Die „Berliner Städtebaugespräche“ des Architekten- und Ingenieurverein zu Berlin-Brandenburg bringen zentrale Stimmen aus Architektur und Stadtentwicklung zusammen und eröffnen neue Perspektiven auf die Zukunft der Metropolregion. Zum Start der fünften Staffel spricht Architekturtheoretiker Fritz Neumeyer über Berlin, die Moderne und die kulturelle Dimension des Bauens. ENTWICKLUNGSSTADT zeigt alle Folgen der fünften Staffel auf seinem Videokanal. 

 

© Titelbild: Architekten- und Ingenieurverein zu Berlin-Brandenburg e.V.

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Mit den „Berliner Städtebaugesprächen“ hat der Architekten- und Ingenieurverein zu Berlin-Brandenburg (AIV) ein Interviewformat etabliert, das den Diskurs über Architektur, Städtebau und Stadtentwicklung auf eine persönliche und zugleich reflektierte Ebene hebt. Im Mittelpunkt stehen prägende Persönlichkeiten, die ihre Perspektiven auf die Entwicklung Berlins und Brandenburgs formulieren; subjektiv, analytisch und häufig auch streitbar.

Die Gespräche, geführt von Rudolf Spindler vom Wasmuth Verlag, knüpfen an das Ausstellungsprojekt „Unvollendete Metropole“ an und haben sich inzwischen zu einem eigenständigen Format entwickelt.

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Ziel es Projekts ist es, unterschiedliche Haltungen sichtbar zu machen und die vielschichtigen Herausforderungen der Stadtentwicklung im Spannungsfeld von Geschichte, Gegenwart und Zukunft zu beleuchten. Durch die Veröffentlichung auf digitalen Plattformen, darunter auch ENTWICKLUNGSSTADT, erreicht das Format eine wachsende fachinteressierte Öffentlichkeit.

Berliner Städtebaugespräche: Fünfte Staffel startet mit Architekturtheoretiker Fritz Neumeyer

Den Auftakt der fünften Staffel bildet am heutigen 17. März ein Gespräch mit dem Architekturtheoretiker Dr. Fritz Neumeyer. Der langjährige Lehrstuhlinhaber für Architekturtheorie an der TU Berlin zählt zu den einflussreichen Stimmen seines Fachs und hat über Jahrzehnte hinweg die theoretische Auseinandersetzung mit Architektur geprägt, sowohl in Deutschland als auch international.

Im Gespräch zeichnet Neumeyer seinen persönlichen Zugang zur Architektur nach. Früh geprägt durch eindrückliche Bauwerke wie den Kaiserdom in Königslutter oder das Kulturhaus von Alvar Aalto in Wolfsburg, entwickelte sich sein Interesse zunächst unabhängig vom universitären Kontext. Sein Architekturstudium in Berlin beschreibt er rückblickend kritisch, während er seine eigentliche intellektuelle Prägung durch den Architekturhistoriker Julius Posner erfuhr.

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Fritz Neumeyers Auseinandersetzung mit der Moderne

Eine zentrale Rolle in Neumeyers Werk nimmt die Auseinandersetzung mit der Moderne ein. Mit seiner Publikation über Ludwig Mies van der Rohe gelang ihm eine tiefgehende Analyse architektonischer Denkweisen, die ihm internationale Anerkennung einbrachte.

Seine Arbeiten verbinden immer wieder historische Reflexion mit theoretischer Schärfe und tragen dazu bei, Architektur nicht nur als gebautes Objekt, sondern als kulturelles und intellektuelles System zu verstehen.

Gleichzeitig reflektiert Neumeyer im Gespräch die städtebaulichen Umbrüche Berlins. Die Wahrnehmung der geteilten Stadt als fragmentierter Raum sowie die Herausforderungen nach 1989, eine neue urbane Kontinuität zu schaffen, stehen dabei im Zentrum. Die Rekonstruktion der „Stadt in der Stadt“ beschreibt er als eine Aufgabe, die ein Umdenken im planerischen Selbstverständnis erforderte.

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Diskurs, Kritik und kulturelle Dimension von Architektur

Neben städtebaulichen Fragen widmet sich Neumeyer auch den grundlegenden Qualitäten von Architektur. Er spricht über das Verhältnis von Haus und Stadt, über die sinnliche und emotionale Wirkung von Gebäuden sowie über die kulturelle Bedeutung architektonischer Räume. Architektur wird dabei als Einheit von praktischer Funktion und symbolischer Ausdruckskraft verstanden.

Die „Berliner Städtebaugespräche“ greifen diese Vielschichtigkeit auf und machen sie für ein breites Fachpublikum zugänglich. Mit weiteren Gästen wie Inken Baller, Christoph Sattler oder Sergej Tchoban setzt die Reihe auch in ihrer fünften Staffel auf unterschiedliche Perspektiven – und bleibt damit ein wichtiger Impulsgeber für die Debatte über die gebaute Zukunft der Metropolregion.

Hier könnt Ihr das Video auf dem YouTube-Kanal von ENTWICKLUNGSSTADT sehen. Weitere Folgen der fünften Staffel werden in Abstimmung mit dem AIV auf ENTWICKLUNGSSTADT veröffentlicht.

 

Quellen: Architekten- und Ingenieurverein zu Berlin-Brandenburg e.V., Wasmuth Verlag, TU Berlin 

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