsen der Innenstadt. Gleichzeitig grenzt das Areal an die Wallanlagen und liegt zwischen Alter Oper und Willy-Brandt-Platz. In diesem Abschnitt der Stadt plant Frankfurt seit einigen Jahren eine Hochhauspromenade.

Der Bestand auf dem Grundstück reicht teilweise bis ins Jahr 1905 zurück. Besonders prägend ist die denkmalgeschützte Fassade des ehemaligen Bankgebäudes an der Kaiserstraße 30. Auch weitere historische Gebäude gehören zum Ensemble. Die Planung sieht vor, diese Bauten in eine neue Entwicklung einzubinden. Gleichzeitig soll ein Hochhausneubau das Areal verdichten und die Frankfurter Skyline ergänzen.

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Architekturwettbewerb entschieden und Planung gestartet: Wie der Zeitplan für das Projekt aussieht

Um eine architektonische Lösung zu finden, schrieben die Investoren Commerz Real und Tishman Speyer im Oktober 2024 einen internationalen Wettbewerb aus. Insgesamt nahmen zehn Architekturbüros teil. Eine Jury aus Architekten, Stadtplanern und Vertretern der Stadt Frankfurt bewertete die Entwürfe.

Im Februar 2025 entschied sich das Preisgericht für den Entwurf des dänischen Büros Henning Larsen Architects aus Kopenhagen. Als nächster Schritt folgt nun das Bebauungsplanverfahren. Erst nach Abschluss des Planverfahrens und mit der Vergabe der Baugenehmigung können Abriss und Bau beginnen. Nach aktuellen Angaben planen die Projektentwickler den Baubeginn für die Jahre 2027 oder 2028. Die Fertigstellung des Hochhauses wird derzeit für das Jahr 2031 erwartet.

Geplante Nutzung und Einbindung in das Quartier: Hochhaus soll Teil der neuen Hochhauspromenade werden

Der geplante Turm trägt den Namen „Gloria-Tower“. Der Name erinnert an das frühere „Gloria“-Kino, das bis 1981 an der Kaiserstraße existierte. Die charakteristischen Neonröhren des Kinos dienen als Inspiration für die Fassadengestaltung. Vertikale Elemente sollen dieses Motiv im Hochhaus aufnehmen.

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Der Neubau soll vor allem Büroflächen enthalten. Zusätzlich planen die Entwickler Hotelnutzungen sowie Gewerbe- und Gastronomieflächen. Im Sockelbereich sollen öffentlich zugängliche Angebote entstehen. Dazu gehören kulturelle Nutzungen, die sich in die geplante Kulturmeile entlang der Wallanlagen einfügen. Gleichzeitig soll das denkmalgeschützte Gebäude zur Wallanlage geöffnet werden und so eine Verbindung zur Hochhauspromenade schaffen.

Diskussionen um Nachhaltigkeit und Büronutzung: Kritik an weiteren Hochhausprojekten im Bankenviertel

Während der Bürgerbeteiligung im Ortsbeirat entstand auch Kritik an dem Projekt. Einige Teilnehmer verwiesen auf den bestehenden Leerstand bei Büroflächen. Gleichzeitig fehle in Frankfurt weiterhin bezahlbarer Wohnraum. Deshalb stellten einige Bürger die Notwendigkeit eines weiteren Büroturms infrage.

Auch ökologische Fragen spielten eine Rolle in der Diskussion. Auf dem Grundstück stehen mehrere größere Bäume, die eventuell versetzt werden könnten. Außerdem wurde von Seiten der Investoren betont, dass das Gebäude unter anderem Geothermie zur Energiegewinnung nutzen soll.

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Quellen: Stadt Frankfurt, Kaiser Karree, Commerz Real, Henning Larsen Architects, hessenschau, Wikipedia

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