In Friedrichshain wurde das Gesundheitsamt in der Koppenstraße umfassend saniert und zu einem Gesundheits- und Beratungszentrum ausgebaut. Mit der Eröffnung im September 2025 sollen neue niedrigschwellige Angebote entstehen, die Prävention und Versorgung in einem gemeinsamen Haus bündeln.
© Visualisierung Titelbild: TREIBHAUS Landschaftsarchitektur – Hamburg, Willner Visualisierung
Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg hat die notwendige Sanierung des Gesundheitsamtes genutzt, um den Standort zu einem Gesundheitszentrum mit erweiterten Aufgaben auszubauen. Mit Mitteln aus dem „Sondervermögen Infrastruktur der Wachsenden Stadt“ und dem Programm „Nachhaltige Erneuerung“ wurde das Gebäude modernisiert und neu organisiert. Ziel war es, einen Ort zu schaffen, der nicht nur Verwaltungsaufgaben erfüllt, sondern auch Gesundheitsförderung und Beratung stärker in den Mittelpunkt stellt.
Das Gebäude erhielt ein neuen Eingang, ein Besucherleitsystem und eine kontrastreiche Farbgestaltung in allen Etagen. Zusätzlich wurden barrierefreie Zugänge und Beschriftungen in Brailleschrift eingeführt, sodass die Orientierung erleichtert wird. Der Umbau sollte den Charakter des Hauses verändern und es zu einem einladenden Ort machen, der von unterschiedlichen Gruppen genutzt werden kann.
Neue Angebote im Gesundheitszentrum Friedrichshain: Prävention und Beratung im Alltag
Neben den bisherigen Diensten wie dem Kinder- und Jugendgesundheitsdienst, dem Zahnärztlichen Dienst und dem Sozialpsychiatrischen Dienst sind neue Angebote entstanden, die stärker auf Prävention ausgerichtet sind. Vorgesehen ist ein interdisziplinäres Frühförderzentrum, das auch eine interkulturelle Ausrichtung berücksichtigt. Darüber hinaus sollen Programme der Frühen Hilfen, zum Beispiel für Eltern mit Schreibabys, ein wichtiger Bestandteil sein. Auch Beratungen für Jugendliche bei psychosozialen Problemen und Hilfen für ältere Menschen bei sozialen und gesundheitlichen Schwierigkeiten sind Teil des Konzepts.
Eine Besonderheit stellt die geplante umweltmedizinische Ambulanz dar. Sie soll gesundheitliche Probleme aufgreifen, die aus Belastungen durch Lärm, Luftverschmutzung oder Hitze entstehen. Damit reagiert der Bezirk auf wachsende Herausforderungen im urbanen Umfeld. Ergänzend wurde die Beratungsstelle für hörbehinderte Kinder und Jugendliche erweitert und mit Audiometrie-Kabinen ausgestattet. Besonders vorteilhaft ist die Nähe zur Margarethe-von-Witzleben-Schule, die auf hörgeschädigte Kinder spezialisiert ist.
Umfeldgestaltung des Parkplatzes an der Koppenstraße Ecke Palisadenstraße: Freiflächen und Stadtplatz ab 2026
Mit der Fertigstellung des Gebäudes rückt nun die Gestaltung der umliegenden Flächen in den Fokus. Ab 2026 sollen die bisher als Parkplatz genutzten Bereiche entsiegelt werden. Geplant ist ein Stadtplatz mit Spielbereichen, ein verkehrsberuhigter Abschnitt der Koppenstraße sowie ein Gesundheitsgarten mit Bewegungsangeboten. Dabei bleibt der Bestand an Bäumen erhalten, und neue klimaresistente und insektenfreundliche Pflanzen sollen die Grünflächen ergänzen.
Für die Umgestaltung wurde ein freiraumplanerischer Wettbewerb durchgeführt. Aus insgesamt 13 Entwürfen wählte eine Jury im Juli 2024 den Beitrag des Büros TREIBHAUS Landschaftsarchitektur – Hamburg in Zusammenarbeit mit Argus Stadt und Verkehr aus. Dieser Entwurf sieht eine enge Verbindung von Gebäude und öffentlichem Raum vor. So soll ein Umfeld entstehen, das das neue Gesundheitszentrum städtebaulich und funktional in das Quartier integriert.
Quellen: TREIBHAUS Landschaftsarchitektur – Hamburg, mein Berlin, Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen
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