Der Neptunbrunnen wird nicht an seinen historischen Standort zurückkehren. Das geht aus einer aktuellen Antwort des Senats auf eine Schriftliche Anfrage hervor. Während das Marx-Engels- und Rathausforum neu gestaltet wird, bleibt der Brunnen vor dem Roten Rathaus.

Schlossplatz am Humboldt-Forum

Auf dem Schlossplatz vor dem Humboldt Forum sollen in den kommenden Jahren mehrere Baumgruppen und ein neuer Brunnen realisiert werden. Zudem soll die bestehende Straße zur Fußgängerzone umgewidmet werden. Es ist nur eines von drei Projekten, die mehr Grün rund um das rekonstruierte Stadtschloss bringen sollen. / © Visualisierung: bbz Landschaftsarchitekten

© Visualisierung: bbz Landschaftsarchitekten
© Foto Titelbild: Depositphotos.com / Patryk_Kosmider

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Mit dem Spatenstich im Juni 2025 haben die Arbeiten zur Neugestaltung des Freiraums zwischen Fernsehturm und Spree offiziell begonnen. Grundlage ist der prämierte Wettbewerbsentwurf von RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten aus dem Jahr 2021. Zunächst werden Abbrucharbeiten am Spreeufer umgesetzt, begleitet von Kampfmitteluntersuchungen und archäologischer Dokumentation.

Die Bauarbeiten verlaufen laut Senat im Zeitplan. Der erste Bauabschnitt am Marx-Engels-Forum soll größtenteils bis Ende 2027 abgeschlossen sein. Das nördlich anschließende Rathausforum folgt in einer zweiten Phase. Ziel ist eine abschnittsweise Umsetzung mit möglichst geringen Beeinträchtigungen für bestehende Nutzungen.

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Archäologische Begleitung und Klimaanpassung am Marx-Engels-Forum: Keine Planänderungen, rund 90 neue Bäume geplant

Die Maßnahmen werden eng archäologisch begleitet. Unterirdische Strukturen wie Kellerreste oder Fundamentmauern werden systematisch dokumentiert. Bisherige Funde haben jedoch keine Änderungen an der Planung ausgelöst, da keine denkmalrelevanten Befunde festgestellt wurden. Die Ergebnisse werden archiviert und an das Landesdenkmalamt übermittelt.

Im Zuge der Umgestaltung setzt das Land auf zusätzliche Begrünung. Allein im Bereich des Marx-Engels-Forums sollen rund 90 Bäume neu oder ergänzend gepflanzt werden. Zum Einsatz kommen klimaresiliente Arten wie Ungarische Eiche, Silberlinde und Japanischer Schnurbaum. Damit reagiert die Planung auf steigende Temperaturen und verfolgt die Ziele des Berliner Klimaanpassungsgesetzes.

Rathausforum in Berlin-Mitte: Schausteller bleiben, neue öffentliche Toilette am Marx-Engels-Forum geplant

Während der Bauphase sollen bestehende Nutzungen möglichst erhalten bleiben. Derzeit gebe es keine Beeinträchtigungen für Schaustellerinnen und Schausteller, heißt es. Nach Abschluss der Arbeiten sollen die Flächen grundsätzlich wieder nutzbar sein. Über Konzessionen entscheidet weiterhin das Bezirksamt Mitte.

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Zusätzlich ist eine weitere öffentliche Toilette im Bereich des Marx-Engels-Forums vorgesehen. Sie ergänzt die bestehenden Anlagen und soll die Aufenthaltsqualität erhöhen.

Neptunbrunnen bleibt am Rathausforum: Keine Rückführung zum Schlossplatz im Bezirk Mitte geplant

Klarheit schafft die Antwort des Senats zur prominentesten Frage: Der Neptunbrunnen wird nicht versetzt. Eine Rückführung an den historischen Standort vor dem Schloss ist im Rahmen der aktuellen freiräumlichen Umgestaltung nicht vorgesehen.

Damit bestätigt der Senat seine bisherige Linie. Bereits im Zusammenhang mit der klimagerechten Umgestaltung des Schlossplatzes hatte er eine Rückführung ausgeschlossen und stattdessen einen zeitgenössischen Brunnen in Aussicht gestellt. Während Bürgervereine weiterhin eine historische Rekonstruktion fordern, setzt die Verwaltung auf neue Gestaltungselemente am Humboldt Forum und auf Kontinuität am Rathausforum. Der Neptunbrunnen bleibt somit Teil des Nachkriegsensembles rund um Rotes Rathaus und Fernsehturm.

Quellen: Abgeordnetenhaus Berlin, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Bezirksamt Mitte, Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss, bbz Landschaftsarchitekten

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21 Kommentare

  1. Robur 11. Februar 2026 at 11:26 - Reply

    Wann bekommt man für den Entschluss eine wirkliche Begründung? Es kann nicht sein, dass viele Initiativen und repräsentative Umfragen nichts bei den Verantwortlichen Auslösen. Absolute Ignoranz ist in diesem Fall anscheinend zeitlos, wie der Neptunbrunnen

  2. a.t. 11. Februar 2026 at 12:04 - Reply

    Das ist so übergalaktisch hirnrissig, da fällt einem nichts mehr zu ein. Einfach nur, um irgendwie Recht zu behalten und Macht auf die tumbeste Art und Weise zur Schau zu stellen. Nur um den Bürger wieder eins rüberzuziehen und primitiv zu kommunizieren: ‚Ihr könnt wollen und schön finden, was ihr wollt, aber das interessiert uns einen Feuchten.’…Kein Sinn für Geschichte haben und überhaupt kein Gefühl für so etwas wie Schönheit mehr aufbringen können. Bleibt nur noch die finale Gewißheit, die Plebs haben völlig und umfassend übernommen… Und dann wundert sich der Staatsfunk neulich, dass jetzt Touristen ausbleiben… Wen wundert’s?…Das ist keine Wunder, wo man doch hier fleißig bemüht ist, lauter diese kleinen Sargnägelchen wie z.B. die Neptunbrunnenentscheidung am laufenden Band einzuschlagen. (…oder Dinge, wie in Teilen widerlichst verdreckte und vermüllte Stadträume, sterbende Klubszene, Flutung der Stadt mit banalster zeitgeössicher Architektur in Größenordnung, Enteignungsphantasien, endloses Zerschießen, Zerquatschen und Verzögern von Großprojekten und immer wieder diese frappierend aufpoppende Ignoranz oder Entrücktheit, was die Historie der Stadt angeht). Der Tag wird kommen, da will gar keiner mehr hier her.

    • Ewald Karl 11. Februar 2026 at 20:28 - Reply

      Hat es sich noch nicht herumgesprochen, dass Pöbeleien („Staatfunk!“, „Plebs“) eher mitleidig übrflogen werden, aber in Debatten nicht ernst genommen werden?

      • Pavel 12. Februar 2026 at 12:39 - Reply

        Sonst ist bei euch beiden alles in Ordnung, ja? Den Neptunbrunnen wird es weiter geben. Da wo er seit mittlerweile über 50 Jahren steht. Ihr könnt ihn also jeden Tag bestaunen und bewundern. Aber möglicherweise geht es euch gar nicht um den Neptunbrunnen. Kann das sein? Sondern um irgendeine Diffuse Wut auf Grüne, Staatsfunk und Co.

        Dass der Raum zwischen Fernsehturm und Spreeufer neu gestaltet wird, ist jedenfalls sehr sinnvoll. Das wird den Touristen gefallen und auch eurem ach so geliebten Stadtschloss „gut tun“. Apropos Touristen: Die werden sich über den Neptunbrunnen am „neuen“ Standort nicht weniger freuen, als wenn er an seinem alten Standort stehen würde.

        Außer ein paar historisierenden Ideologen interessiert sich nämlich niemand dafür, ob der Brunnen jetzt an seinem „original“ Standort steht oder nicht. Der aller größte Teil wird sich einfach über eine schöne Grünanlage, mit Brunnen und Fluß zwischen Fernsehturm und Unter den Linden freuen.

  3. Piet Omine 11. Februar 2026 at 17:10 - Reply

    Hallo Ihr beiden, na da ist er doch mal wieder – DER GANZ GROSSE RUNDUMSCHLAG – der Bürger, Schönheit, uns hört ja keiner, … bis zu: ..” der Tag wird kommen…. Glücklicherweise seid Ihr beide nicht DER oder DIE Bürger*in ;-) Aber auch als EIN/E Bürger/in solltet Ihr ggf. die unzähligen Diskussionsrunden der letzten zehn Jahre!
    mitbekommen haben. Es gab große Mehrheiten für die aktuelle Planung. Unter Trump läuft sowas anders, ich weiß. Gott schütze uns vor Alice Weidel! Amen

    • M.Hillen 12. Februar 2026 at 21:16 - Reply

      Und Piet Omine hat nicht mitbekommen, dass in allen Umfragen mehr als 90% der Bürger die Gendersprache als dümmliche, linke Zeitgeistidiotie ablehnen. Genauso wie das dümmliche Opfergetue, das sich als implizite, freche Anklage gegen den Rest der Gesellschaft hinter dem Gebrauch dieser Gendersprache verbirgt.

      • Martina 13. Februar 2026 at 14:56 - Reply

        Oh weh. Dachte doch tatsächlich, wir sind hier in Deutschland. In einer funktionierenden Demokratie.

        Statt dessen unterstellt M. Hilfen viel. Warum eigentlich?

        Lasst die Leute doch Gendern, wenn sie wollen.
        Musst es ja nicht nachmachen.
        Verboten ist es nicht.
        Ein Messgrad für Intelligenz übrigens auch nicht – oder für politische Ausrichtung.

  4. Böhme 11. Februar 2026 at 22:32 - Reply

    Gut, eine neue Brunnenanlage – von mir aus! Aber lächerlich ist die „Verwaldung“ des Vorplatzes. Offensichtlich betreiben das die früheren Schlossgegner, die auf diese Weise die verhasste Schlossfassade hinter geballtem Grün verschwinden lassen wollen!

    • Mitte-Mitte-Anwohnerin 12. Februar 2026 at 07:47 - Reply

      Mehr grün macht Sinn und wurde von Bürgern und auch Wissenschaft bei fast jedem Projekt gefordert.
      Insbesondere Hitze, Luftreinhaltung (EU-Richtlinie, Werte bis 2030 halbiert), Wassermanagement(Schwammstadt, Starkregen) und Aufenthaltsqualität (dient auch Tourismus und damit Wirtschaft) stehen hier im Vordergrund. Das ist sinnvoll.
      Der Streit um den Platz wird schon lange geführt. Interessant wäre die Begründung und auch Touristen-Attraktivität-Strategie des Senates.

      • Böhme 12. Februar 2026 at 22:54 - Reply

        Berlin will Milliarden ausgeben, um auf mindestens 1 Mio. Bäume zu kommen. Daneben – bemühen Sie doch einfach Google-Maps und vergleichen Sie – dürfte Berlin wenn nicht gar die jedenfalls eine der grünsten Städte der Welt sein. Ich muss deswegen nicht ein historisch bedeutende Fassade zustellen!

        Ein Vorschlag zum Ausgleich: Mögen doch stattdessen die gesamte Karl-Marx-Allee auf dem gesamten Mittelstreifen und an den bisher unbebaumten Grünstreifen zu den Häusern hin in entsprechender Dichte wie auf dem obigen Bild für das Schloss geplant angepflanzt werden. Das bringt klimatechnisch vielmehr als die paar Bäume vor der Schlossfassade. Und es würden die im Sommer völlig ausgetrockneten Rasenflächen vor allem vor den Stalinbarockbauten weniger aufdringlich machen. Auch könnten Bäume wie geplant vor dem Schloss stattdessen auf den Plätzen vor dem Kino International, dem Café Moskau und dem Kosmos gepflanzt werden. Die gesamte Karl-Marx-Allee ist klimatechnisch hochproblematisch. Die Allee besser zu stellen könnte man auch um die Brunnenanlage am Strausberger Platz Bäume dicht an dicht und unter den Bäumen dicht an dicht Sträucher pflanzen.

        Na, was sagen Sie zu meinem Vorschlag (ich habe da schon eine bestimmte Vorstellung)?!?

        • Mitte-Mitte-Anwohnerin 13. Februar 2026 at 08:46 - Reply

          Ja, klar. Überall wo viel Beton ist und Hitzeinseln sind, sollte begrünt werden.
          Warum also nicht beides?
          Und noch viel mehr?

          Wenn alle Hitzeinseln beseitigt sind, Luftreinhaltung auch nach den neuen Richtwerten eingehalten ist, die Aufenthaltsqualität gesteigert ist, Schwammstadt gewährleistet ist, etc. -> dann kann man immer noch überlegen, wo für hübsche Sichtachsen auf Begrünung verzichtet werden kann ohne die oben genannten Notwendigkeiten zu zerstören.

          • Anwohnerin Leipziger 13. Februar 2026 at 15:03

            Desto mehr Grün um so besser. Gerade der Bereich um den Alexanderplatz ist ein „Hotspot“. Leider nicht nur was Touristen betrifft sondern auch Hitze. Tatsächlich kann es in der Stadt bis zu 10 Grad heißer als im Außenbereich der Stadt sein. Es wird dringend (!) mehr Baumbestand benötigt auf jeder nur verfügbaren Fläche.

            Die Bäume haben durch ihren Schatten und ihr angenehmes Kleinklima in Kombination mit Bänken dazu eine positive Wirkung für die Aufenthaltsqualität.
            Mehr Aufenthaltsqualität = längerer Aufenthalt von Menschen = mehr Umsatz in dem Bereich (wissenschaftlich erwiesen)
            Folglich sind Bäume in beiden genannten Bereichen sinnvoll.

  5. Robur 12. Februar 2026 at 16:16 - Reply

    Bevor ich mit dem zweiten Kommentar in einen Topf geworfen werde, würde ich doch noch gerne einmal antworten. Ich habe nichts gegen die Grünen und das Wort „Staatsfunk“ liegt mir so fern wie nur irgendmöglich. Ich würde mich auch ganz sicher nicht als konservativ bezeichnen. Es ist vollkommen berechtigt diese Entscheidung als ignorant zu bezeichnen. Wie bereits erwähnt gab es Umfragen und Initiativen, die die Rückverlegung des Brunnens an seinen alten Standort fordern und das mit vernünftigen Argumenten.
    -Der Brunnen wurde für diesen Ort geschaffen und ist für ihn konzipiert, was sich auch schon an der Ausrichtung der Figuren zeigt
    – Der Bund hat dafür Geld bereitgestellt, was den Berliner Senat auf den Kosten für die neue Brunnenanlage sitzen lässt.
    -Der Förderverein des Schlosses hat zugesagt einen möglichen Umzug zu bezahlen, oder sogar eine Kopie. Als keine Last für die Stadtkasse.
    – Der Platz soll grüner werden und auch ohnehin einen Brunnen erhalten, warum also nicht den, der dort stand.
    – mit der Versetzung könnte auch die Geschichte des Brunnens und des Schlosses besser didaktisch aufgearbeitet werden.
    – Der Brunnen wäre am Schlossplatz vor den stendigen Kletterversuchen von Menschen geschützter, was aus denkmalpflegerischer Sciht gut wäre.
    Also das waren alles meine Gründe, warum der Brunnen umziehen sollte. Wo sind eure Argumente für den Verbleib?

    • Franz 12. Februar 2026 at 19:03 - Reply

      Ihren Argumenten stimme ich zu. Ich verstehe etwas anderes nicht bzw. vermisse etwas: Die Entsiegelung der übermäßig betonierten Flächen um den Neptunbrunnen und rund um den Fernsehturm. Da müsste mehr Grün hin. Auf der Strecke zwischen Alex und Rotem Rathaus gibt es seit 20 Jahren doppelreihige Baumscheiben – unbepflanzt. Wieso? Wieso gibt’s hier keine Bäume, zB Platanen? Wird die Spandauer Straße verschmiert? Warum bleibt die in beiden Richtungen dreispurig und mehr?

      • Böhme 12. Februar 2026 at 23:17 - Reply

        Gut, erst einmal habe ich – entgegen Ihnen und Roburs – Verständnis für die eruptiv emotionalen Ausbrüche a.t.’s (der, wie aus einem anderen Beitrag zu mutmaßen aus Asien kommt und schon deswegen irgendwie unverdächtig ist, was Nationalismen angeht), denn an der erratischen Stadtplanung dieser Stadt auf Senats-, erst Recht auf Bezirksebene muss jeder, der diese Stadt liebt, verzweifeln. Und a.t. scheint „schwer, schwer“ verliebt zu sein! Ich übrigens eigentlich auch! Bin auch Migrant, aus Norddeutschland!

        Aber Ihre Frage zum südlich des Fernsehturms um den Neptunbrunnen gelegenen Bereich: Das ist genau die Frage! Sie haben offensichtlich den Streit um den gesamten Bereich nicht mitbekommen. Es gibt Bestrebungen, unter anderem um die Senatsbaudirektorin Kahlfeldt herum, den Bereich des Karl-Marx-Platzes wieder zu bebauen – in Stimmann’scher Blockrandbebauung nach historischen Vorlagen. Nach meiner Erinnerung gilt das auch für den Bereich um den Neptunbrunnen herum (weshalb der dort total stört :))!

        Diese Frage der Versetzung des Neptunbrunnens an die Süd-Ost-Süd-Seite des Schlosses ist hier auf entwicklungsstadt.de schon diverse Mal erörtert worden. Ich hatte deswegen dort schon geschrieben, dass man, bevor man über eine „Verschiebung des Neptunbrunnens“ nachdenkt, sich erst einmal über die städteplanerische Gestaltung des gesamten Bereichs Gedanken machen sollten – und zwar ideologiebefreit!

        • Franz 13. Februar 2026 at 19:53 - Reply

          Danke. Ich lese von der Debatte um die Bebauung der Fläche vor dem Roten Rathaus nicht zum ersten Mal, also die Etablierung des Viertels um den ehemaligen Neuen Markt und das Lutherdenkmal. Aber warum gibt es diese Debatte und dieses Schwarz/Weiß? Nun, die Versiegelung westlichen des Fernsehturms samt einer maroden Wasseranlage ist aus meiner Sicht eine städtebauliche Katastrophe, eine Betonfläche … und die Alibi-Rosenstöcke machen es leider nicht besser. Und wie die viel zu breite Spandauer Straße wird sie verteidigt, weil sie Teil der sozialistischen Hauptstadt ist, dooferweise. Gleiches gilt für das Festkleben an der Wiedererrichtung der Vorkriegsstadt (die übrigend auch eine sich stetig verändernde Struktur war – so viel Mittelalter oder 17. Jahrhundert war da 1929 auch nicht mehr. Also welches slte Berlin soll da entstehen. Ok, vielleicht an der Ecke zur Raumeinfassung das Mendelssohn-Haus. Aber bitte vor allem mehr Grün auch dort. Und ein Brunnen, der besser zum Fernsehturm passt, als das Neptunteil (schlage ich nicht zum ersten Mal vor). Der Neptun gehört vor das Schloss. Finde ich weiterhin.

  6. Franz 12. Februar 2026 at 19:04 - Reply

    Die Spandauer Straße gehört natürlich verschmälert, sorry.

  7. Franz 12. Februar 2026 at 19:07 - Reply

    Achso: Und wieso sollen da Schausteller hin? Braucht man am Alex und am Humboldtforum eine Dorfkirmes? Weltstadt?

  8. M.Hillen 12. Februar 2026 at 20:05 - Reply

    Das Humboldt Forum ist eben keine komplette originale Rekonstruktion des historischen Stadtschlosses. Es ist weder Fisch noch Fleisch, weder etwas Modernes, noch etwas, das Geschichte lebendig macht. Es ist Murks. Und das in jeder Hinsicht (nicht mal das Dachrestaurant bzw die Dachterrasse überzeugen durch unkomplizierte Zugänglichkeit). Dazu passt auch das vermurkste unmittelbare Umfeld des Humboldtforums: es ist weder historisch gestaltet noch zeitgenössisch ansprechend gestaltet: eine hässliche Wippe hier, ein Betonufer da, eine steinerne Fläche mit indischem Stadttor dort, und zur Breiten Strasse hin ein moderner Brunnen, der in dieser Umgebung nur den Sinn macht, einen historischen Brunnen zu ersetzen. Also kurz: meiner Meinung nach nichts, was wirklich zu begeistern vermag und dem Besucher nur die Botschaft vermittelt, dass Berlin mit seiner eigenen, Jahrhunderte alten Geschichte nichts, absolut nichts anfangen kann. Das ist natürlich ein Armutszeugnis, das in dieser Form weltweit einmalig sein dürfte. Das ist in allen anderen Städten außerhalb Deutschlands ganz anders. Dort ist man Stolz auf seine Geschichte. Dort werden historische Stadtareale dementsprechend herausgeputzt, restauriert und wo nötig historisch korrekt wiederhergestellt. In Berlin stattdessen nur Dummheit durch Selbstverleugnung und Selbstnegierung durch Architektur und Stadtplanung im historischen Herzen der Stadt. Natürlich wird Berlin da auf Dauer ins Hintertreffen geraten als Touristendestination… Das habe ich schon vor Jahren prognostiziert. Man braucht sich nur die unmittelbare Konkurrenz in Mittelosteuropa anzuschauen.
    Insofern bleibt Berlin sich treu in seiner Dummheit, Historie und Identität zu negieren, zu banalisieren und zu gagaisieren: ein Stadtschloss, das genau das nicht sein will, ein Neptunbrunnen, der aus seinem historischen Kontext gerissen bleibt, ein Berlin, das mit sich und seiner Geschichte nichts anzufangen weiß..und im Grunde nur noch ein geschichts- und gesichtsloser Wohn- , Arbeits- und Konsumort ist. Mehr nicht.
    Man kann sich das mal anschauen. Sicherlich. So große Dummheit ist schon mal eine Betrachtung wert. Mehr aber auch nicht.

  9. Franz 12. Februar 2026 at 21:07 - Reply

    Nun, ich finde das Humboldtforum als Ausstellungszentrum samt der barock-wiederhergestellten Fassade gut – und auch die geplante Umgebung samt Erinnerung an die friedliche Revolution. So doll sind die Zeugnisse zeitgenössischer Architektur in Berlin nämlich nicht. Und besser als der große Parkplatz ist es auch.

  10. M.Hillen 12. Februar 2026 at 21:49 - Reply

    Ja, klar. Meine ich ja: es ist gut. Es ist okay. Aber eben auch nicht mehr. Nur okay. Das Humboldtforum mit seiner unmittelbaren Umgebung ist aber nichts, was begeistert. Weil: weder Fisch noch Fleisch. Auch die Grünanlage zwischen Fernsehturm und Humboldtforum wird hoffentlich schön und nett sein. Eben okay. Aber eben nichts, was begeistern wird. Es fehlt die Bindung zur Historie und zur historischen Identität der Stadt. Nicht umsonst hat selbst die DDR-Regierung zur 750 Jahr Feier das Nikolaiviertel wieder aufgebaut (wenigstens zum Teil; wenigstens in der Anmutung historisch nachgeahmt). Sie hatte anlässlich dieses Jubiläums begriffen, dass Historie und Identität im Zentrum einer alten Stadt auch an Bauten und Plätzen erkennbar, erlebbar sein muss. Im Prinzip hätte Berlin nach der Wiedervereinigung da weitermachen müssen… hat dieses historische Zeitfenster aber leider versäumt. Der sozialistische Staat wurde vom Volk beseitigt, aber die Elite hat es geschafft, den Sozialismus kulturell und identätspolitisch am Leben zu erhalten. Insbesondere in Berlin. Deshalb sieht Berlin heute im historischen Zentrum so ahistorisch, so banal, so beliebig aus. Dass Berlin da etwas fehlt, das merkt man, wenn man vergleichbare bedeutende Städte und Metropolen in Mittelosteuropa besucht.

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