In Berlin-Gesundbrunnen wird derzeit ein ehemaliges Industrieareal schrittweise zurückgebaut. Auf dem Gelände des künftigen „Quartiers am Humboldthain“ entsteht in den kommenden Jahren ein neuer Gewerbestandort mit Laboren, Büros und Produktionsflächen.

Das Areal am Humboldthain wird derzeit schrittweise zurückgebaut, um ein Gewerbequartier mit rund 234.000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche zu ermöglichen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Fotos: ENTWICKLUNGSSTADT
Im Bereich des Bahnhofs Gesundbrunnen verändert sich derzeit ein vertrauter Teil der Berliner Industriegeschichte sichtbar. Die früher von AEG und später von Nixdorf genutzten Werkshallen werden Schritt für Schritt zurückgebaut.
Zwischen den Gebäudestrukturen liegen bereits sortierte Baustoffe, während in den Hallen selbst Maschinen Bauteile voneinander trennen. Der Rückbau ist auf mehrere Jahre angelegt und erfolgt in einem klar strukturierten Prozess. In den kommenden Jahren soll hier auf dem Gelände das „Quartier am Humboldthain“ entstehen.
- Bezirk: Berlin-Mitte (Ortsteil Gesundbrunnen)
- Standort: Ehemaliges AEG-/Nixdorf-Areal am Humboldthain, nahe Bahnhof Gesundbrunnen
- Grundstücksgröße: ca. 6,5 Hektar
- Ehemalige Nutzung: Industrie- und Produktionsstandort der AEG, später Nutzung durch Nixdorf
- Neue Nutzung: Gewerbequartier mit Büro-, Labor-, Forschungs- und Produktionsflächen sowie ergänzender Gastronomie, Nahversorgung und Quartierspark
- Geplante Fertigstellung: ca. 2030

Direkt am Humboldthain soll ein urbanes Gewerbequartier entstehen, das Büros, Labore und Produktionsbereiche mit einem zentralen Park und ergänzender Nahversorgung kombiniert. / © Visualisierung: Coros
Großprojekt im S-Bahn-Ring: Das „Quartier am Humboldhain“
Auf dem rund 6,5 Hektar großen Areal entsteht eines der größeren innerstädtischen Gewerbequartiere Berlins. Geplant ist eine Bruttogeschossfläche von etwa 234.000 Quadratmetern. Der Nutzungsmix umfasst Büroflächen, Labore, Produktionsbereiche sowie Räume für Forschung und technologieorientierte Unternehmen.
Ergänzt werden soll das Quartier durch gastronomische Angebote, Nahversorgung und ein Gründerzentrum. Auch ein öffentlich zugänglicher Quartierspark ist Bestandteil der Planung, der das Areal künftig gliedern und stärker in das umliegende Brunnenviertel einbinden soll.
Struktur aus Gewerbe und Freiräumen: Was auf dem ehemaligen AEG-Areal geplant ist
Die städtebauliche Konzeption sieht eine verdichtete Bebauung mit Gebäuden zwischen fünf und zehn Geschossen sowie einzelnen Hochpunkten vor. Zwischen den Baukörpern sind Freiräume vorgesehen, die sowohl Aufenthaltsqualität schaffen als auch die Erschließung des Quartiers unterstützen.
Neben der funktionalen Nutzung spielt auch die technische Infrastruktur eine zentrale Rolle. Geplant sind unter anderem ein Regenwassermanagement sowie eine Erschließung, die stärker auf den Umweltverbund ausgerichtet ist.
Verantwortlich für die Entwicklung des Areals ist der Projektentwickler COROS. Im städtebaulichen Wettbewerb setzte sich das Architekturbüro Cobe Architects durch, unterstützt durch die Planungsgruppe Cassens + Siewert sowie die BSM Beratungsgesellschaft für Stadt- und Regionalplanung.

Auf dem Gelände des ehemaligen AEG-Areals in Gesundbrunnen soll ein neues Stadtquartier entstehen, das Büro-, Labor- und Produktionsflächen in eine durchgrünte städtebauliche Struktur einbettet. / © Visualisierung: Coros

Das Areal liegt im Berliner Ortsteil Gesundbrunnen im Bezirk Mitte, am Übergang zum Humboldthain. / © Grafik: Coros
Rückbau und Materialkreislauf auf dem Gelände in Berlin-Gesundbrunnen
Der Rückbau der bestehenden Werkshallen ist inzwischen sichtbar angelaufen. Dabei entsteht eine Art temporäres Rohstofflager: Materialien wie Stahl, Aluminium, Glas und weitere Bauelemente werden systematisch aus den Gebäuden ausgebaut, geprüft und für eine Wiederverwendung vorbereitet. Ein erheblicher Teil soll nicht entsorgt, sondern in neue Bauprojekte überführt oder erneut verbaut werden.
Der Rückbau folgt damit einem Ansatz, der klassische Abrissprozesse durch eine konsequente Sortierung und Rückführung in den Materialkreislauf ersetzt. Während im Inneren bereits Kabel, Bodenbeläge und Konstruktionselemente getrennt werden, bleibt die äußere Hülle der großen Hallen noch weitgehend bestehen. Ziel ist es, möglichst viele Materialien im Kreislauf zu halten und die Menge an klassischem Bauschutt deutlich zu verringern.

Vor Ort laufen die Rückbauarbeiten, die das frühere Industrieareal für ein gemischt genutztes Gewerbequartier mit Laboren, Büros und Serviceflächen vorbereiten. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Das Gelände des ehemaligen AEG-Werks wird derzeit transformiert, um Platz für ein neues Quartier mit Gewerbe-, Forschungs- und Produktionsnutzungen zu schaffen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Gewerbequartier am Humboldthain: Industriestandort im Wandel
Das Areal blickt auf eine lange industrielle Geschichte zurück. Seit dem späten 19. Jahrhundert war es ein zentraler Produktionsstandort der AEG und prägte die Entwicklung der Elektroindustrie in Berlin maßgeblich. Nach einer Stilllegung in den 1980er-Jahren wurden Teile der Gebäude abgerissen, andere später durch Forschungseinrichtungen und Hochschulen weiter genutzt, darunter die Technische Universität Berlin und das Fraunhofer-Institut.
Mit dem neuen Quartier wird das ehemalige Industrieareal nun erneut transformiert: hin zu einem Standort, der gewerbliche Nutzung, Forschung und urbane Funktionen im Norden Berlins zusammenführt.
Quellen: Der Tagesspiegel, COROS, visit Berlin, Technologiepark-Humboldthain, Architekturbüro Cobe
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