Charlottenburg-Wilmersdorf wächst: Fünf aktuelle Wohnbauprojekte zeigen, wie der Bezirk auf unterschiedliche Bedürfnisse reagiert – von nachhaltigem Holzbau bis zum Recyclingbeton für Eigentumswohnungen.
© Foto Titelbild: Wikimedia Commons, A.Savin, A.Savin, CC BY-SA 3.0
Charlottenburg-Wilmersdorf entwickelt sich weiter: Auf ehemaligen Garagenhöfen, leerstehenden Büroflächen oder bislang ungenutzten Grundstücken entstehen neue Wohnungen für ganz unterschiedliche Zielgruppen. Fünf aktuelle Projekte zeigen, wie der Bezirk nachhaltige Bauweisen, soziale Wohnformen und kreative Nachverdichtung miteinander verbindet und so dringend benötigten Wohnraum schafft.
1. Vielfalt auf kleinem Raum: Wohnraum auf versiegeltem Grundstück in der Hildegardstraße
In der Hildegardstraße errichten BUWOG und GROPYUS derzeit ein Mehrfamilienhaus mit 27 Wohnungen auf einem ehemaligen Garagenhof. Dank serieller Holzmodulbauweise sollen Ressourcen geschont und Bauzeiten verkürzt werden.
Alle Wohnungen werden barrierefrei sein und über eigene Balkone oder Terrassen verfügen. Zudem entstehen gemeinschaftliche Freiflächen wie Spielflächen und ein Quartiersplatz. Das Projekt gilt als Modell für nachhaltige Nachverdichtung im Bezirk.
2. Wohnen am Ruhwaldpark: Erweiterung im Bestand
Am Spandauer Damm baut Heimstaden 85 neue Mietwohnungen als Ergänzung zu einer Bestandsanlage aus den 1950er-Jahren. Die Neubauten orientieren sich architektonisch an den vorhandenen Gebäuden und sollen sich harmonisch ins Umfeld einfügen.
Photovoltaik, Gründächer und Regenwassernutzung sind Teil des Konzepts. Neben kompakten Zwei- und Drei-Zimmerwohnungen werden auch größere Familienwohnungen entstehen. Die Fertigstellung ist für Ende 2025 geplant.
3. Sozialer Wohnraum an der Reichsstraße: Fokus auf Bezahlbarkeit
Direkt an der Reichsstraße 53–54 realisiert die landeseigene DEGEWO zwei Neubauten mit insgesamt 61 Wohnungen, von denen 58 öffentlich gefördert sind. Die Mieten liegen im Schnitt bei 6,90 Euro pro Quadratmeter nettokalt.
Geplant sind überwiegend barrierearme Wohnungen sowie eine Kita und ein Spielplatz im Innenhof. Mit dem Projekt will die DEGEWO einen wichtigen Beitrag leisten, um bezahlbaren Wohnraum im gehobenen Westend zu sichern.
4. Umgenutztes Bürohaus in Charlottenburg-Wilmersdorf: Gemeinschaftliches Wohnen für Senioren
Wie leerstehende Gewerbeimmobilien für Wohnzwecke genutzt werden können, zeigt ein Projekt an der Bundesallee 199. Dort betreibt die Hauskrankenpflege Depner mehrere Wohngemeinschaften für pflegebedürftige Menschen.
Aus ehemaligen Bürofluren wurden Gemeinschaftsräume, aus Einzelbüros helle Zimmer mit wohnlicher Atmosphäre. Das Modell vereint individuelle Betreuung mit einem familiären Umfeld und macht deutlich, welches Potenzial in der kreativen Umnutzung von Bestandsgebäuden liegt.
5. Recyclingbeton für Eigentum: „Maison Westend“ will auf Nachhaltigkeit setzen
In Westend wächst mit „MAISON WESTEND“ ein weiteres ambitioniertes Wohnprojekt: Mehr als 250 Eigentumswohnungen entstehen auf einem bislang unbebauten Grundstück an der Reichsstraße. Für den Rohbau kam Recyclingbeton aus dem Abriss zweier Hochhäuser zum Einsatz.
Der erste Bauabschnitt umfasst 52 Wohnungen, die zwischen 42 und 158 Quadratmeter groß sind. Neben kompakten Einheiten werden auch großzügige Penthouses mit Dachterrassen angeboten.
Quellen: BUWOG, GROPYUS, ImmoFokus Timeline, neubau kompass AG, DEGEWO, Berliner Zeitung, tchobanvoss, LAGRANDE Group Projektmanagement GmbH, Heimstaden
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