Seit drei Jahrzehnten planen Berlin und Brandenburg ihre räumliche Entwicklung gemeinsam. Eine länderübergreifende Behörde stimmt dabei Wohnen, Gewerbe, Verkehr und Freiraumschutz aufeinander ab. Zum Jubiläum rückt nun die Frage in den Mittelpunkt, wie sich die wachsenden Flächenkonkurrenzen in der Hauptstadtregion ausgleichen lassen.

Stahlträgerbrücke in hellem Grün, die sich über ein breites Gewässer spannt und das Ufer von Potsdam mit dem Berliner Ufer verbindet, im Vordergrund eine Wiese mit Büschen, im Hintergrund bewaldete Ufer unter blauem Himmel.

Die Glienicker Brücke verbindet Potsdam und Berlin über die Havel und steht damit für die enge Verflechtung beider Länder. Genau diese länderübergreifende Entwicklung steuert seit dem 1. Januar 1996 die Gemeinsame Landesplanungsabteilung Berlin-Brandenburg, die für Raumordnung und Landesplanung in beiden Ländern zuständig ist. / © Foto: Wikimedia Commons, Uwca at German Wikipedia

© Titelbild: Wikimedia Commons, Ralf Roletschek

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Die Gemeinsame Landesplanungsabteilung Berlin-Brandenburg nahm zum 1. Januar 1996 ihre Arbeit auf. Sie ist für Raumordnung und Landesplanung in beiden Ländern zuständig und nimmt die Aufgaben der jeweils obersten Raumordnungsbehörden wahr. Zugleich gehört sie sowohl zur Berliner Senatsverwaltung als auch zum brandenburgischen Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung.

Ihr Auftrag besteht darin, die Entwicklung der Hauptstadtregion über die Ländergrenze hinweg zu steuern. Deshalb bringt sie Flächen für Wohnungen, Gewerbe und Industrie mit dem Raum für Erneuerbare Energien, Leitungstrassen, Landwirtschaft, Natur und Rohstoffsicherung zusammen.

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Zusammenarbeit zwischen Berlin und Brandenburg: Ein bundesweit einmaliges Modell

Zum 30-jährigen Bestehen richten beide Länder eine gemeinsame Fachveranstaltung aus. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich begrenzte Flächen künftig verteilen lassen. Infrastrukturminister Robert Crumbach erklärte, Berlin und Brandenburg seien in vielen Bereichen eng verbunden, und die gemeinsame Betrachtung sei ein großer Vorteil. Wo viele Ansprüche auf wenig Fläche träfen, brauche es jedoch viel Abstimmung und tragfähige Kompromisse.

Senator Christian Gaebler betonte, die gemeinsame ministerielle Planungsabteilung sei vor 30 Jahren ein Novum gewesen und bleibe bis heute bundesweit einmalig. Die gesammelten Erfahrungen würden international von anderen Metropolregionen oft nachgefragt. Heute gehe es vor allem darum, in einem dichter werdenden Raum die Bedarfe für Wohnbauflächen, Gewerbe und Erneuerbare Energien zu sichern.

Aufgaben der Landesplanung: Vom Raumordnungsplan bis zum Freiraumschutz

Die Aufgaben der Behörde ergeben sich aus dem Landesplanungsvertrag. Dazu zählen die Aufstellung und Fortschreibung des gemeinsamen Landesraumordnungsplans sowie die Erarbeitung von Strategien für die Raumentwicklung. Außerdem genehmigt sie Regionalpläne und stellt die Braunkohlen- und Sanierungspläne nach brandenburgischem Recht auf.

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Hinzu kommen die Anpassung der Bauleitpläne an die gemeinsamen Ziele sowie raumordnerische Verfahren. Einen wichtigen Rahmen setzt der Landesentwicklungsplan Hauptstadtregion, der am 1. Juli 2019 in Kraft trat. Er behandelt unter anderem die zentralörtliche Gliederung, die Siedlungsentwicklung, den großflächigen Einzelhandel, den Freiraumverbund und die Energie.

Steuerung in der Praxis: Beispiele aus Grünheide und dem Berliner Nordosten

Wie die Steuerung praktisch wirkt, zeigt das Tesla-Umfeld in Grünheide. Dort hat die Landesplanung gemeinsam mit den Gemeinden ein Umfeldentwicklungskonzept erarbeitet und so die Siedlungsentwicklung in der Region koordiniert.

Ein weiteres Beispiel ist das Achsenentwicklungskonzept Pankow-Wandlitz. Seit Februar 2019 begleitet eine von der Behörde moderierte Steuerungsgruppe mit zehn Akteuren das Vorhaben. Das Konzept wurde Ende 2022 fertiggestellt und im Juni 2023 abgenommen. Es erfasst 48 Maßnahmen, darunter 14 Schlüsselmaßnahmen, und benennt zugleich Zielkonflikte zwischen Wachstum, Infrastruktur und Freiraumschutz.

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Quellen: Gemeinsame Landesplanung Berlin-Brandenburg

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