Am Donnerstag werden im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark zwei der vier historischen Flutlichtmasten gesprengt. Für die Arbeiten wird ein großer Sicherheitsbereich eingerichtet, auch Teile des Mauerparks und die Max-Schmeling-Halle sind betroffen. Der Abriss markiert den Auftakt für den Neubau eines modernen, inklusiven Stadions.

Für die Sprengung wird am 12. Februar ein Sicherheitsbereich eingerichtet; innerhalb dieses Sperrkreises sind Teile des Jahn-Sportparks, des Mauerparks und die Max-Schmeling-Halle zeitweise nicht zugänglich. / © Grafik: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen
© Titelbild: IMAGO
Nachdem der ursprünglich für das vergangene Jahr geplante Termin für die Sprengung der Flutlichtmasten im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark verschoben worden war, soll es nun zügig vorangehen. Schon am Donnerstag wird ein weiträumiger Sperrkreis eingerichtet, um die Sprengung der beiden Masten zu sichern. Auch angrenzende Bereiche wie Teile des Mauerparks und die Max-Schmeling-Halle sind betroffen; die Arbeiten dauern voraussichtlich von 10 bis 11:30 Uhr.
Das Vorhaben ist Teil der Entwicklung des Sportparks zu einem inklusiven Areal mit modernen Sportflächen für Schul-, Vereins- und Freizeitsport. Während der Senat in dem Gesamtprojekt – einschließlich der Entwicklung einer inklusiven Sportwiese und moderner Sportflächen – einen Fortschritt für den Breitensport sieht, stößt das Vorhaben bei einigen Anwohnenden und einer Bürgerinitiative auch auf Kritik.
Zwei von vier Flutlichmasten werden am Donnerstagmorgen gesprengt
Die Flutlichtmasten stammen aus den 1950er Jahren und gehören zum Ensemble des historischen „Großen Stadions“. Jeder Mast ist rund 50 Meter hoch, wiegt etwa 39 Tonnen und steht auf Betonfundamenten. Für viele Menschen im Umfeld seien sie mehr als funktionale Bauwerke, argumentiert die Bürgerinitiative. Sie dienten als Orientierungspunkte und seien Teil der kollektiven Erinnerung des Quartiers. Ihr Abriss bedeute einen endgültigen Verlust stadträumlicher Identität – auch wenn der Senat betont, dass zwei der vier Masten erhalten bleiben sollen.
Die Senatsverwaltung begründet die Entscheidung unter anderem mit wirtschaftlichen Erwägungen: Eine Sprengung sei günstiger als ein kontrollierter Rückbau. Die fast 30 Jahre alten Flutlichtmasten erfüllten nicht die lichttechnischen Anforderungen an moderne Sportereignisse und sollen durch eine neue Lichtanlage ersetzt werden. Entgegen Angaben verschiedener Medienberichte stellt der Senat weiter klar: Die Flutlichtmasten stehen nicht unter Denkmalschutz.
Sicherheitspersonal sorgt dafür, dass sich niemand in der Gefahrenzone aufhält
Besonders sensibel ist das Thema Sicherheit. Bereits beim Abriss der Haupttribüne im Frühjahr 2025 war asbesthaltiges Material entdeckt worden, was zu einem Baustopp führte. Vor diesem Hintergrund fordert die Bürgerinitiative, auf die Sprengung zu verzichten. Aus ihrer Sicht lasse sich nicht ausschließen, dass dabei gesundheitsgefährdende Stoffe freigesetzt werden könnten. Nach Behördenangaben sei im Bereich der Flutlichtmasten jedoch kein Asbest verbaut oder gelagert worden. Die Senatsverwaltung hält die Risiken daher für gering.
Nach Angaben der Behörden soll der Schalldruck innerhalb der Sperrzone maximal 100 Dezibel erreichen und damit unter der Schmerzensgrenze des menschlichen Gehörs bleiben. Akustische Warnsignale (Horn) kündigen die Sprengung an. Die Masten sollen dann kontrolliert auf das Spielfeld stürzen, angrenzende Wohngebäude müssten nicht evakuiert werden. Für Anwohnende werden Informationen und Aushänge bereitgestellt, Parkplätze im Sperrkreis sind am Sprengtag gesperrt.
Jahn-Sportpark: Neubauprojekt zwischen Kritik und Chancen für die Nachbarschaft
Der Abriss der Masten markiert einen sichtbaren Schritt im Neubauprozess. Geplant ist eine zweitligataugliche Arena für rund 20.000 Zuschauer mit Kosten von knapp 200 Millionen Euro. Während die Bürgerinitiative das Vorhaben als überdimensioniert für einen dicht bebauten Bezirk und als Prestigeprojekt kritisiert, verweisen Befürworter auf die Notwendigkeit eines zeitgemäßen Stadions, das den Anforderungen von Vereinssport, Leichtathletik und Spitzensport gleichermaßen gerecht wird. Der Neubau soll moderne, multifunktionale Sportflächen bieten, bestehende Strukturen integrieren und gleichzeitig barrierefreie sowie inklusive Angebote für die Nachbarschaft schaffen.
Quellen: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Bürgerinitiative Jahnsportpark, Tagesspiegel, Jahnsportpark für Alle
Jetzt PLUS-Kunde werden
Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein PLUS-Abonnement.


