In Alt-Hohenschönhausen schreitet die Restaurierung des historischen Gutshauses in der Hauptstraße 44 sichtbar voran. Nachdem Dach, Fassade und Untergeschoss erneuert wurden, konzentrieren sich die Arbeiten nun auf den Innenraum. Bis Ende des Jahres soll hier ein offenes Haus für Kultur, Begegnung und Gemeinschaft entstehen.

Dachgeschoss mit neu errichtetem Dachstuhl.

Die Fassade wurde im Zuge der denkmalgerechten Sanierung instand gesetzt, zudem erhielt das Gebäude einen neu errichteten Dachstuhl, der sich am historischen Vorbild orientiert und wieder mit Schiefer eingedeckt wurde. Der Dachstuhl soll zukünftig als Veranstaltungsraum genutzt werden. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Fotos: ENTWICKLUNGSSTADT

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Am Gutshaus in der Hauptstraße 44 laufen die Bauarbeiten kontinuierlich weiter. Das auch als „Schloss Hohenschönhausen“ bekannte Gebäude wurde um 1690 errichtet und zählt zu den ältesten Bauwerken des Ortsteils.

Seit 2021 gehört es der Wohnungsbaugenossenschaft NEUES BERLIN, die gemeinsam mit dem Förderverein Schloss Hohenschönhausen e. V. eine denkmalgerechte Sanierung umsetzt. Ziel bleibt ein offenes Haus für Kultur, Begegnung und Gemeinschaft.

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In den vergangenen Monaten ist die Sanierung des historischen Baus weiter vorangeschritten. Das Untergeschoss erhielt eine neue Lehmschicht zur Abdichtung, um die historische Substanz langfristig zu schützen. Zudem konnten die Fassadenarbeiten abgeschlossen werden. Auch der neu errichtete Dachstuhl ist inzwischen fertiggestellt. Beim Aufbau achtete man besonders darauf, sich eng am historischen Vorbild zu orientieren, die frühere Dachkonstruktion in ihrer Struktur nachzuvollziehen und das Dach wieder mit Schiefer einzudecken.

Gutshaus in Alt-Hohenschönhausen: Haustechnik und Restaurierung unter denkmalpflegerischen Vorgaben

Innenräume während der laufenden Restaurierung

Blick in einen der Innenräume während der laufenden Restaurierung. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Derzeit rücken vor allem die technischen Installationen in den Mittelpunkt. Die Integration moderner Haustechnik stellt das Planungsteam von Stolzenberg Architekten vor besondere Herausforderungen, da zahlreiche Einbauten unter Denkmalschutz stehen. Leitungen, Anschlüsse und technische Anlagen müssen daher so eingebunden werden, dass sie die historische Bausubstanz nicht beeinträchtigen.

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Im Innenausbau legt das Projektteam besonderen Wert auf die behutsame Restaurierung des Bestands. Dabei werden Wandflächen freigelegt und historische Oberflächen gesichert, um die bewegte Geschichte des Hauses sichtbar zu machen. Gleichzeitig bereitet man die Räume schrittweise auf ihre künftige Nutzung vor.

Historische Funde im Bestandsgebäude bleiben erhalten: Wandmalereien, Stuck und Umbauten von früheren Nutzungen

Freigelegter barocker Stuck im Eingangsbereich

Freigelegter barocker Stuck im Eingangsbereich, der unter späteren Einbauten zum Vorschein kam. Die Elemente werden im Rahmen der Sanierung aufgearbeitet, um sie für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Das über 300 Jahre alte Gebäude trägt zahlreiche Spuren seiner Geschichte in sich. Im Laufe der Jahrhunderte nutzten unterschiedliche Eigentümer das Gutshaus. Es wurde unter anderem privat, als Sozialeinrichtung und später als Klinik genutzt. In den 2000er-Jahren nutzte der Förderverein den ehemaligen Gutshof als Veranstaltungsort und füllte ihn mit vielfältigen kulturellen Angeboten. Auch baulich veränderte man das Haus mehrfach, etwa indem man das Treppenhaus versetzte oder aus der Mode gekommene Einbauten umbaute.

Bei den aktuellen Arbeiten traten unter mehreren Farbschichten verschiedene historische Wandmalereien zutage. Unter jugendstiltypischen Abhängungen kam zudem ursprünglich eingebauter barocker Stuck zum Vorschein, der insbesondere im Eingangsbereich wieder aufgearbeitet wird. Darüber hinaus entdeckte man im Keller Symbole aus der NS-Zeit, die erhalten und klar gekennzeichnet werden sollen. Der verantwortliche Architekt und Bauleiter Christoph Stolzenberg betont, man wolle mit den unterschiedlichen Stilelementen bewusst arbeiten, um die Geschichte des Hauses sichtbar zu machen.

Neue Zukunft für das Gutshaus: Veranstaltungsräume, Gastronomie-Bereich und Garten sind geplant

Gutshaus Hohenschönhausen, Berlin

Im Erdgeschoss entstehen ein gastronomisches Angebot sowie Ausstellungsräume. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Nach Abschluss der Sanierung soll das Gutshaus vielfältig nutzbar sein. Neben öffentlichen Kultur-, Freizeit- und Bildungsveranstaltungen plant NEUES BERLIN Räume für private Feiern, Hochzeiten, Geburtstage sowie Tagungen und Vereins- oder Gremientreffen. Die Genossenschaft will die laufenden Kosten durch Vermietungen decken, verfolgt jedoch kein rein kommerzielles Konzept. Vielmehr soll das Haus allen Menschen im Kiez offenstehen, unabhängig von Alter oder Hintergrund.

Im Dachgeschoss entsteht ein großer Veranstaltungsraum, den ein separates Treppenhaus im geplanten Anbau erschließt. Im Erdgeschoss ergänzen ein Gastronomie-Bereich sowie Ausstellungsräume das Angebot. Zudem sind Werkstatträume, ein Proberaum und möglicherweise ein Raum für das Standesamt vorgesehen. Auch der Garten mit seiner alten Baumsubstanz bleibt Teil des Konzepts und soll öffentlich zugänglich werden. Die Fertigstellung des Projekts planen die Beteiligten weiterhin für das Jahr 2026.

Keller Gutshaus Hohenschönhausen, Berlin

Im Keller des Gutshauses traten bei den Arbeiten Symbole aus der NS-Zeit zutage. Die Darstellungen werden erhalten und deutlich gekennzeichnet, um die historische Vergangenheit des Hauses sichtbar und einordbar zu machen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Quellen: Wohnungsbaugenossenschaft NEUES BERLIN eG, Stolzenberg Architekten, Christof Schubert Architekten, Förderverein Schloss Hohenschönhausen, ZRS Ingenieure

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2 Kommentare

  1. g-man 12. Februar 2026 at 16:16 - Reply
  2. Löwe 15. Februar 2026 at 09:41 - Reply

    Zitat,“Geschichte bewahren, Zukunft gestalten..um 1690 errichtet und zählt zu den ältesten Bauwerken des Ortsteils.“

    Sehr schön, leider sieht man auch im Titelbild wie unpassend die hohen Plattenbauten in der Kulisse, der Sicht des Schlosses aufragen, man könnte auch sagen drohen. Wenigsten existiert es noch und wird nun mal wieder restauriert, auch mit Mut zu dunkler Vergangenheit, was ich wichtig finde.

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