Am Gleisdreieck steht ein tiefgreifender Umbau bevor. Mit der Freigabe des Bebauungsplans für die „Urbane Mitte“ beginnt ein Bauvorhaben, das den Park am Gleisdreieck in den kommenden Jahren zur Großbaustelle machen wird. Gleichzeitig rückt mit dem Ersatz der maroden U-Bahn-Brücken ein Projekt mit weitreichenden Folgen für den Nahverkehr näher.

Urbane Mitte Süd Visualisierung

Das Berliner Abgeordnetenhaus hat dem Bebauungsplan für den ersten Bauabschnitt der Urbanen Mitte zugestimmt. Damit kann eines der umstrittensten Innenstadtprojekte der vergangenen Jahre in die Umsetzung gehen. Parallel bereitet die BVG den Ersatz zweier maroder U-Bahn-Brücken vor. / © Visualisierung: Periskop Development GmbH

© Titelbild: depositphotos.com

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Zwischen den Bahngleisen im Herzen der Stadt zeichnet sich ein langfristiger Umbau ab. Der Park am Gleisdreieck gehört zu den auffälligsten Entwicklungsräumen der Berliner Innenstadt, weil hier städtebauliche Verdichtung, Verkehrsinfrastruktur und öffentliche Freiräume unmittelbar aufeinandertreffen. Nach Jahren politischer und planerischer Debatten kommt Bewegung in zwei zentrale Vorhaben.

Zum einen erhält die geplante „Urbane Mitte“ am Gleisdreieck nun Planungsrecht für den südlichen Abschnitt. Auf bislang überwiegend versiegelten Flächen sollen Hochhäuser mit unterschiedlichen Nutzungsformen entstehen. Zum anderen rückt der Ersatz zweier alter U-Bahn-Brücken näher, deren Konstruktionen aus der frühen Phase des 20. Jahrhunderts stammen und sicherheitstechnisch erneuert werden müssen.

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„Urbane Mitte“: Hotel, Wohnen auf Zeit und Begegnungsräume

Auf dem Gelände südlich des U-Bahnhofs Gleisdreieck sind zwei Gebäude mit Höhen von etwa 25 und fast 50 Metern vorgesehen. Insgesamt sollen rund 23.700 Quadratmeter Geschossfläche entstehen. Geplant sind ein Hotel sowie Angebote für temporäres Wohnen, darunter Studierendenunterkünfte. Die Erdgeschosse sollen öffentlich zugängliche Funktionen aufnehmen.

Neben Einzelhandel und Gastronomie sind dort auch Sport- und Bildungsangebote vorgesehen, die einen Bezug zum angrenzenden Park herstellen. Projektentwickler ist die Periskop Development GmbH. Das Unternehmen verfolgt nach eigenen Angaben das Ziel, ein Quartier für Arbeiten, Kultur und Begegnung zu schaffen, das trotz der baulichen Verdichtung öffentlich nutzbar bleibt. Der Baubeginn erfolgt schnellstmöglich nach Erteilung der Baugenehmigung.

BVG bereitet Ersatz von U-Bahn-Brücken vor: Infrastrukturprojekt mit historischem Hintergrund

Parallel dazu bereitet die Berliner Verkehrsbetriebe den Ersatz zweier maroder U-Bahn-Brücken vor. Das Viadukt über dem ehemaligen Potsdamer Güterbahnhof und die benachbarte Dennewitzbrücke weisen strukturelle Schäden auf und dürfen seit Jahren nur noch mit reduzierter Geschwindigkeit befahren werden.

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U-Bahnhof Gleisdreieck

© Foto: depositphotos.com

Die Bauwerke entstanden zwischen 1913 und 1926 und sind Teil einer technisch wie historisch bedeutenden Streckenführung. Aufgrund der komplexen Konstruktion und des Denkmalschutzes ist der geplante Austausch mit aufwendigen Genehmigungsverfahren verbunden.

Folgen für Park, Verkehr und Stadtbild: Brückenneubau ab 2028 geplant

Die Bauarbeiten werden den Park am Gleisdreieck in den kommenden Jahren deutlich prägen. Nach aktuellem Stand beginnt der Brückenneubau 2028, die Eröffnung der neuen Infrastruktur ist für Juni 2030 geplant. Während der Bauzeit ist mit Sperrungen, Ersatzverkehr und Umleitungen zu rechnen. Für die Infrastrukturmaßnahmen sind rund 63 Millionen Euro für das Viadukt im Gleisdreieck (Bauwerk XII) und 11 Millionen Euro für die Dennewitzbrücke vorgesehen.

Insgesamt gehört das Areal damit zu den größten innerstädtischen Entwicklungs- und Sanierungsprojekten der Hauptstadt, bei denen Stadtplanung, Denkmalschutz und Verkehrssicherheit gleichzeitig berücksichtigt werden müssen.

Quellen: Periskop, rbb24, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Berliner Morgenpost, Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie GmbH, Bahnblogstelle, BVG

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One Comment

  1. u.k 4. März 2026 at 12:44 - Reply

    „. . .südlichen Abschnitt. Auf bislang überwiegend versiegelten Flächen sollen Hochhäuser ….“ Die versiegelte Fläche dort gab es bisher fast nur in der Kommunikation des Investors; das lässt tief blicken.
    wenn man sich das Areal dort, zwischen dem ehemaligen Postbahnhof/ Station und nördlich Stellwerk ( 52.496525,13.373732 ), anschaut sollte man vielleicht besser von einer städtischen Brachfläche reden ?
    ———
    eure GiER –
    zerstört die Stadt ;
    bin schon sehr gespannt auf das grosse hallo, falls während der Bauphase der, dort in nur wenigen Metern Entfernung, vorbeikaufende S-Bahn Tunnel versehentlich angekratzt werden sollte

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