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In Berlin-Oberschöneweide wird ein Stück DDR-Rundfunkgeschichte zur Bühne für moderne Stadtentwicklung. Das ambitionierte Bauvorhaben „Funkytown“ verbindet brutalistische Architektur der Ostmoderne mit kreativer Zukunft und soll auf diesem Weg zum neuen Kreativcampus an der Spree werden. Bei der Umsetzung untertützen acht renommierte Architekturbüros.

Vision für ein jahrzehntelang leerstehendes Gebäude: Wo einst unter anderem der Jugendfunk DT64 sein Zuhause hatte, entsteht mit „Funkytown“ in der Rummelsburger Landstraße 34 ein neues Zentrum für Kunst, Kultur, Bildung und Co-Working, Unterhaltung, Beherbergung und Gastronomie. Das Projekt setzt auf Erhalt, Kreativität – und ungewöhnliche architektonische Visionen. / © Foto: Trockland Management GmbH

© Fotos & Visualisierungen: Trockland Management GmbH

In Zusammenarbeit mit der Trockland Management GmbH

 

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Zwischen der Rummelsburger Landstraße und dem heutigen Funkhaus Berlin entsteht eines der ambitioniertesten Kultur- und Gewerbeprojekte im Südosten Berlins. Das Projekt „Funkytown“ des Berliner Projektentwicklers Trockland soll ein über Jahrzehnte brachliegendes Gelände in Oberschöneweide zu neuem Leben erwecken – mit einem thematischen Bezug zur Funk- und Radiogeschichte des Areals.

Projekt „Funkytown“ in Oberschöneweide: Historische Radiogeschichte als Leitmotiv für neuen Campus

Auf dem Grundstück, das am Grenzverlauf der Bezirke Lichtenberg und Treptow-Köpenick liegt, befindet sich aktuell nur ein maroder DDR-Plattenbau aus den 1960er Jahren, bekannt als ehemaliger Sitz des DDR-Jugendsenders DT64.

Das benachbarte Funkhaus Nalepastraße, das von 1956 bis 1990 als Sitz des Rundfunks der DDR diente, bleibt von der Neuentwicklung unberührt. Doch das Projekt „Funkytown“ soll durch seine Ausrichtung auf kreative und kulturelle Nutzungen eine thematische Brücke schlagen.

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BLOCK E bleibt erhalten: Sanierung des bestehenden DDR-Stahlbetonskelettbaus geplant

Herzstück des Areals ist der sogenannte BLOCK E. Anders als viele DDR-Bauten seiner Zeit wird dieser nicht abgerissen, sondern umfassend saniert und in das Nutzungskonzept integriert – obwohl kein Denkmalschutz besteht. Projektleiterin Barbara Sellwig erklärte kürzlich im ENTWICKLUNGSSTADT Podcast „Metropole im Wandel“ warum Trockland hier auf Erhalt statt auf Abriss setzt.

Die Betonsanierung im Bestandsgebäude läuft derzeit auf Hochtouren, um die Bausubstanz für die künftig geplante Nutzung zu ertüchtigen. In dem Gebäudeteil sollen nach dem Umbau flexibel nutzbare Flächen zwischen 250 und 10.500 Quadratmetern angeboten werden – geeignet für Studios, Ateliers, Büros oder andere kreative Nutzungen.

Bauprojekt „Funkytown“: Acht neue Gebäude entstehen entlang der Rummelsburger Landstraße

Neben der Sanierung des Bestandsbaus sind acht weitere Neubauten auf der bislang unbebauten Fläche zwischen BLOCK E und der Rummelsburger Landstraße vorgesehen. Diese STATIONS genannten Gebäude sollen bis Ende 2027 fertiggestellt werden und rund 38.500 Quadratmeter Nutzfläche umfassen.

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Verantwortlich für die städtebauliche Gesamtplanung ist das Architekturbüro KSP Engel Berlin, das zudem den zentralen Baukörper gestaltet. Für die weiteren Planungen konnte Trockland namhafte Berliner Architekturbüros gewinnen, darunter Graft Architekten, Grüntuch Ernst Architekten, Tchoban Voss Architekten, Julian Breinersdorfer, Thomas Hillig Architekten, LAVA und LXSY.

Vielfältige Nutzung in Oberschöneweide: Kultur, Events, Hotel, Gastronomie

Der geplante Nutzungsmix orientiert sich an der kulturellen Prägung des Areals. Die neuen STATIONS sollen Räume für Gastronomie, Co-Working, Events, Ausstellungen, Studios, Bildungsangebote und Beherbergungen für unterschiedliche Zielgruppen bieten.

Das Projekt richtet sich dabei nicht nur an Unternehmen oder Kreative, sondern soll auch der Nachbarschaft offenstehen, wie Trockland versichert. Die flexible Flächengestaltung ermöglicht vielfältige Nutzungsszenarien, auch als Ergänzung zur benachbarten Musik- und Eventlocation Funkhaus Berlin sowie dem Institut für Kunst und Technologie „Catalyst“.

Lage mit Potenzial: Zwischen Plänterwald und Insel Bullenbruch

Die naturnahe Lage des Geländes – zwischen der Spree und der dicht bewachsenen Insel Bullenbruch – gilt als weiterer Pluspunkt des Quartiers. Künftig soll ein attraktives, offenes Areal entstehen, das sowohl Berlinerinnen und Berlinern als auch internationalen Gästen zur Verfügung steht.

Barbara Sellwig beschreibt das Vorhaben als „Community-Quartier“, das trotz wirtschaftlicher und baulicher Herausforderungen beispielhaft für innovative Stadtentwicklung in Berlin stehen soll. Der anvisierte Umbau des Areals wird zweifelsohne eine Aufwertung der seit Jahrzehnten brachliegenden Flächen darstellen.

Architektonisches Statement der Ostmoderne wird neu interpretiert

Mit dem Erhalt des brutalistischen DDR-Baus bleibt ein bauliches Zeugnis der Ostmoderne erhalten – und wird gleichzeitig in ein neues, kreatives Umfeld überführt. Für Architekturinteressierte dürfte besonders der Umgang mit dem alten BLOCK E spannend sein, der durch gezielte Eingriffe gestalterisch aufgewertet werden soll.

Das ungewöhnliche Projekt „Funkytown“ steht damit exemplarisch für die Transformation eines historischen Areals mit kultureller Prägung in ein zeitgemäßes Stadtquartier. Der lange ungenutzte Standort unweit des Plänterwaldes wird aus seinem Dornröschenschlaf geholt; eine Entwicklung mit stadtweiter Strahlkraft.

© Visualisierung: Trockland Management GmbH

© Foto: Trockland Management GmbH

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© Visualisierung: Trockland Management GmbH

Quellen: Quellen: Trockland Funkytown GmbH, Der Tagesspiegel, Deutsches Architektur Forum, KSP Engel Berlin, Architektur Urbanistik Berlin, Graft Architekten, Grüntuch Ernst Architekten, Tchoban Voss Architekten, Julian Breinersdorfer, Thomas Hillig Architekten, LAVA, LXSY

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