Frankfurt baut sein Schulstraßennetz aus. Fünf Schulgemeinschaften in verschiedenen Stadtteilen profitieren seit diesem Monat von verkehrsberuhigten und sicheren Schulwegen.
Berthold-Otto-Schule
Georg-August-Zinn-Schule
Steffi-Jones-Schule
Friedrich-Fröbel-Schule
Meisterschule
© Foto Titelbild: Stadt Frankfurt am Main, Bernd Georg
Ein klares Signal für eine sichere Kindermobilität: In verschiedenen Stadtteilen Frankfurts wurden im November fünf neue Schulstraßen eingerichtet. Vier Grundschulen und eine weiterführende Schule profitieren nun von verkehrsberuhigten Bereichen und sicheren Schulwegen.
Konkret handelt es sich um Straßenabschnitte, die zeitlich begrenzt für den motorisierten Verkehr gesperrt werden. An Werktagen bleiben die durch Schranken gesicherten Bereiche vor den Schulen jeweils eine Stunde vor Unterrichtsbeginn frei von Autos. Die Bedienung der Schranken wird von Verkehrshelferinnen und Verkehrshelfern, meistens aus der Schulgemeinschaft, übernommen.
Schulstraßen-Konzept Frankfurt: Stadt definiert klare Ziele im Ausbau des Schulstraßennetzwerks
Der Ausbau des Frankfurter Schulstraßensystems geht auf das neue städtische Schulstraßen-Konzept zurück. Mit diesem Rahmenwerk legt die Stadt auch Ziele fest, um das Netz der verkehrsberuhigten Schulwege systematisch zu erweitern und deren Wirkung zu stärken. Im Zentrum stehen vier Leitgedanken.
Erstens soll die Verkehrssicherheit steigen, indem hektische und unübersichtliche Situationen durch den Bringverkehr reduziert werden. Zweitens möchte die Stadt die eigenständige Mobilität der Kinder fördern. Drittens sollen weniger Elterntaxis unterwegs sein, da kurze Autofahrten vermieden werden sollen. Erfahrungen aus dem Ausland belegen den Effekt, denn dort zeigte sich deutlich, dass Schulstraßen den Autoverkehr stark verringern. Viertens sollen die Maßnahmen die Mobilitätswende unterstützen, da Schulstraßen als Baustein für eine zeitgemäße innerstädtische Mobilität gelten.
Bonames, Griesheim, Niederrad und Sindlingen: Schulen aus verschiedenen Stadtteilen ausgewählt
Zwei der ausgewählten Schulen liegen im Stadtteil Griesheim. Sowohl die Berthold-Otto-Schule als auch die benachbarte Georg-August-Zinn-Schule profitieren von den neuen verkehrsberuhigten Bereichen. Der Mobilitätsdezernent Wolfgang Siefert eröffnete die Schulstraße gemeinsam mit dem Straßenverkehrsamt, dem begleitenden Fachbüro bueffee und den beteiligten Schulleitungen kurz vor Schulbeginn am 18. November.
Darüber hinaus wurden drei weitere Schulen berücksichtigt. Dazu zählen die Steffi-Jones-Schule in Bonames, die Friedrich-Fröbel-Schule in Niederrad und die Meisterschule in Sindlingen. Für Eltern, die ihre Kinder weiterhin mit dem Auto bringen, steht an allen Schulen nun eine ausgewiesene Hol- und Bringzone zur Verfügung.
100.000 Euro bereitgestellt: Magistrat stellte bereits im Jahr 2022 Etatantrag für die neuen Schulstraßen
Bereits 2019 beschlossen CDU, SPD und GRÜNE im Magistrat ein Pilotprojekt für Schulstraßen. Nach positiven Erfahrungen an der Theobald-Ziegler-Schule folgte im Jahr 2022 ein gemeinsamer Etatantrag von GRÜNEN, SPD, FDP und Volt, durch den weitere 100.000 Euro bereitstanden. Der Projektstart erfolgte Anfang 2025 mit einer Onlinebefragung von rund 180 Schulen.
Danach konnten sich Einrichtungen selbstständig für die Einrichtung einer Schulstraße bewerben, insgesamt gingen etwa 34 Bewerbungen für das Schuljahr 2025/2026 ein. Die fünf ausgewählten Schulen überzeugten durch ihre verkehrliche Lage, das Engagement der Schulgemeinschaften und die technische Umsetzbarkeit. Nach der Auswahl der Standorte analysierten Fachleute die bisherigen Schulwege, um konkrete Problemstellen zu definieren. Darauf aufbauend entstanden individuelle Detailkonzepte, deren Ausarbeitung das Fachbüro bueffee übernahm.
„Wir schaffen Sicherheit“: Mobilitätsdezernent Siefert betont Wichtigkeit der neuen Schulstraßen
Das Schulstraßenprojekt zeigt, wie Bildungs- und Infrastrukturmaßnahmen Hand in Hand gehen. Während alternative Bildungsprojekte in Frankfurt boomen, sorgen die neuen Schulstraßen dafür, dass sichere, verkehrsberuhigte Wege Stück für Stück Realität werden und Kinder eigenständig zur Schule gelangen können.
Quelle: Stadt Frankfurt
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