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Am Buschgraben in Zehlendorf ist ein weiteres Teilstück des Berliner Mauerwegs fertiggestellt. Die sanierte Strecke verbindet Geschichte, Naherholung und Naturschutz, und zeigt, wie ein historischer Erinnerungsort in die moderne Stadtentwicklung integriert wird.
Neue Sitzbank am Mauerweg in der Natur

Der Mauerweg in Steglitz-Zehlendorf wurde modernisiert. Sechs neue Sitzbereiche mit Bänken und Tischen aus regionaler Eiche bieten Erholung, während der verschmälerte Wegeverlauf den Naturraum und alte Bäume schützt. / © Foto: Konstantin Börner

© Fotos: Konstantin Börner

 

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Rund 1,15 Kilometer misst der frisch sanierte Abschnitt des Berliner Mauerwegs am Buschgraben in Zehlendorf. Seit Sommer 2025 können Anwohnerinnen und Anwohner, Spaziergänger und Radfahrende den Weg wieder sicher nutzen. Verantwortlich für die Erneuerung ist die landeseigene Grün Berlin GmbH, die seit 2019 mit einem strukturierten Programm daran arbeitet, den 160 Kilometer langen Mauerweg schrittweise zu qualifizieren. Ziel ist es, den historischen Rundweg nicht nur als Erinnerungspfad zu sichern, sondern auch in eine zeitgemäße Infrastruktur für Freizeit und Naherholung einzubetten.

Der sanierte Abschnitt verläuft zwischen der Machnower Straße und einem angrenzenden Seniorenwohnheim. Aufgrund schlechter Bodenverhältnisse war die Strecke stark beschädigt. Nun sorgt ein Belag aus nachhaltigem Recycling-Asphalt für mehr Verkehrssicherheit. Laut Grün Berlin wurde dabei besonderer Wert auf Nachhaltigkeit gelegt. Der alte Asphalt wurde recycelt, der Untergrund auf Schadstoffe untersucht und bautechnisch optimiert.

Erneuerung des Mauerwegs in Steglitz-Zehlendorf: Rücksicht auf Natur und Tierwelt im Fokus

Die Erneuerung bringt nicht nur einen stabileren Untergrund. Entlang der Strecke laden sechs neue Sitzbereiche mit Bänken und Tischen aus regionaler Eiche zum Verweilen ein. Diese Aufenthaltsorte sollen Erholungssuchenden Platz bieten, ohne den Naturraum zu beeinträchtigen. Der Wegeverlauf wurde dafür abschnittsweise verschmälert, um den Wurzelbereich alter Bäume zu schützen.

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Ein weiterer Aspekt des Projekts ist der Schutz heimischer Amphibien. Unterhalb der Strecke wurden zwei Krötentunnel angelegt, damit Tiere den Weg sicher unterqueren können. Bereits während der Bauarbeiten waren Schutzzäune aufgestellt worden, um die Wanderung der Tiere zu gewährleisten. Ein Fachbüro begleitete die ökologische Umsetzung.

Berliner Mauerweg: Teilstück am Buschgraben ist das dritte zusammenhängend fertiggestellte Segment

Der Berliner Mauerweg folgt der ehemaligen innerdeutschen Grenze rund um West-Berlin. Seit 2019 werden Abschnitte gezielt modernisiert, um die historischen Spuren sichtbar und begehbar zu machen. Das Teilstück am Buschgraben ist das dritte zusammenhängend fertiggestellte Segment. Zuvor wurden bereits Abschnitte im Schlesischen Busch in Treptow-Köpenick sowie am Jenbacher Weg im Süden der Stadt saniert. Auch an anderen Stellen wird weitergebaut. So laufen derzeit Arbeiten am Japaneck, bald folgen Abschnitte am Hahneberg in Spandau und an der Ruppiner Chaussee in Reinickendorf.

Die Sanierungen sollen nicht nur die Geschichte lebendig halten. Sie unterstützen auch die Verkehrswende. Wer den Weg nutzt, bewegt sich umweltfreundlich zu Fuß oder mit dem Rad und verbindet Freizeit mit einer Auseinandersetzung mit der Berliner Vergangenheit.

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Finanzierung bis 2026 gesichert: So wird der Berliner Mauerweg qualifiziert

Bis 2026 stehen für die Qualifizierung des Berliner Mauerwegs insgesamt über zwölf Millionen Euro bereit. Die Mittel stammen zu 90 Prozent aus der Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur, getragen von der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe. Die restlichen zehn Prozent übernimmt die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt.

Für Grün Berlin ist der sanierte Abschnitt am Buschgraben ein weiterer Schritt auf dem Weg zu einem durchgängig erlebbaren Erinnerungsweg, der Geschichte, Natur und städtische Mobilität miteinander verbindet.

Quellen: Grün Berlin GmbH, Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt 

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One Comment

  1. M.Hillen 11. Juli 2025 at 07:44 - Reply

    Ein tolles Projekt, das da realisiert wurde. Rundum erfreulich! Nur eine Frage: Warum können Sitzbänke in Berlin im öffentlichen Raum – auf Wegen, Straßen und Plätzen – nicht mehr in bewährter und klassischer Form ( also ergonomisch und ästhetisch erfreulich und annehmbar) errichtet werden? Warum Beton oder Plastik oder Alu? Warum unnötig kompliziert und hässlich? Warum nicht eine klassische Sitzbank aus Holz, wie es sie schon vor über hundert Jahren gab und wie es sie immer noch geben könnte – überall im Stadtraum?
    Ich erinnere mich noch gut daran, wie der Hackesche Markt nach der Wende zum fussgängerfreundlichen Platz umgebaut wurde. Auch hier alles im grünen Bereich- bis auf die Sitzgelegenheiten: hässliche Betonquader mit aufgeschraubten Plastikschalen. Quietschbunt. Wer kommt auf so einen Mist, so eine ästhetische Zumutung? Ist es in Berlin verboten, Sitzmobiliar aufzustellen, das sich kein hirnkranker Designer ausgedacht hat? Oder: muss das Rad immer wieder neu erfunden werden- egal wie hässlich? Hauptsache kein Rückgriff auf Altbewährtes, das scheint die politische Devise zu sein. Kein Rückgriff auf klassische, schöne Sitzbänke zum Beispiel. Auf Sitzbänke, die es schon zu Kaisers Zeiten gegeben hat… Dumm, dümmer, Berlin!

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