Der nördliche Teil des Gendarmenmarkts soll vorerst nicht grundlegend saniert werden. Eine Anfrage im Abgeordnetenhaus zeigt, welche Veränderungen bei Begrünung, Bänken und einer möglichen Marktnutzung denkbar sind.

Die bestehenden Baumreihen prägen weiterhin die Ränder des Gendarmenmarkts. Im Zuge der jüngsten Sanierung wurde jedoch darauf verzichtet, zusätzliche Baumstandorte auf der zentralen Platzfläche zu schaffen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
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Der neu gestaltete Gendarmenmarkt gehört zu den bekanntesten Plätzen Berlins. Doch während der zentrale Bereich umfassend erneuert wurde, blieb der nördliche Teil des Platzes außen vor. Eine Schriftliche Anfrage des CDU-Abgeordneten Lucas Schaal wollte nun wissen, wie es dort weitergehen könnte, und welche Möglichkeiten es für mehr Grün, Toiletten oder einen regelmäßigen Markt gibt.
Nach Angaben des Bezirksamts Mitte besteht derzeit jedoch kein Plan für eine grundhafte Sanierung des nördlichen Gendarmenmarkts. Bei der öffentlichen Beteiligung zur Neugestaltung sei entschieden worden, diesen Bereich nicht in die Umgestaltung einzubeziehen. Der Bezirk bewertet seinen Zustand dennoch als „ordentlich“. Von den insgesamt 125 Bäumen auf dem Gendarmenmarkt weisen demnach die meisten keine oder nur geringe Schäden auf. Bei 45 Bäumen liegt der Schädigungsgrad zwischen 26 und 60 Prozent.
Nördlicher Gendarmenmarkt: Historische Bänke werden erneuert
Verbessern soll sich zumindest die Ausstattung des nördlichen Bereichs. Der Austausch der dortigen Bänke wurde laut Bezirksamt bereits veranlasst. Für die historischen Bänke sind spezielle Holzbelattungen bestellt worden. Nach der Instandsetzung sollen die Sitzgelegenheiten zudem ortsfest verankert werden.
Eine zusätzliche Wasserentnahmestelle für das Gießen der Bäume gibt es bislang nicht. Ob eine solche Einrichtung technisch möglich wäre, wurde nach Angaben des Bezirksamts bisher nicht geprüft. Auch eine Rückkehr des sogenannten Café Achteck ist derzeit nicht vorgesehen. Das 2003 aufgestellte Modell war 2019 wegen seines schlechten Zustands abgebaut worden. Die Außenhülle wurde eingelagert. Eine öffentliche Toilettenanlage ist inzwischen an anderer Stelle vorhanden; eine weitere ist aktuell nicht geplant.

Das ehemalige Café Achteck am Gendarmenmarkt wurde 2019 wegen seines schlechten Zustands abgebaut. Die erhaltene Außenhülle ist weiterhin im Besitz des Landes Berlin eingelagert. / © Foto: Wikimedia Commons, Troismarteaux von flickr.com, CC BY 2.0
Mehr Grün: Pflanzkübel wären grundsätzlich möglich
Mehr Grün auf dem Platz ist aus Sicht des Senats dennoch nicht ausgeschlossen. Temporäre Pflanzkübel könnten grundsätzlich zum Hitzeschutz und zur Beschattung beitragen. Allerdings müssten sie sich in die Gestaltung des denkmalgeschützten Platzes einfügen. Eine frühere Idee der ansässigen Gastronomie, die eigenen Bereiche mit bepflanzten Kübeln abzugrenzen, wurde deshalb abgelehnt.
Auch ein regelmäßiger Markt wäre grundsätzlich denkbar, heißt es in der Anfrage. Das 2025 verabschiedete „Handbuch Gendarmenmarkt“ begrenzt die Marktnutzung allerdings auf maximal 60 Tage im Jahr einschließlich Auf- und Abbau. Großveranstaltungen dürfen höchstens an 20 Tagen stattfinden. Ein Markt müsste zudem zum repräsentativen Charakter des Platzes passen und denkmalrechtliche sowie organisatorische Vorgaben erfüllen.
Spielraum für Veränderungen am Gendarmenmarkt bleibt begrenzt
Der nördliche Gendarmenmarkt zeigt damit beispielhaft, wie schwierig es sein kann, historische Ansprüche und heutige Anforderungen an einen öffentlichen Platz miteinander zu verbinden. Mehr Schatten, zusätzliche Nutzungen oder ein attraktiveres Angebot können die Aufenthaltsqualität erhöhen; zugleich soll der denkmalgeschützte Charakter des Platzes erhalten bleiben. Wie viel Veränderung an einem solchen historischen Ort möglich und sinnvoll ist, dürfte deshalb auch künftig eine Frage der Abwägung bleiben.
Gendarmenmarkt
Quellen: Abgeordnetenhaus Berlin, Drucksache 19 / 26 704, Schriftliche Anfrage, Grün Berlin GmbH
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