An der Rheingaustraße in Berlin-Friedenau hat sich das Straßenbild in den vergangenen Monaten deutlich verändert. Wo einst ein ehemaliges Elektrizitätswerk stand, ist inzwischen ein sechsgeschossiger Neubau in die Höhe gewachsen. Nun wurde auf der Baustelle Richtfest gefeiert.

Putzflächen, Gesimsbänder, Sprossenfenster und Balkone prägen die geplante Gestaltung von „Das Rheingau“ an der Rheingaustraße. / © Foto: BAUWERT AG / EVE Images
© Titelbild: BAUWERT AG
In Berlin-Friedenau hat die BAUWERT AG am 17. September 2026 Richtfest für das Wohnprojekt „Das Rheingau“ gefeiert. Damit ist der Rohbau an der Rheingaustraße 29–30 fertig. Nach Angaben des Projektentwicklers liegt das Vorhaben weiterhin im vorgesehenen Zeitplan. Bis Ende 2027 sollen hier 69 Eigentumswohnungen entstehen.
- Bezirk: Tempelhof-Schöneberg
- Adresse: Rheingaustraße 29–30, 12161 Berlin
- Projektstatus: Rohbau fertiggestellt
- Wohnungen: 69 Eigentumswohnungen
- Fertigstellung: geplant für Ende 2027
Der Bau hat seit dem Start der Hochbauarbeiten im Herbst 2025 deutlich an Höhe gewonnen. BAUWERT hatte am 10. Juli 2025 zunächst mit dem Aushub der Baugrube begonnen. Am 23. Oktober ging die Baugrube an die Hochbauer über, im November folgte der Turmdrehkran. Rund zehn Monate später steht nun der komplette Rohbau.

Im Innenhof von „Das Rheingau“ sind Grünflächen, Bäume und Aufenthaltsbereiche vorgesehen. Der Neubau soll bis Ende 2027 fertiggestellt werden. / © Foto: BAUWERT AG / EVE Images
„Das Rheingau“ in Friedenau: Nach dem Rohbau folgen Fassade und Innenausbau
Zum Richtfest kamen neben Vertretern des Projektentwicklers und der beteiligten Unternehmen auch Staatssekretär Alexander Slotty, Bezirksbürgermeister Jörn Oltmann und Bezirksstadträtin Eva Majewski Sparacino. Slotty verwies dabei auf die Bedeutung einer verlässlichen Umsetzung von Wohnungsbauprojekten in Berlin. Auch der Bezirk hob die Einbindung des Neubaus in den gewachsenen Friedenauer Stadtraum hervor.
Mit dem Richtfest verlagern sich die Arbeiten nun zunehmend in und an das Gebäude. In den kommenden Monaten soll die Fassade weiter ausgeführt werden, während parallel die Fenster eingebaut werden. Danach folgen unter anderem Dachdeckung, Abdichtungsarbeiten und der weitere Innenausbau. Bereits ab Ende September 2026 sollen nach Angaben von BAUWERT erste Musterwohnungen begehbar sein.

Das geneigte, hellrot gedeckte Dach mit Gauben greift nach Angaben der Planer Elemente der Friedenauer Bautradition auf. / © Foto: BAUWERT AG / EVE Images
Sechs Geschosse: „Das Rheingau“ bietet Platz für Familien
Das Projekt umfasst fünf Vollgeschosse und ein Dachgeschoss mit Galerieebene. Vorgesehen sind Zwei- bis Fünf-Zimmer-Wohnungen mit 54 bis 245 Quadratmetern Wohnfläche. Die Projektwebsite nennt darüber hinaus 35 barrierefreie Wohnungen. Zehn Erdgeschosswohnungen erhalten Terrasse und Garten, 52 Wohnungen einen Balkon oder eine Loggia. Hinzu kommen sieben Dachgeschosswohnungen mit jeweils zwei Terrassen; fünf davon verfügen über eine Galerieebene.
Der Neubau stammt von BONANNI Architekten. Die Gestaltung nimmt Elemente der Friedenauer Altbauten und Landhäuser auf. Vorgesehen sind unter anderem ein Natursteinsockel, gegliederte Putzflächen, Sprossenfenster, Gesimsbänder, Stahlgeländer sowie ein geneigtes, hellrot gedecktes Dach mit Gauben. Architekt Siegfried Wik beschreibt das Konzept als zeitgemäße Weiterentwicklung der für Friedenau typischen Maßstäblichkeit, ohne historische Architektur unmittelbar zu kopieren.

Die Wohnungen im Projekt „Das Rheingau“ erhalten private Außenbereiche. Bei den Erdgeschosswohnungen sind unter anderem Terrassen und Gärten vorgesehen. / © Foto: BAUWERT AG / EVE Images
Vom ehemaligen Elektrizitätswerk zum Neubau an der Rheingaustraße
Die Geschichte des Grundstücks spielte bereits vor dem Baustart eine wichtige Rolle. Für das Projekt wurde das frühere Friedenauer Elektrizitätswerk abgerissen. Der Komplex war 1904/1905 nach Plänen des Architekten Johannes Duntz entstanden und diente zunächst der örtlichen Stromversorgung. Später wurde die Anlage als Umspannwerk genutzt.
Der Abriss sorgte in der Nachbarschaft für Kritik; ein Denkmalschutz bestand für die Gebäude jedoch nicht. Bereits beim Vertriebsstart für „Das Rheingau“ Anfang 2025 war die Frage nach dem Umgang mit der historischen Bausubstanz deshalb Teil der Debatte.

Auch Dachterrassen gehören zum Wohnkonzept von „Das Rheingau“ in Berlin-Friedenau. Das Projekt umfasst insgesamt 69 Eigentumswohnungen. / © Foto: BAUWERT AG / EVE Images
Der nun entstandene Neubau soll umfangreiche Freiflächen erhalten. BAUWERT plant einen begrünten Innenhof mit Spielbereich sowie einen Gemeinschaftsgarten mit Hochbeeten. Alle Wohnungen bekommen einen privaten Außenbereich. Zum Energiekonzept gehören Fernwärme, Solarmodule und eine extensive Dachbegrünung. Regenwasser soll auf dem Grundstück versickern. In der Tiefgarage werden die Stellplätze für E-Mobilität vorbereitet, zusätzlich entstehen Abstellmöglichkeiten für Fahrräder.
Damit beginnt für „Das Rheingau“ nun die Ausbauphase. Bis zum geplanten Abschluss Ende 2027 stehen vor allem Fassade, Gebäudetechnik, Innenräume und Außenanlagen auf dem Programm. Erst mit deren Fertigstellung wird sich auch vollständig zeigen, wie sich der Neubau an der Stelle des früheren Elektrizitätswerks in das Friedenauer Straßenbild einfügt.

Bis Ende 2027 sollen im Projekt „Das Rheingau“ in Berlin-Friedenau 69 Eigentumswohnungen mit 54 bis 245 Quadratmetern Wohnfläche entstehen. / © Foto: BAUWERT AG / EVE Images
Das Rheingau – Berlin-Friedenau
Quellen: BAUWERT AG, Das Rheingau, BONANNI Architekten, VDE Ausschuss Geschichte der Elektrotechnik
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Na also, geht doch! Moderne Neubauten in ansprechender, traditioneller Architektursprache (!) , die sich deshalb auch einfügen in die örtliche Gründerzeitarchitektur der charmanten Gründerzeitviertel. Gratuliere!
Viel zu oft werden diese Gründerzeitviertel mit kontrastierender Bauhausarchitektur ästhetisch vergewaltigt (öde Flachdachkisten; oft mit modernistischen Verrenkungen an der Fassade „aufgehübscht“, um die öde „Form follows Funktion“ Philosophie der Moderne zu relativieren).
Die wenigsten Architekten verstehen den Wert einer Architektur, die sich in die örtlich vorherrschende Architektursprache einfügt.
Natürlich kann man moderne Neubauten auch in einer schönen und traditionellen Architektursprache entwerfen und bauen.
Wenn ich mir die öden und platten und hässlichen NeubauFlachdachkisten Unter den Linden vor Augen führe, die in den letzten Jahrzehnten dort entstanden sind – furchtbar!
Wie viel schöner und attraktiver wäre Unter den Linden heute, wenn man diesen ganzen modernistischen FlachdachkistenScheiß (in der Tradition der gruseligen Bauhausmoderne) in einer Gestaltungssatzung für diese Prachtstrasse verboten und eine traditionelle Architektursprache vorgeschrieben hätte – gleich nach der Wiedervereinigung (vor der erwartbaren Neubebauung).
Erstaunlich und mir vollkommen unverständlich, wie gleichgültig die Bürger Berlins die ästhetische Verödung ihrer ehemaligen Prachtstrasse betrachten.
Auch aus rein wirtschaftlichen Gründen – für Berlin als Tourismusmetropole – ein mir absolut unverständliches Phänomen, dass Berlin sich für das Erscheinungsbild seiner Prachtstrasse offenbar null interessiert!