Am Bahnhof Schöneweide soll der Fußgängertunnel zurückgebaut werden. Der Senat nennt nun den aktuellen Plan, Kosten, Bauzeit und Auswirkungen auf die Michael-Brückner-Straße.

Der Bahnhof Schöneweide erhält mit dem geplanten Rückbau des Fußgängertunnels einen weiteren Baustein im Umbau des Umfelds. / © Foto: Wikimedia Commons, GodeNehler, CC BY 4.0
© Titelbild: Wikimedia Commons, Lukas Beck, CC BY 4.0
Der Fußgängertunnel am Bahnhof Schöneweide bleibt ein leidiges Thema im Berliner Südosten. Seit Dezember 2016 er gesperrt. Absperrgitter dominieren das Bild. Und eigentlich sollte der Tunnel doch zurückgebaut werden. Nun liegt eine neue Antwort des Senats vor. Sie nennt den Stand der Vergabe, den geplanten Start der Bauarbeiten, Kosten und die Folgen für den Verkehr.
- Bezirk: Treptow-Köpenick
- Lage: Bahnhof Schöneweide, Verbindung zwischen Bahnhofsvorplatz und Michael-Brückner-Platz
- Baubeginn: voraussichtlich im III. Quartal 2026
- Fertigstellung: Quartal 2027
- Baukosten: 4,0 Millionen Euro
Der Fußgängertunnel zwischen Bahnhofsvorplatz und Michael-Brückner-Platz soll nicht wieder in Betrieb gehen. Der Senat hält am Rückbau fest. Das Vergabeverfahren soll voraussichtlich noch im Juli 2026 abgeschlossen werden.
Bahnhof Schöneweide: Neuer Plan für den Fußgängertunnel
Der eigentliche Baustart folgt nicht sofort. Laut Senatsverwaltung soll zunächst die Baustelle eingerichtet werden. Das ist nach aktuellem Stand im dritten Quartal 2026 vorgesehen. Der Abschluss der Rückbauarbeiten ist weiterhin für das erste Quartal 2027 geplant. Damit verschiebt sich der frühere Zeitplan: Ende 2025 hatte der Senat noch mit Beauftragung und Baubeginn im zweiten Quartal 2026 gerechnet.
Der Tunnelbau stammt aus dem Jahr 1972. Er hat einen Rechteckquerschnitt und wurde als geschlossene Rahmenkonstruktion errichtet. Die Länge beträgt 50,62 Meter zuzüglich Eingangsbereiche, die Breite 5,53 Meter. Die Tunnelfläche umfasst 355 Quadratmeter. Nach einem Brand im Dezember 2016 blieb der Fußgängertunnel für die Öffentlichkeit gesperrt. Untersuchungen zu möglichen Nachnutzungen führten nicht zu einer Wiedereröffnung.
Rückbau, Verfüllung und Mosaike am Bahnhof Schöneweide
Der Rückbau läuft in mehreren Baulosen, Bauphasen und Bauabschnitten. Das erste Baulos betraf die technische Ausrüstung im Tunnel, darunter Aufzüge und Fahrtreppen. Diese Arbeiten wurden im ersten Quartal 2026 abgeschlossen. Auch Leitungsarbeiten im Tunnelbereich, die Erneuerung der Trinkwasserleitung im Bereich Schnellerstraße und der Rückbau von Telefonsäulen gehören zu den bereits erledigten Vorarbeiten.
Besonders auffällig sind die vier Glasmosaike nach Entwürfen von Klaus Roenspieß. Sie wurden unbeschädigt ausgebaut und werden restauriert. Nach Angaben der Senatsverwaltung sollen sie voraussichtlich durch den Bezirk Treptow-Köpenick in räumlicher Nähe wieder öffentlich zugänglich werden.
Fußgängertunnel in Schöneweide: Verkehr soll weiterlaufen
Der aktuelle Plan für den Rückbau sieht keine Vollsperrung der Michael-Brückner-Straße vor. Der Verkehr soll während der gesamten Baumaßnahme aufrechterhalten werden. Im Fahrbahnrandbereich rechnet der Senat jedoch mit temporären Einschränkungen. In beiden Fahrtrichtungen soll die Zahl der Fahrstreifen zeitweise sinken. Gleichzeitig sollen weiterhin zwei Fahrstreifen je Richtung verfügbar bleiben.
Die Kosten beziffert die Senatsverwaltung aktuell auf geschätzte Gesamtkosten von rund 4,0 Millionen Euro. Vor dem Umbau des Bahnhofsvorplatzes soll der Teilrückbau abgeschlossen sein. Diese Reihenfolge hatte der Senat bereits Ende 2025 bestätigt.
Bahnhof Schöneweide
Quellen: Schriftliche Anfrage an das Abgeordnetenhaus Berlin, Drucksachen 19/26404 und 19/24560, Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt
Jetzt PLUS-Kunde werden
Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein PLUS-Abonnement.


