Berlin setzt Rekorde bei der Finanzierung von Klima- und Umweltschutz: Über 570 Millionen Euro sollen in den kommenden zwei Jahren in Projekte von Geothermie bis Schwammstadt fließen. Gleichzeitig zeigten Kürzungen beim BäumePlus-Gesetz erst vor wenigen Wochen, dass ambitionierte Ziele und knapper Haushalt schwer zusammenpassen.

Versunkener See, Moor

Berlin plant, seine Stadtlandschaften gezielt zu renaturieren und klimaresilient zu gestalten. Zu den Maßnahmen gehört es, vernachlässigte Flächen Schritt für Schritt wieder in natürliche Lebensräume umgewandelt werden – ein Beispiel dafür ist das Moorgebiet Versunkener See in Rahnsdorf, das derzeit wiedervernässt und zu einem artenreichen Feuchtlebensraum entwickelt wird. / © Foto: Stiftung Naturschutz Berlin, S. Bengelsdorf

© Foto Titelbild: depositphotos.com

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Berlin will seine Klimapolitik massiv verstärken. Die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt (SenMVKU) erhält deshalb für die kommenden zwei Jahre über 570 Millionen Euro, dazu kommen bis 2030 rund 2,3 Milliarden Euro aus dem Klimapakt. Mit dem Geld sollen vor allem landeseigene Unternehmen ihre CO₂-Emissionen reduzieren und die Klimaziele der Hauptstadt erreicht werden.

Senatorin Ute Bonde bezeichnet die Mittel als „orientiert an Realitäten und Wählerwillen“ und sieht sie als Grundlage für eine klimaresiliente Stadt. Bis 2030 soll der CO₂-Ausstoß um 70 Prozent sinken. Dazu zählen unter anderem die Umsetzung des Baumentscheids sowie die Ausarbeitung einer umfassenden Klimaanpassungsstrategie im Herbst 2026.

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Berliner Klimapolitik: Geothermie und Schwammstadt im Fokus

Wie die SenMVKU mitteilt, liegt ein Schwerpunkt der Investitionen auf der Dekarbonisierung der Wärmeversorgung. Der geplante Wärmeplan soll Gebäudeeigentümerinnen und Eigentümern Orientierung für klimaneutrale Wärme geben. Geothermie gewinnt dabei an Bedeutung: Bohrungen in der Oberflächennahen Geothermie dürfen künftig tiefer als 100 Meter erfolgen. Erste Probebohrungen und 2D-Seismik-Messungen in Marzahn und Lichtenberg zeigen vielversprechendes Potenzial. Stadtweite 3D-Seismik und weitere Probebohrungen sind für 2028 vorgesehen.

Auch die Schwammstadt-Strategie schreitet voran. Der Gendarmenmarkt erhielt im März 2025 ein neues Regenwassermanagement, und Moorflächen wie am Versunkenen See in Rahnsdorf werden renaturiert. Moore speichern Kohlenstoff und sind Rückzugsorte für seltene Tier- und Pflanzenarten.

Ein Highlight sei laut Senat außerdem der Deutsche Naturschutztag im März 2026, der Fachleute bundesweit nach Berlin bringen und Themen von Natur, Stadtentwicklung und Klimaanpassung sichtbar machen soll.

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BäumePlus-Gesetz: Ambition trifft auf Finanzierungslücke

Wenige Wochen nach der Verabschiedung des BäumePlus-Gesetzes zeigt sich jedoch, dass die Umsetzung solcher Projekte oft herausfordernd bleibt. Zwar stellt der Senat rund 700 Millionen Euro für Pflanzungen, Pflege und Erhalt von Stadtbäumen sowie 300 Millionen für Wasserinfrastruktur bereit. Die geschätzten Gesamtkosten von bis zu 3,2 Milliarden Euro werden damit aber nur teilweise abgedeckt.

Vertreter von Umweltinitiativen warnen, dass zentrale Maßnahmen wie die 1-zu-3-Regel für gefällte Bäume ohne zusätzliche Mittel kaum realisierbar seien. Die Koalition aus CDU und SPD betont hingegen eine „schrittweise“ Umsetzung und verweist auf die Notwendigkeit einer realistischen Haushaltsplanung. Die Debatte zeigt, wie schwer die Balance zwischen ambitionierter Klimapolitik und knappen Ressourcen ist.

Zwischen Rekordausgaben und Umsetzungsdruck: Berlin auf dem Weg zur klimaresilienten Stadt?

Berlin investiert Rekordsummen in Klimapakt, Geothermie, Schwammstadt und Moorrenaturierung. Gleichzeitig bleiben wichtige Projekte wie BäumePlus teilweise unterfinanziert. Ob die Hauptstadt ihre Klimaziele und die Pflanzung von einer Million Stadtbäume bis 2040 erreichen kann, hängt damit entscheidend von politischen Prioritäten und künftigen Finanzentscheidungen ab.

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Quellen: Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt (SenMVKU), BaumEntscheid Berlin, Berliner Morgenpost, Tagesspiegel, Verein der Freunde und Förderer des Gendarmenmarkts, Bezirksamt Mitte, Architektur Urbanistik Berlin, Grün Berlin, bbz Landschaftsarchitekten

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