Die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche am Breitscheidplatz zählt zu den bekanntesten Wahrzeichen Berlins. Künftig soll für den Besuch des Alten Turms und einer erweiterten Ausstellung Eintritt erhoben werden. Die zusätzlichen Einnahmen sind Teil eines umfassenden Sanierungs- und Entwicklungskonzepts.

Blick auf die Gedächtniskirche am Breitscheidplatz in Berlin-Charlottenburg.

Im Rahmen der neuen Pläne soll die erhaltene Turmruine der Gedächtniskirche stärker als begehbarer Erinnerungs- und Ausstellungsort erschlossen und durch neue Zugänge sowie eine Aussichtsplattform für Besucherinnen und Besucher erlebbar gemacht werden. / © Foto: depositphotos.com

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Zwischen den Fassaden der City West ragt die zerstörte Turmspitze der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in den Himmel. Seit Jahrzehnten erinnert die Ruine am Breitscheidplatz an Krieg, Zerstörung und den Wiederaufbau Berlins. Nun steht dem Wahrzeichen eine weitere Veränderung bevor.

Laut Tagesspiegel sollen Gäste für den Besuch des Alten Turms und der dort geplanten Ausstellung künftig Eintritt zahlen. Wie hoch dieser ausfallen wird, ist bislang offen. Die evangelische Stiftung Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche begründet die Pläne mit der Weiterentwicklung des historischen Turms zu einem stärker touristisch geprägten Ort. Die Bauarbeiten könnten bereits im September beginnen und werden voraussichtlich rund zwei Jahre dauern.

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  • Standort: Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, Breitscheidplatz, Charlottenburg-Wilmersdorf
  • Vorhaben: Umbau des Alten Turms mit neuer Ausstellung, Aufzug und Aussichtsplattform
  • Architekten: Heneghan Peng Architects und Ralph Appelbaum Associates
  • Geplanter Bauzeitraum: September 2026 bis Ende 2027

Erweiterte Ausstellung und neuer Ausblick über die City West

Im Mittelpunkt der Umgestaltung steht die historische Turmruine, deren Innenräume künftig deutlich umfangreicher genutzt werden sollen. Geplant ist eine Erweiterung der bestehenden Ausstellung auf mehrere Ebenen. Sie widmet sich unter anderem der Entstehung der Kirche im Kaiserreich, den Folgen von Nationalsozialismus und Krieg sowie dem Wiederaufbau nach 1945. Ergänzt werden sollen die Inhalte durch Informationen zu internationaler Friedens- und Versöhnungsarbeit.

Teil des Konzepts sind außerdem ein Außenaufzug sowie neue Erschließungswege bis in die oberen Bereiche des Turms. Von dort aus soll sich Besucherinnen und Besuchern künftig ein Blick aus rund 68 Metern Höhe über die City West eröffnen. Den Entwurf für die Neugestaltung erarbeiteten das Dubliner Büro Heneghan Peng Architects und Ralph Appelbaum Associates, die 2023 einen entsprechenden Wettbewerb für sich entschieden hatten.

Gedächtniskirche: Gottesdienste bleiben weiterhin kostenfrei

Von den Eintrittsplänen ausgenommen bleiben die religiösen Angebote der Gedächtniskirche. Sowohl Gottesdienste und Andachten im von Egon Eiermann entworfenen Nachkriegsbau als auch Gebete in der Turmruine sollen weiterhin kostenlos zugänglich sein. Das entspreche dem Selbstverständnis der Stiftung, deren Satzung geistliche Angebote ausdrücklich kostenfrei vorsieht.

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Die Kirche befindet sich zugleich in einem umfassenden Transformationsprozess. Sie versteht sich zunehmend als City-Kirche mit internationalem Publikum, das weit über die klassische Wohnortgemeinde hinausreicht. Nach Angaben der Stiftung besuchen jährlich rund 1,3 Millionen Menschen den Standort am Breitscheidplatz.

Blick auf die blauen Fenster der Gedächtniskirche. Sie sind ein prägendes Gestaltungselement des Eiermann-Neubaus und bestehen aus blau getönten Glasbausteinen, die das Kircheninnere in ein charakteristisches, wechselndes Licht tauchen.

Der Eiermann-Komplex – also das achteckige Kirchenschiff, der sechseckige Glockenturm, Kapelle und Foyer – soll schrittweise technisch und baulich ertüchtigt werden. / © Foto: depositphotos.com

Einnahmen fließen in Erhalt und Sanierung der Gedächtniskirche

Die zusätzlichen Einnahmen sollen ausschließlich für die bauliche Unterhaltung des Ensembles verwendet werden. Neben dem Umbau des Alten Turms stehen weitere Maßnahmen an. So soll der Glockenturm saniert werden, dessen markante Betonwaben-Fassade seit Jahren eingerüstet ist. Anschließend sollen das Hauptgebäude und weitere Bestandteile des Ensembles folgen.

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Für die Entwicklung des Alten Turms stehen bereits erhebliche Fördermittel zur Verfügung. Zehn Millionen Euro stammen aus dem Bund-Länder-Programm zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur. Weitere Unterstützung leisten unter anderem die evangelische Landeskirche, der Kirchenkreis Charlottenburg-Wilmersdorf sowie private Stiftungen. Die Stiftung Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche selbst muss zusätzlich rund 1,5 Millionen Euro aufbringen.

Die Pläne fallen in eine Zeit, in der sich auch das Umfeld der Gedächtniskirche verändert. Rund um den Breitscheidplatz laufen derzeit Vorbereitungen für ein neues Sicherheits- und Gestaltungskonzept. Gemeinsam mit den Umbauplänen im Alten Turm markiert dies eine weitere Etappe in der Entwicklung eines der symbolträchtigsten Orte Berlins.

Gedächtniskirche

Quellen: Der Tagesspiegel, Gedächtniskirche Berlin, Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf, Berlin.de – Das offizielle Hauptstadtportal, Heneghan Peng Architects

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