In der Corinthstraße soll das Kopfsteinpflaster geglättet werden, um das Radfahren angenehmer zu gestalten. Damit setzt der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg ein Verfahren um, das sich bereits in anderen Teilen Berlins bewährt hat.

Im Bötzowviertel wird die Hufelandstraße derzeit für Radfahrende angepasst. Das Kopfsteinpflaster wird dafür schrittweise mit Hilfe von Fräsmaschinen geglättet. Nach demselben Prinzip wird auch die Corinthstraße bearbeitet. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
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Die Corinthstraße in Friedrichshain-Kreuzberg soll fahrradfreundlicher werden. Im Abschnitt zwischen Markgrafendamm und Bödikerstraße schleift der Bezirk derzeit auf einer Fläche von rund 750 Quadratmetern das Kopfsteinpflaster ab. Die Maßnahme betrifft ausschließlich den Fahrbahnbereich, während die Seitenstreifen mit Parkplätzen unverändert bleiben. Die Straße ist Teil des Berliner Radverkehrsnetzes und gilt als wichtige Verbindung innerhalb des Bezirks.
Bezirksstadträtin Annika Gerold, zuständig für Verkehr, Grünflächen, Ordnung und Umwelt, erklärte, der Eingriff leiste einen wichtigen Beitrag zu einer fahrradfreundlicheren Stadt. Durch das Abschleifen werde das Radfahren spürbar sicherer und komfortabler. Gleichzeitig könne Regenwasser weiterhin im Boden versickern. Das Verfahren biete damit eine umweltverträgliche Alternative zu einer vollständigen Asphaltierung.
Priesterweg in Tempelhof-Schöneberg als Modellprojekt für fahrradfreundliche Straßen
Das Prinzip hat sich bereits an anderen Orten in Berlin bewährt. Am Priesterweg in Tempelhof-Schöneberg setzte der Bezirk im Frühjahr auf dieselbe Frästechnik. Dort blieb das historische Pflaster erhalten, während die Oberfläche geglättet wurde, um den Fahrkomfort für Radfahrende deutlich zu verbessern.
Diese Methode verbessert die Befahrbarkeit spürbar, ohne dass der Untergrund ausgebaut werden muss. Zudem reduziert die geglättete Oberfläche Fahrgeräusche und erhält die natürliche Versickerungsfähigkeit der Straße.
Hufelandstraße in Prenzlauer Berg: Glatteres Pflaster für sichere Radwege
Nach dem Pilotprojekt am Priesterweg griff auch der Bezirk Pankow die Idee auf. In der Hufelandstraße in Prenzlauer Berg schliffen Baukräfte im Herbst auf über 600 Metern das historische Pflaster ab, um eine gleichmäßigere und griffigere Fahrbahn zu schaffen. Das landeseigene Unternehmen infraVelo setzte die Maßnahme um und verbesserte damit eine wichtige Verbindung zwischen der Greifswalder Straße und dem Volkspark Friedrichshain.
Unter den Anwohnenden stießen die Veränderungen auf gemischte Reaktionen. Einige begrüßten die ruhigere Fahrweise und geringeren Geräusche, andere kritisierten dagegen, sie seien über die Planungen nicht ausreichend informiert worden. Dennoch zeigen die bisherigen Erfahrungen, dass die Schleiftechnik dazu beitragen kann, historische Straßenräume zu bewahren und zugleich die Verkehrssicherheit für Radfahrende zu verbessern.
Friedrichshain erweitert Radverkehrsnetz
Mit dem Projekt in der Corinthstraße wird das Verfahren nun erstmals auch in Friedrichshain eingesetzt. Der Ansatz verbindet Denkmalschutz, ökologische Nachhaltigkeit und die Förderung des Radverkehrs miteinander.
So entsteht ein weiterer Abschnitt im Berliner Radverkehrsnetz, der zeigt, wie Städte bestehende Straßenräume an die Anforderungen moderner Mobilität anpassen können, ohne ihren historischen Charakter aufzugeben.
Quellen: Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg, Bezirksamt Tempelhof- Schöneberg, infraVelo GmbH, Bezirksamt Pankow
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Sehr toll! Hoffentlich später auch noch die Gärtnerstraße ;)