Das geplante Wohnquartier „Gehrenseehöfe“ in Alt-Hohenschönhausen soll knapp 1.000 Wohnungen bringen. Doch der Baustart ist erst für Oktober 2028 vorgesehen. Eine aktuelle Schriftliche Anfrage zeigt, warum das Verfahren noch mehrere Jahre beanspruchen wird.

Quartier Lilienthal, Berlin-Mitte

Das Wohn- und Gewerbequartier „Quartier Lilienthal“ könnte als Orientierung für das geplante Neubauprojekt an der Gehrenseestraße dienen. Denn auch hier wird derzeit eine Parkplatzfläche zu einem neuen Wohnquartier umgestaltet. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Foto Titelbild: IMAGO 

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Auf dem Areal an der Ecke Gehrenseestraße/Wollenberger Straße soll mit den „Gehrenseehöfen“ ein neues Wohnquartier entstehen. Geplant sind knapp 1.000 Wohnungen, dazu Gewerbeflächen, zwei Kitas und eine Grundschule. Projektpartner sind die HOWOGE und das Unternehmen Belle Epoque.

Seit Jahren fragen Anwohnende nach dem Fortschritt, wie die CDU in Hohenschönhausen mitteilt. Nun liefert eine Schriftliche Anfrage des Abgeordneten Prof. Dr. Martin Pätzold im Abgeordnetenhaus neue Details. Das Projekt ist Teil des Bebauungsplanverfahrens 11-165. Ende 2024 und Anfang 2025 fand die gesetzlich vorgeschriebene Behördenbeteiligung statt. 2025 wurden Stellungnahmen ausgewertet und Fachgutachten überarbeitet. Eine erneute Behördenbeteiligung steht noch aus.

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Gehrenseehöfe: Bebauungsplan verzögert Baustart bis 2028

Der derzeit kommunizierte Baustart im Oktober 2028 hängt unmittelbar mit dem laufenden Bebauungsplanverfahren zusammen. Laut Senat müssen vor der Festsetzung noch mehrere Schritte erfolgen: eine erneute Behördenbeteiligung, die Unterzeichnung städtebaulicher Verträge, die öffentliche Auslegung sowie der abschließende Beschluss.

Erst nach der Festsetzung kann die HOWOGE mit der konkreten Entwurfs- und Objektplanung beginnen und den Bauantrag stellen. Allein dieser Planungsschritt werde mindestens zwölf Monate dauern. Hinzu kommen bauvorbereitende Maßnahmen. Diese Abfolge erklärt den Zeithorizont bis 2028.

Infrastruktur für das Quartier Gehrenseestraße: Schule, Kita und Straßenumbau

Mit dem Quartier wachsen die Anforderungen an die soziale und technische Infrastruktur. Vorgesehen sind eine Grundschule, eine Kita sowie öffentliche und private Spielplätze. Das Schulgrundstück sei inzwischen zwischen den Eigentümern abgestimmt worden.

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Auch verkehrlich sind Anpassungen geplant. Die Wollenberger Straße und Teile der Gehrenseestraße sollen umgebaut werden. Zudem sind Stellplätze und alternative Mobilitätsangebote vorgesehen. Damit soll der zusätzliche Bedarf durch das neue Quartier aufgefangen werden.

Gehrenseehöfe Alt-Hohenschönhausen: Rund 1.000 Wohnungen warten auf Planfestsetzung

Das Projekt zählt zu den größeren Wohnungsbauvorhaben im Bezirk Lichtenberg. Die Dimension und die Vielzahl beteiligter Akteure führen zu einem komplexen Verfahren. Gleichzeitig wächst im Kiez die Erwartung, dass nach Jahren der Ankündigungen sichtbare Fortschritte folgen.

Ein Blick nach Berlin-Mitte zeigt, wie ein solches Projekt aussehen könnte. An der Köpenicker Straße entsteht derzeit das „Quartier Lilienthal“, ein Bauvorhaben der WBM Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte. Dort wird eine frühere Parkplatzfläche bis 2026 zu einem gemischt genutzten Quartier mit rund 102 Mietwohnungen und etwa 8.000 Quadratmetern Gewerbefläche umgewandelt.

Ob der Zeitplan für die Gehrenseehöfe bis 2028 gehalten werden kann, hängt nun maßgeblich vom weiteren Verlauf des Bebauungsplanverfahrens ab. Vor einem Baustart müssen noch mehrere formale Schritte abgeschlossen werden. Bis dahin bleibt das Areal an der Gehrenseestraße eine große Fläche mit großem Potenzial, aber ohne Baukräne.

Quellen: Abgeordnetenhaus Berlin, Newsletter CDU Hohenschönhausen, WBM Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte MBH

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