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Zwei Gebäude in der Berliner Tauentzienstraße stehen vor einer städtebaulichen Neudefinition. Wo bisher monofunktionale Verkaufsflächen dominierten, soll nun ein modernes, vielseitig nutzbares Gebäudeensemble entstehen.
Schuhgeschäft Leiser neben dem P&C in der Tauentzienstraße, noch vor der Schließung

Gleich neben dem P&C befand sich einst das Traditionsschuhgeschäft „Leiser“ am Tauentzien. Die beiden Gebäude sollen nun zu einem einheitlichen, gemischt genutzten Ensemble zusammengeführt werden, das Handel, Büros, Gastronomie sowie Kultur- und Freizeitangebote vereint und die bisherige Baulücke in der Straße schließt. / © Foto: Wikimedia Commons, Alice Wiegand, CC-BY-SA-4.0

© Titelbild: Wikimedia Commons, Craig White, CC BY 2.0

 

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An der Tauentzienstraße 19–20 in Berlin soll ein neues, gemischt genutztes Gebäudeensemble entstehen. Projektentwickler Midstad hat dafür ein Mehrfachbeauftragungsverfahren ausgelobt. Das Projekt befindet sich an prominenter Stelle: Das geplante Gebäude grenzt direkt an das traditionsreiche Kaufhaus des Westens und könnte eine bislang bestehende Lücke im Stadtgefüge schließen.

Ziel des Verfahrens ist die Entwicklung eines städtebaulich und funktional überzeugenden Gesamtkonzepts. Im Mittelpunkt der Entwurfsaufgabe steht ein Konzept, das die beiden Gebäude an der Tauentzienstraße 19 und 20 verbindet. Es soll nicht nur den architektonischen Ansprüchen des Ortes entsprechen, sondern auch Identität stiften und den vielfältigen Anforderungen der künftigen Nutzungen gerecht werden. Darüber hinaus gehören Vorgaben zur Adressbildung, zur Erschließung, zur Gestaltung von Eingangssituationen und Vordächern sowie zur Einbindung in den Stadtraum zu den Aufgaben der Planungsbüros.

Tauentzienstraße-Transformation: Multi-Use-Konzept findet auch in anderen Städten Anwendung

Derzeit nutzt das Modehaus Peek & Cloppenburg die Flächen an der Tauentzienstraße 19–20. Doch auch in Berlin stellt sich zunehmend die Frage, wie Stadtplaner künftig mit dem wachsenden Leerstand großer Warenhäuser umgehen. Der Projektentwickler Midstad will diese Thematik aufgreifen und setzt in zahlreichen Städten neue Konzepte um. Neben Berlin ist das Unternehmen unter anderem in Köln, Düsseldorf, Innsbruck und Frankfurt mit vergleichbaren Vorhaben aktiv.

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Das Konzept folgt dabei einem wiederkehrenden Muster: Aus monofunktionalen Verkaufsflächen sollen multifunktionale Strukturen entstehen, die unterschiedliche Gesellschaftsschichten ansprechen und eine Vielzahl von Nutzungen vereinen. In Berlin hat Midstad bereits an der Schlossstraße in Steglitz gezeigt, wie sich reine Einzelhandelsflächen in gemischt genutzte Gebäude mit Wohnungen, Büros, Gastronomie und Kulturangeboten verwandeln lassen können.

Peek & Cloppenburg Umbau: Bauarbeiten erfolgen während des laufenden Betriebs

Das bestehende Gebäude an der Tauentzienstraße 19 will Midstad von einem reinen Einzelhandelsobjekt in ein Gebäude umwandeln, in dem unterschiedlichste Nutzungen möglich werden. Geplant sind Handelsflächen, moderne Bürokonzepte, gastronomische Angebote sowie Räume für Fitness und Gesundheit. Diese Nutzungen sollen durch eine Multifunktionshalle ergänzt werden, die künftig Kultur- und Sportveranstaltungen aufnehmen soll. Bemerkenswert ist, dass die geplante Transformation bei weiterlaufendem Betrieb stattfinden soll.

Auch das benachbarte Gebäude an der Tauentzienstraße 20, das zuvor vom Schuheinzelhändler Leiser genutzt wurde, ist Teil des Plans. Zwischenzeitlich war hier ein Büroprojekt von Signa Real Estate vorgesehen, das aufgrund der Insolvenz des Unternehmens nicht umgesetzt wurde. Stattdessen soll nun ein Neubau entstehen, der nahtlos in das Gesamtkonzept integriert wird. Vorgesehen sind ebenfalls Einzelhandel, Büros und Gastronomie. Auf diese Weise soll ein gemischt genutztes Ensemble entstehen, das die Tauentzienstraße neu definiert und zugleich den Stadtraum stärkt.

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Midstad lädt internationale Teilnehmer ein: Vier Büros entwickeln Konzepte

Das Verfahren zur Entwicklung des neuen Gebäudeensembles begann am 4. August 2025 mit der Ausgabe der Unterlagen. Bis zum 17. Oktober 2025 reichen die teilnehmenden Büros ihre finalen Entwürfe ein. Am 31. Oktober 2025 fällt das Beurteilungsgremium seine Entscheidung. Vor der Jurysitzung stellt eine öffentliche Abschlusspräsentation das Bauvorhaben vor und ermöglicht Bürgerinnen und Bürgern, eigene Anregungen einzubringen.

Für die Mehrfachbeauftragung gewann Midstad vier international renommierte Architekturbüros: UNStudio aus Amsterdam, Herzog & de Meuron aus Basel, Holger Meyer Architekten aus Frankfurt am Main sowie das Londoner Büro Heatherwick Studio. Bei der Bewertung der Entwürfe spielen die städtebauliche Konzeption und die architektonische Qualität eine zentrale Rolle. Darüber hinaus achten die Juroren auf die äußere Erschließung, die Gestaltung der Eingangssituationen und die Einbindung in den Stadtraum. Weitere Kriterien sind die Wirtschaftlichkeit der Konzepte, ihre Nachhaltigkeit, die technische Realisierbarkeit sowie die Frage, in welchem Umfang der bestehende Gebäudebestand in die neuen Planungen integriert werden kann.

Projektentwickler Midstad plant bedeutenden Umbau: Vorzeigeprojekt Tauentzienstraße?

Mit dem Vorhaben an der Tauentzienstraße greifen die Projektentwickler eine der zentralen Fragen der Berliner Innenstadtentwicklung auf: Wie lassen sich monofunktionale Einzelhandelsflächen in lebendige, vielseitig genutzte Stadträume verwandeln? Das geplante Ensemble soll zeigen, wie eine Kombination aus Handel, Arbeit, Gastronomie, Kultur- und Freizeitangeboten zu einer dauerhaften Belebung beitragen kann. Damit schließt das Projekt nicht nur eine städtebauliche Lücke, sondern setzt auch Impulse für die Weiterentwicklung der gesamten City West.

Ob die eingereichten Entwürfe den hohen Erwartungen gerecht werden, entscheidet sich im Herbst dieses Jahres. Sicher ist jedoch schon jetzt, dass die Neugestaltung der Tauentzienstraße 19–20 ein spannendes Beispiel für den Umgang mit ehemaligen Warenhausstandorten in deutschen Innenstädten werden könnte.

Quellen: Deal Magazin, Midstad, Konii

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7 Kommentare

  1. Charles Mündler 12. September 2025 at 21:46 - Reply

    Letztendlich ist es eine wirtschaftlich notwendige innerstädtische Umentwicklung! Was renditemässig bisher versteckt in der dritten und zweiten Reihe war, soll nun die erste Reihe ergänzen, wo der Einzelhandel die Renditeerwartungen für die Immobilieneigner nicht mehr bringt! Generelles Problem, können die zukünftigen Mieter bei der Planung beteiligt werden? Verwertungsstrategien für die Innenstädte sind jedoch Systemimmanent wichtig, um nicht ein Armutschaos in den Innenstädten sichtbar zu machen!

  2. Helmut König 12. September 2025 at 23:51 - Reply

    Alles gut und schön, dass Problem ist die Autofeindlichkeit von der Roten/Linken / Grünen und Schwarzen Politik in der Stadt,außerdem kein Mensch braucht Büroflächen am Tauentzien,dann doch lieber Wohnungen die eine Urbanität zurückbringen und preiswerte Parkplätze die Menschen zurück in die City bringen.
    Mit dem Senatskonzept genannter Parteien der Parkplatzvernichtung wird das nichts werden.

  3. Böhme 13. September 2025 at 07:42 - Reply

    Der Artikel ist reichliches Geschwafel und Investoren-Blabla! Was soll denn nun mit dem Gebäude Tauentzien 19 geschehen. Noch sitzt dort Peek & Cloppenburg drinnen. Sollen die ausziehen, sollen deren Flächen verkleinert werden, läuft der Mietvertrag aus??? Keiner weiß es nach Lesen dieses Artikels. So etwas kann man sich sparen!

  4. R.Weide 13. September 2025 at 09:01 - Reply

    Sehr Interessant. Neue , dringend gebrauchte Büros . Nach 22.00 Uhr werden dann die Bürgersteige hochgeklappt .
    Da braucht es dann auch keine Gastronomie . Hauptsache Baulücken werden geschlossen . Wie wäre es Mal mit Wohnungen ,
    eventuell sogar bezahlbar . Das alte Leiserhaus kann man , mit etwas Phantasie , bestimmt erhalten . Ist ein altes Relikt auf
    vielen Postkarten und hat daher einen Wiedererkennungswert. Erhaltet doch Mal was und reißt nicht immer nur ab .

    • Böhme 17. September 2025 at 02:47 - Reply

      Aktuell werden am Ku’damm und am Tauentzien die Bürgersteige schon um 21:00 Uhr hochgeklappt. Die Schaufenster werden in weiten Teilen nicht mehr beleuchtet. Dass das der Niedergang ist, zeigt sich in Städten des Ruhrgebietes, in dem schon vor Jahren die Lichter in den Schaufenstern ab 21:00 Uhr ausgingen – und danach die Städte als solche auch. Schlägt sich in den aktuellen Kommunalwahl-Ergebnissen nieder!

      Und aus der Polititk: Keinerlei Lösungen! Teilweise erkennt man noch nicht mal die Probleme. Dasselbe gilt für die Provinzbezirkspolitiker und für Bezirks- und Senatsverwaltung! Berlin lebt auf allen Ebenen seine absolute Mittelmäßigkeit, meint dabei aber gleichwohl, etwas besonderes zu sein! Es ist für mich als Berlin-Fan so traurig, zu sehen, wie diese Stadt durch die Verantwortlichen auf allen Ebenen an die Wand gefahren wird!

  5. Bernd Hinz 13. September 2025 at 11:36 - Reply

    Die alte Baustruktur muss erhalten bleiben , man sollte sich Gedanken machen wie die Menschen wieder in Warenhäuser bekommt! Preiswerte Parkplätze wäre schon mal etwas!

  6. Werner Schley 13. September 2025 at 13:15 - Reply

    Ich finde, das markante Gebäude , das P&C beherbergt schreit nach Erweiterung bis zur Passauer Straße. Ein gemischtes Konzept, etwa eine ganzzeitliche Erlebniswelt mit Spaßfaktor für alle Altersgruppen: Shoppen und Gastronomie, Kultur und Kleinkunst, Sport, Eislauf, Skaterbahn, Kletterwand o.ä. , Büro- und Wohnfläche eher nicht. Wer möchte schon auf der Tauentzien wohnen? Büro- und Ärztehäuser braucht die Straße nicht. Ich bin gespannt, im Übrigen bin ich der Meinung, dass P&C nicht unbedingt der Ankermieter sein sollte, macht doch gerade P&C die Tauentzien- und die Nürnberger Straße nach Gechäftsschluss und am Sonntag zu Geisterstraßen durch absolute Nichtpräsenz ( wie auch die Schloßstraße in Steglitz)

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