An der Friedenstraße in Friedrichshain hat die WBM mit dem Bau eines neuen Wohnhauses begonnen. Auf dem bislang gewerblich genutzten Eckgrundstück entstehen in den kommenden Monaten 59 Mietwohnungen.

Blick auf die Baustelle im Frühjahr 2026: Das eingezäunte Eckgrundstück an der Friedenstraße 84 in Friedrichshain liegt an der Pufendorfstraße und wurde für den Neubau vorbereitet. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Titelbild: DMSW Architekten
Wo bislang Bauschutt und Baumaterial hinter einem Bauzaun lagen, soll bald ein neues Wohnhaus stehen: An der Ecke Friedenstraße und Pufendorfstraße in Berlin-Friedrichshain hat die WBM mit den Bauarbeiten begonnen. 59 Mietwohnungen entstehen auf dem Grundstück; und direkt nebenan stellt sich zugleich die Zukunft eines bekannten Berliner Wandbilds neu.
- Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
- Adresse: Friedenstraße 84
- Wohnungen: 59 Wohnungen (30 gefördert)
- Wohnungsgrößen: 1 bis 4 Zimmer, ca. 39 bis 88 Quadratmeter
- Architekturbüro: DMSW Architekten
- Geplante Fertigstellung: Juni 2028
Friedenstraße: Neubau ergänzt bestehendes WBM-Quartier
An der Ecke Friedenstraße/Pufendorfstraße entsteht ein Wohnhaus mit sieben Vollgeschossen und einem Staffelgeschoss. Insgesamt sind rund 3.700 Quadratmeter Wohnfläche vorgesehen. Die 59 Wohnungen sollen unterschiedliche Haushaltsgrößen abdecken und zwischen einem und vier Zimmern umfassen.
30 Wohnungen werden öffentlich gefördert. 52 der insgesamt 59 Wohnungen sollen barrierefrei ausgeführt werden, drei davon rollstuhlgerecht. Die Fertigstellung ist nach Angaben der WBM für das zweite Quartal 2028 vorgesehen.
Das Vorhaben bildet den zweiten Bauabschnitt der WBM an diesem Standort. Direkt neben dem Grundstück befindet sich bereits ein 2020 fertiggestelltes Wohnensemble mit 191 Wohnungen und drei Gewerbeeinheiten. Mit dem neuen Gebäude soll die bislang noch offene Fläche an der Friedenstraße baulich geschlossen und die bestehende Blockrandbebauung ergänzt werden.

Das Grundstück Friedenstraße 84 grenzt an das markante Wohnhaus mit dem Schriftzug „HOW LONG IS NOW“. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Archäologische Grabung vor dem Wohnungsbau
Bevor der Neubau vollständig in die Höhe wachsen kann, steht auf dem Grundstück zunächst eine archäologische Untersuchung an. Grund dafür ist die Geschichte des Areals: Bis ins 19. Jahrhundert befand sich hier ein Armenfriedhof. Die Grabungen begleiten damit den Beginn der eigentlichen Bauarbeiten.
Geplant wurde das neue Wohnhaus vom Büro DMSW Architekten. Die Umsetzung übernimmt die märkische ingenieurbau gmbh als Totalübernehmer. Die WBM hatte das Erbbaurecht für das Grundstück 2024 erworben und damit die Voraussetzungen für die nun begonnene Entwicklung geschaffen.
Für das Umfeld bedeutet der Baustart zugleich eine Veränderung am markanten Nachbargebäude. Dort befindet sich seit 2019 das großformatige Wandbild „HOW LONG IS NOW“ der Künstlergruppe Globalodromia. Das Motiv war ursprünglich am ehemaligen Kunsthaus Tacheles in Mitte zu sehen.

Das Wandbild „HOW LONG IS NOW“ an der Friedenstraße in Friedrichshain soll im Zuge des Neubaus an einen neuen Standort versetzt werden. / © Globalodromia / WBM, Foto: Ines Meier
HOW LONG IS NOW? – Zukunft des Wandbilds noch offen
Nachdem das Tacheles-Areal neu entwickelt wurde und das Wandbild dort nicht erhalten werden konnte, hatte die WBM das Werk übernommen und an ihrem Neubau in der Friedenstraße neu anbringen lassen. Nun wird auch dieser Standort durch die weitere Bebauung verändert.
Die WBM sucht nach eigenen Angaben gemeinsam mit den Künstlern und weiteren Beteiligten nach einem neuen Standort für „HOW LONG IS NOW“. Wo das Werk künftig zu sehen sein wird, steht bislang nicht fest. Die Wohnungsbaugesellschaft erklärt, man sehe sich in der Verantwortung, das Wandbild weiterhin im öffentlichen Raum sichtbar zu halten.
Mit dem neuen Wohnhaus verschwindet damit nicht nur eine bislang gewerblich genutzte Fläche aus dem Straßenbild. Auch für ein Kunstwerk, das ursprünglich aus Mitte nach Friedrichshain umgezogen war, beginnt damit erneut die Suche nach einem passenden Platz.
Wohnungs-Neubau Friedenstraße 84
Quellen: Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg, WBM
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3 Kommentare
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Dort war kein Bauschutt. Der frühere Besitzer wollte ausdrücklich nie verkaufen. Nun wurde dort alles abgerissen und hier so dargestellt als wäre dort eine Brache gelegen. Wie respektlos. Das hat aber die WBM noch nie gestört… in jedes noch so freie Eckchen fahren sie ihre Klauen aus…der Staat lässt grüßen.
Das gleiche passiert auf den Friedhöfen seit zig Jahren, weil sie mehr Geld einnehmen wollen. Das schicke neue Café zahlt wahrscheinlich eine höhere Miete als die Blumenläden vorher. Alle Blumenläden mit denen ich sprach wollten nicht freiwillig aus den dort bestehenden Gebäuden raus. Ich vermisse die Blumenläden. Schande über Berlin.
Wir brauchen Wohnraum, aber muss denn ausgerechnet in F’hain jede charmante Ecke platt gemacht und durch einen seelenlosen Bau ersetzt werden? Die alte Brauerei ist weg, nun auch der Steinmetz und der Künstler. Berlin verliert seinen Charakter und bekommt ein vollkommen austauschbares Gesicht.