Die Hufelandstraße im Bötzowviertel ist nahezu fertig umgebaut. Nach nur drei Wochen Bauzeit ist das Kopfsteinpflaster für den Radverkehr geglättet, die Straße soll im kommenden Jahr offiziell als Fahrradstraße ausgewiesen werden. Während die Politik den Umbau als Beitrag zur Verkehrswende sieht, reagieren Anwohnende mit gemischten Gefühlen.

Manuela Anders-Granitzki, Stadträtin für Ordnung und Öffentlicher Raum im Bezirksamt Pankow und Michael Fugel, Geschäftsführer infraVelo machten sich vor Ort ein Bild von den Umbauarbeiten im Bötzowkiez. / © Foto: infraVelo / Florian Schuh
© Foto Titelbild: infraVelo / Florian Schuh
Nach nur wenigen Wochen Bauzeit hat das landeseigene Unternehmen infraVelo die wesentlichen Arbeiten an der Hufelandstraße in Prenzlauer Berg beendet. Seit Mitte Oktober wurde das historische Kopfsteinpflaster geschliffen, um die Oberfläche gleichmäßiger und griffiger zu gestalten. Ziel war es, den Radverkehr sicherer und komfortabler zu machen. Lediglich ein kurzer Abschnitt bleibt vorerst unvollendet, da dort noch eine private Baumaßnahme läuft. Sobald diese beendet ist, sollen die Schleifarbeiten abgeschlossen werden.
Mit der Maßnahme ist ein weiterer Abschnitt im Berliner Radverkehrsnetz geschaffen worden. Die Hufelandstraße erstreckt sich über 622 Meter zwischen der Greifswalder Straße und dem Volkspark Friedrichshain und gilt als wichtige innerstädtische Verbindung. Fußgängerquerungen an den Querstraßen Esmarchstraße, Bötzowstraße und Hans-Otto-Straße wurden barrierefrei gestaltet.
Fahrradstraße im Bötzowviertel: Markierungen folgen im Frühjahr 2026
Die endgültige Beschilderung und Markierung als Fahrradstraße steht noch aus. Diese Arbeiten sollen im kommenden Frühjahr erfolgen, da sie witterungsabhängig sind. Bis dahin bleibt die Verkehrsführung weitgehend unverändert. Parallel untersucht infraVelo derzeit, inwieweit sich Lärm, Rutschfestigkeit und Erschütterungen durch die Schleifarbeiten verändert haben.
Manuela Anders-Granitzki, Stadträtin für Ordnung und Öffentlichen Raum im Bezirk Pankow, und infraVelo-Geschäftsführer Michael Fugel besichtigten kürzlich die fertiggestellten Bereiche. Finanziert wird das Projekt aus Landesmitteln und steht im Rahmen der Berliner Strategie zur Förderung des Radverkehrs.
Umbau der Hufelandstraße stößt auf unterschiedliche Reaktionen im Kiez
Unter den Anwohnenden stößt der Umbau auf geteilte Meinungen. Während einige die glattere Oberfläche als deutliche Verbesserung empfinden, äußern andere Skepsis. Einige Stimmen kritisieren, sie seien über die Planungen nicht ausreichend informiert worden. Andere Anwohnende begrüßen die Reduzierung des Durchgangsverkehrs und erwarten eine ruhigere Wohnstraße.
Mehrere ENTWICKLUNGSSTADT-Leserinnen und Leser sehen in der neuen Gestaltung einen Beitrag zur Verkehrssicherheit und zur Entlastung der Gehwege. Zugleich wird vereinzelt bezweifelt, dass Radfahrende die neue Strecke konsequent nutzen werden. Auch die Frage, ob parallele Straßen ähnliche Funktionen erfüllen könnten, wird diskutiert.
Pankow: Fahrradstraße als Beitrag zur Verkehrswende im Bezirk
Mit der Umgestaltung der Hufelandstraße verfolgt der Bezirk Pankow das Ziel, klimafreundliche Mobilität zu stärken und den öffentlichen Raum lebenswerter zu gestalten. Die Erfahrungen aus dem Projekt sollen in zukünftige Vorhaben im Bezirksgebiet einfließen.
Ob die neue Fahrradstraße letztlich als Vorbild für weitere Abschnitte im Berliner Straßennetz dienen kann, wird sich im kommenden Jahr zeigen. Dann sollen auch die endgültigen Verkehrszählungen und Begleituntersuchungen veröffentlicht werden.
Quellen: infraVelo GmbH, Bezirksamt Pankow
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4 Kommentare
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Die Methode aus einem holprigen Kopfsteinpflaster eine radgerechte Straße zu machen finde ich gut. Ging auch recht zügig. Nur wie die Hufelandstraße ein Teil des Berliner Radverkehrwegenetzes sein soll erschließt sich mir nicht. Oder wird die Marienburger auch noch behandelt? Ist wohl nur für die Bewohner gedacht. Dann sollten alle Kopsteinpflasterstraßen so behandelt werden.
Das sehe ich genauso, wie der Kommentar davor.
Hufelandstrasse, ein Teil des Berliner Fahrradsrassennetzes? wohl leicht überbewertet.
Hoffe, sehr das im Frühjahr die Straße dann nicht mit dem Umwelt unfreundlichen grünen Belag überzogen wird. Fahren lässt sich auf jeden Fall gut auf dem abgeschliffenen Pflastersteinen und der Regen sickert auch gut weg.
Die Straße ist für das Fahrradfahren jetzt sehr gut geeignet – als Fahrradfahrer nutze ich sie jetzt regelmäßig im Gegensatz zum Zustand davor.
Eine ähnliche Oberflächenbehandlung wäre wünschenswert auch für die Bötzowstraße. Eine ausgewiesene Fahrradstraße müsste sie dafür nicht werden. Dies würde die Fahrradfahrer wieder auf die Straße bringen, welche nachvollziehbarerweise auf dem Kopfsteinpflaster nicht fahren können / wollen.
Die Straße ist echt klasse geworden. Fahre die als Radfahrer jetzt sehr gerne. Hoffe das wird bis zum Kollwitzplatz weitergeführt und es folgen viele andere Beispiele.