Das Amtsgericht Berlin-Charlottenburg hat das vorläufige Insolvenzverfahren gegen die Belle Époque Quartier Gehrensee GmbH aufgehoben. Der Antrag beruhte offenbar auf einem Fehler in einer steuerlichen Veranlagung. Damit verändert sich die Ausgangslage für eines der größeren Berliner Wohnbauprojekte der vergangenen Jahre.

In Alt-Hohenschönhausen will die Belle Époque Quartier Gehrensee GmbH gemeinsam mit der HOWOGE ein neues Wohnquartier errichten. / © Visualisierung: HOWOGE

© Visualisierungen: HOWOGE

 

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Am 22. Juli 2025 hat das Amtsgericht Berlin-Charlottenburg das vorläufige Insolvenzverfahren gegen die Belle Époque Quartier Gehrensee GmbH aufgehoben. Der Insolvenzantrag war am 16. Juli durch das zuständige Finanzamt gestellt worden, basierte aber offenbar auf einer fehlerhaften steuerlichen Einschätzung.

Die betroffene Gesellschaft hat ihren Sitz am Kurfürstendamm und gehört zur Berliner Projektentwicklungsgruppe Belle Époque. Mit dem Gerichtsbeschluss entfallen auch die zuvor angeordneten Einschränkungen im Rechtsverkehr, sodass das Unternehmen wieder uneingeschränkt handeln kann.

Behördliche Ursache für Antrag: Fehlerhafte Steuerveranlagung führte zu Verfahren

Scheinbar führte eine unzutreffende Steuerforderung des Finanzamts zur Einleitung des vorläufigen Insolvenzverfahrens. Ob der Antrag inzwischen formell zurückgezogen wurde oder das Gericht auf Grundlage neuer Informationen selbstständig handelte, ist nicht abschließend geklärt.

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Fest steht jedoch: Die finanzielle Situation der Gesellschaft wurde im Zuge der Klärung offenbar nicht als grundlegend zahlungsunfähig bewertet. Für Geschäftspartner und Beteiligte bedeutet das eine gewisse Stabilisierung der Situation.

Großprojekt in Alt-Hohenschönhausen: Entwicklung an der Gehrenseestraße bleibt unklar

Die Belle Époque Quartier Gehrensee GmbH ist Trägerin eines geplanten Bauprojekts im Bezirk Alt-Hohenschönhausen. Auf einem fast 39.000 Quadratmeter großen Areal an der Gehrenseestraße war ein gemischtes Quartier mit Wohnungen, Kitas, Schulen und Gewerbeflächen vorgesehen.

Geplant war eine Zusammenarbeit mit der landeseigenen HOWOGE. Trotz der nun aufgehobenen Sicherungsmaßnahmen ist noch offen, wann und in welcher Form das Projekt fortgesetzt werden kann.

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Weitere Gesellschaften betroffen: Insolvenzverfahren in Lichtenberg weiterhin offen

Neben dem Projekt an der Gehrenseestraße sind auch zwei weitere Gesellschaften der Belle Époque Gruppe betroffen, die in Lichtenberg Flächen am Landschaftspark Herzberge entwickeln wollten.

Diese Verfahren wurden ebenfalls im Juli 2025 eingeleitet, bleiben jedoch weiterhin bestehen. Ob die Planungen an diesen Standorten fortgeführt oder angepasst werden müssen, ist derzeit nicht bekannt.

 

Quellen: Verbraucherschutzforum Berlin, BE Management GmbH, Bezirksamt Lichtenberg von Berlin, Thomas Daily, Immobilien Zeitung

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