Neukölln ist ein vielfältiger und dynamischer Bezirk, der in den letzten Jahren stark gewachsen ist. Der Wohnungsmarkt steht dabei vor der Herausforderung, bezahlbaren und attraktiven Wohnraum für alle zu schaffen. ENTWICKLUNGSSTADT stellt fünf ausgewählte neue Bauprojekte vor, die helfen sollen, den Wandel sozial und nachhaltig zu gestalten.
© Foto Titelbild: Wikimedia Commons, A.Savin, FAL
Der Bezirk Neukölln zählt zu den dynamischsten Stadtteilen Berlins. Zwischen Altbauten, urbanem Leben und wachsender internationaler Bevölkerung ist hier in den vergangenen Jahren ein deutlicher Wandel spürbar geworden. Mit steigender Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum und zunehmenden Anforderungen an nachhaltige Stadtentwicklung nimmt der Wohnungsneubau im Bezirk eine zentrale Rolle ein. Neue Projekte versuchen, Antworten auf die drängendsten Fragen urbanen Wohnens zu geben, sei es durch ökologische Bauweise, soziale Nutzungskonzepte oder integrative Quartiersplanung.
1. Nachhaltig bauen in Britz
An der Adresse Alt-Britz 107 setzt die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft STADT UND LAND auf ein Pilotprojekt, das neue Maßstäbe im nachhaltigen Wohnungsbau setzen soll. Zwei Wohnhäuser, eines in Holz- und eines in Ziegelbauweise, entstehen als sogenannte Nachhaltigkeitspiloten. Unterstützt wird das Vorhaben von mehreren Universitäten, die Bauweise und Betrieb wissenschaftlich begleiten. Ziel ist es, Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie sich CO₂-Emissionen durch alternative Baustoffe reduzieren lassen. Von den insgesamt 36 neuen Mietwohnungen werden 18 barrierefrei gestaltet.
Ein wesentlicher Aspekt ist der Verzicht auf aufwändige Gebäudetechnik. Stattdessen soll die Gestaltung mit natürlichen Materialien für ein angenehmes Raumklima sorgen. Der Einsatz von Recycling-Materialien und die Reduzierung von Bauabfällen spielen ebenfalls eine Rolle. Das Projekt wird durch die Berliner Senatsverwaltung sowie die Deutsche Bundesstiftung Umwelt gefördert.
2. Buckower Felder: Wohnen und Gemeinschaft
Mit den „Buckower Feldern“ entwickelt STADT UND LAND gemeinsam mit dem Architekturbüro Bollinger+Fehlig ein neues Quartier am südlichen Stadtrand. Sieben Wohnhäuser mit 158 Mietwohnungen und 19 Gewerbeeinheiten wurden bereits fertiggestellt. Mit der Architektur wolle man auf Vielfalt setzen: Unterschiedliche Fassaden und Baukörperhöhen sollen das Quartier beleben. Neben Wohnungen entstehen hier Arztpraxen, ein Café und Räume für Therapieangebote.
Die soziale Infrastruktur wird durch eine Kita, eine Jugendfreizeiteinrichtung und barrierefreie Gemeinschaftsräume ergänzt. Ein Nahwärmenetz in Kombination mit Photovoltaik sorgt für eine größtenteils CO₂-neutrale Energieversorgung. Der Abschluss des Gesamtprojekts mit rund 900 Wohnungen ist für 2026 geplant.
3. Soziale Teilhabe in der Juliusstraße
In der Juliusstraße 44–45 baut das Diakoniewerk Simeon zusammen mit Ten Brinke ein Wohnhaus mit stark sozialem Fokus. Das multifunktionale Gebäude vereint 41 Wohneinheiten mit betreuten Angeboten wie einer Mutter-Kind-Gruppe und einer Jugendhilfestation. Menschen mit Beeinträchtigungen, Familien und Mitarbeitende der sozialen Träger sollen hier langfristig ein Zuhause finden.
Nach dem Richtfest im Mai 2025 läuft nun der Innenausbau. Neben der Barrierefreiheit stehen Photovoltaik, ein begrünter Innenhof und ein hoher Energiestandard im Mittelpunkt. Das Diakoniewerk möchte mit dem Projekt Orte schaffen, die Sicherheit und Teilhabe ermöglichen – auch als Modell für andere Berliner Bezirke.
4. Greenpark: Wohnen auf dem ehemaligen „Blub“-Gelände
Auf dem Areal des früheren Spaßbads „Blub“ entsteht mit „Greenpark“ eines der größten Neubauprojekte Neuköllns. Die vier Projektpartner Bauwens, Goldbeck, Greystar und Berlinovo realisieren hier insgesamt 860 Wohnungen. Auffällig ist die serielle Bauweise: Vorgefertigte Elemente beschleunigen den Bau, der bis 2026 abgeschlossen sein soll.
Neben Wohnraum sind zahlreiche Gemeinschaftsflächen geplant, darunter ein Fitnessstudio, ein Kino sowie Sportanlagen. Ein Teil der Energieversorgung wird über Wärmerückgewinnung aus dem Abwasser organisiert. Das Quartier soll durch eine gute Anbindung und vielfältige Infrastruktur überzeugen.
5. Catella-Projekt an der Silbersteinstraße
Unweit des Tempelhofer Felds plant die Catella Project Management GmbH an der Kreuzung Silbersteinstraße und Eschersheimer Straße insgesamt 92 Mietwohnungen, davon 24 öffentlich gefördert. Im Erdgeschoss wird eine Einzelhandelsfläche die Nahversorgung im Kiez verbessern. Ein begrünter Innenhof über dem Laden soll Begegnungen fördern.
Das Projekt ist Teil des bundesweiten Programms „Cooperative Innovative Living Germany“, das nachhaltigen und bezahlbaren Wohnraum schaffen will. Eine ESG-Zertifizierung nach EU-Taxonomie wird angestrebt, um ökologische Standards zu sichern. Die Fertigstellung ist für 2027 geplant.
Quellen: Bruno Fioretti Marquez, ZRS Architekten, Architektur Urbanistik Berlin, Bollinger + Fehlig Architekten Berlin, immobilienmanager, STADT UND LAND; Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Bürgerstadt AG, GLS BANK, UCK Rot Buckow eG, DeO Deimel Oelschläger Architekten GmbH, TEN BRINKE., Diakonie Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, BAUWENS, H´GROUP, GOLDBECK GmbH, Greystar, Berlinovo, Catella Project Management GmbH, Brandlhuber Architekten
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5. Catella-Projekt an der Silbersteinstraße
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