In Frankfurt-Höchst zeigt das selbstverwaltete Wohnprojekt „sonara“, wie kollektives Eigentum und gemeinschaftliche Strukturen miteinander verbunden werden, um nicht nur konstante Mieten und verlässliche Wohnsicherheit zu schaffen, sondern auch soziale Kontakte und geteilte Verantwortung im Alltag zu fördern.

Wohnprojekt "sonara" in Frankfurt

Die Genossenschaft sonara eG realisierte das Wohnhaus in der Bolongarostraße 112. / © Foto: sonara eG

© Fotos: sonara eG

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In immer mehr Städten entstehen Wohnformen, die Gemeinschaft, Nachhaltigkeit und Flexibilität miteinander verbinden, weil steigende Mieten, veränderte Lebensstile und der Wunsch nach sozialer Vernetzung neue Wege des Zusammenlebens erfordern. Co-Living, Mehrgenerationenhäuser oder Baugruppen gewinnen an Bedeutung, da sie Wohnraum effizient nutzen, soziale Kontakte erleichtern und gemeinsame Nutzung von Ressourcen wie Küche, Garten oder Energieanlagen ermöglichen.

Das Wohnprojekt „sonara“ in Frankfurt-Höchst zeigt, wie dieser Trend konkret umgesetzt werden kann: ein selbstverwaltetes Haus für zwanzig Personen, das gemeinschaftliche Räume, nachhaltige Architektur und kollektives Eigentum vereint.

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Gemeinschaftlich geplant, kollektiv verwaltet: So schafft „sonara“ Wohnsicherheit und stabile Mieten

Die Genossenschaft sonara eG realisierte 2025 das Wohnhaus in der Bolongarostraße 112. Gegründet wurde sonara bereits 2020 von einer Freundesgruppe, die nach der Studienzeit das gemeinschaftliche Wohnen fortführen und gleichzeitig Konzepte für eine gerechtere Verteilung von Care-Arbeit entwickeln wollte.

Das Haus wird als kollektives Eigentum der Genossenschaft verwaltet, wobei die Mieten ausschließlich die Kosten für Unterhalt und Betrieb abdecken und keine Rendite erzielt wird. Auf diese Weise können stabile Mieten gesichert und ein hohes Maß an Wohnsicherheit gewährleistet werden, während die Bewohnerinnen und Bewohner gleichzeitig von der gemeinschaftlichen Organisation und den geteilten Ressourcen des Hauses profitieren.

Flexibles Wohnen für unterschiedliche Lebensphasen mit Fokus auf Gemeinschaft und Nachhaltigkeit

Das Grundstück in der Bolongarostraße wurde im Rahmen eines Konzeptverfahrens der Stadt Frankfurt vergeben, woraufhin die Genossenschaft 2020 den Auftrag erhielt, den Entwurf für das Wohnhaus zu planen. Gemeinsam mit Klaus Korbjuhn und Katharina Kreiss vom ag plus, netzwerk für architektur und gestaltung, entwickelten sie ein Konzept, das sowohl gemeinschaftliches Wohnen als auch ökologische Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt stellt.

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Die Wohnungen verbinden kleine Privaträume mit großzügigen Gemeinschaftsbereichen, lassen sich bei Bedarf flexibel vergrößern oder verkleinern und bieten damit ein anpassbares Wohnkonzept für unterschiedliche Lebensphasen.

Flexibles Miteinander und geteilte Aufgaben: Alltagserfahrungen in einem selbstverwalteten Haus

Die Bewohnerschaft ist vielseitig, sowohl in Alter als auch Beruf, und auch ihre Gründe für den Einzug variieren: Einige suchten nach einer Mietkündigung nach Sicherheit, andere wollten mehr Mitbestimmung über ihr Zuhause. Um diesen unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht zu werden, organisiert sich das Zusammenleben über Hausversammlungen. Arbeitsgruppen bereiten einzelne Themen vor, sodass Entscheidungen gemeinsam getroffen und getragen werden können.

Selbstverwaltung verlangt Engagement, aber die Verantwortung verteilt sich auf viele Schultern. Im Alltag übernehmen die Mitbewohnerinnen und Mitbewohner flexibel Aufgaben, wenn einzelne Unterstützung benötigen, etwa beim Einkaufen oder Putzen.

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Zwischen Raumgestaltung und Lebensgewohnheiten: „sonara“ als Modell für städtisches Zusammenleben

Am Beispiel des Wohnprojekts „sonara“ wird deutlich, wie Architektur und Alltagsroutinen ineinandergreifen können. Die Gestaltung des Hauses mit flexiblen Wohnungen, gemeinschaftlichen Flächen und nachhaltigen Lösungen schafft Rahmenbedingungen, die soziale Interaktion, gegenseitige Unterstützung und ressourcenschonendes Leben fördern.

Zugleich zeigt das Projekt, wie gesellschaftliche Veränderungen wie steigende Wohnkosten, der Wunsch nach Gemeinschaft und ein zunehmendes ökologisches Bewusstsein in räumlichen Konzepten umgesetzt werden, sodass Architektur nicht nur auf bestehende Gewohnheiten reagiert, sondern diese aktiv mitgestaltet.

Wohnprojekt "sonara" in der Bolongarostraße Frankfurt

Die Wohnungen verbinden kleine Privaträume mit großzügigen Gemeinschaftsbereichen. / © Foto: sonara eG

Wohnprojekt "sonara" in der Bolongarostraße Frankfurt

© Foto: sonara eG

Quellen: sonara, Frankfurter Rundschau, Die Architekt

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