Ein ehemaliges Frauengefängnis in Berlin-Lichterfelde steht im Begriff, seine nächste Wandlung zu vollziehen: Aus dem Ort jahrzehntelanger Haft soll 2026 ein Hotel mit Restaurant, Bar und Kulturangebot werden. Die Transformation verbindet historische Substanz mit neuen Nutzungsformen und möchte dabei ein Angebot schaffen, das im Kiez bislang selten war.

Das Projekt „THE KNAST“ verwandelt das ehemalige Frauengefängnis in Berlin‑Lichterfelde derzeit in ein Boutiquehotel mit Restaurant, Bar und Kulturangeboten. Der angrenzende Eventgarten wird bereits als Freifläche für Veranstaltungen und Gastronomie genutzt. / © Wikimedia Commons, Fridolin freudenfett, CC BY-SA 4.0
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© Titelbild: IMAGO / Sabine Gudath
Was einst Zellentrakt und Verwaltung war, soll bald Zimmer und Suiten beherbergen: In dem denkmalgeschützten Gefängnisgebäude in der Söhtstraße 7 plant das Projekt „THE KNAST“ die Eröffnung eines Boutique-Hotels im Laufe des Jahres 2026. Das aus dem frühen 20. Jahrhundert stammende Frauengefängnis wurde bereits in den letzten Jahren schrittweise umgenutzt, zunächst als Kulturstandort mit Restaurant, Bar und Veranstaltungsräumen für ein erwachsenes Publikum.
Das Konzept inmitten des Lichterfelder Villenviertels setzt dabei auf ein „Adults only“-Erlebnis, bei dem kulinarische Angebote, eine Speakeasy Bar in der ehemaligen Kapelle und kulturelle Formate in den historischen Räumen zusammengeführt werden. Die neuen Übernachtungsmöglichkeiten sollen das Projekt nun abrunden.
Historische Struktur, moderne Nutzung: Wie ein Haftbetrieb in Lichterfelde zu einem gastlichen Ort wird
Das Gebäude in Lichterfelde diente von 1906 bis 2010 als Justizvollzugsanstalt, stand lange leer und trägt heute Denkmalschutz. Nach der Schließung war der Komplex zwischenzeitlich als kreativer Treffpunkt mit Kunstausstellungen, Konzerten und anderen Veranstaltungen genutzt worden; etwa durch Kooperationen mit Künstlerkollektiven und Queer-Arts-Initiativen.
Um aus dem früheren Haftbetrieb einen gastlichen Ort zu machen, werden einzelne Zellen zu Doppelzimmern zusammengelegt. Bei der Restaurierung wolle man die denkmalpflegerische Substanz respektieren, weshalb Originalelemente wie hohe Gewölbedecken, massive Gitterfenster und die charakteristische Raumstruktur im neuen Hotelkonzept erlebbar bleiben sollen.
„Bronze- und Holzböden sowie Beleuchtungskörper, die an den Stil der Goldenen Zwanziger Jahre in Deutschland erinnern, fügen der die historische Atmosphäre. Glastrennwände mit deckenhohen Vorhängen und zeitgenössische Möbel sorgen für ein ausgewogenes Verhältnis zwischen den Stilen.“, heißt es auf der Website der verantwortlichen Designagentur White Kitchen.
Zwischen Erinnerung und Alltagskultur: „The Knast“ soll Anfang 2026 öffnen
Die Entwicklung von „The Knast“ steht nicht allein. In Berlin existieren weitere Beispiele für die Umnutzung ehemaliger Gefängnisse, etwa das Hotel Wilmina in Charlottenburg, das in einem ähnlichen Kontext entstanden ist.
Noch in der ersten Jahreshälfte will „THE KNAST Hotel“ regulär seine Türen öffnen. Zwischen den alten Zellen entsteht so ein Treffpunkt, der Geschichte erfahrbar macht und zugleich neue Erlebnisse ermöglicht – ein ungewöhnlicher Impuls für Nachbarschaft und Stadtleben.
Quellen: The Knast, Whitekitchen, Wikipedia, mein-berlin.net, StadtrandNachrichten, Tagesspiegel, tipBerlin, prideART Berlin e.V.
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