An der Freienwalder Straße 12 in Alt-Hohenschönhausen liegt seit Jahren ein großes Grundstück brach. Dabei gab es für die Fläche konkrete Baupläne. Nun zeichnet sich ab, dass das lange laufende Verfahren vor dem Ende steht.
Freienwalder Straße 12: Brache in Alt-Hohenschönhausen
© Titelbild: Bürgerbüro Martin Pätzold MdA
Unvollendete Abbrucharbeiten, Wildwuchs und immer wieder Probleme mit dem Bauzaun: Das Grundstück an der Freienwalder Straße 12 fällt seit Jahren durch seinen schlechten Zustand auf. Dabei sollte die Fläche in Alt-Hohenschönhausen längst neu entwickelt werden. Eine aktuelle Schriftliche Anfrage zeigt nun, wie weit sich die ursprünglichen Pläne von einer Umsetzung entfernt haben.
- Bezirk: Lichtenberg
- Adresse: Freienwalder Straße 12, 13055 Berlin
- Bebauungsplan: 11-115 VE
- Ursprüngliche Planung: Wohnungen für Studierende und Senioren sowie ein Hotel
- Wohnungen: 150 Wohneinheiten vorgesehen
Das Bezirksamt Lichtenberg leitete für Wohnungen und ein Hotel im Dezember 2015 auf Antrag des Vorhabenträgers den vorhabenbezogenen Bebauungsplan 11-115 VE ein. Die Planung sah Wohnraum für Studierende und Seniorinnen und Senioren sowie eine Hotelnutzung vor. Eine Berliner Übersicht zum Wohnungsbau führte das Projekt 2017 mit 150 Wohneinheiten und einer damaligen Quote von 25 Prozent nach dem Berliner Modell.
Freienwalder Straße 12: Schon 2023 bewegte sich das Projekt nicht mehr
Die Planung kam zunächst durchaus voran. Die frühzeitige Beteiligung von Öffentlichkeit und Behörden fand statt, später folgte auch die Behördenbeteiligung nach Paragraf 4 Absatz 2 Baugesetzbuch. Noch in Übersichten des Bezirks aus den Jahren 2022 und 2023 wurde das Verfahren mit dem Planungsziel „Wohnen (Studenten, Senioren), Hotel“ geführt.
Dass die Entwicklung danach aber feststeckte, war spätestens Ende 2023 offiziell bekannt. Eine frühere Schriftliche Anfrage des CDU-Abgeordneten Prof. Dr. Martin Pätzold ergab damals, dass der Vorhabenträger keine Aktivitäten zur Fortführung des Verfahrens zeigte.
Inzwischen fällt die Antwort noch deutlicher aus. Pätzold fragte am 24. August 2026 erneut nach dem Grundstück. Das Bezirksamt teilte über die Senatsverwaltung mit, trotz mehrfacher Nachfragen seien seit langer Zeit weder Schritte zur Fortführung des Bebauungsplanverfahrens noch andere planerische Aktivitäten des Vorhabenträgers bekannt. Deshalb beabsichtige Lichtenberg nun, das Verfahren einzustellen.
Probleme mit Bauzaun an der Freienwalder Straße 12
Damit unterscheidet sich die Situation deutlich von anderen Flächen im Ortsteil. In Alt-Hohenschönhausen entstehen derzeit an mehreren Stellen neue Wohnungen. An der Konrad-Wolf-Straße wurden 441 Mietwohnungen errichtet. An der Detlevstraße plant die HOWOGE rund 450 weitere Mietwohnungen. Auch das Umfeld des ehemaligen DDR-Sporthotels gehört zu den größeren Entwicklungsflächen im Stadtteil.

Die hellen Fassaden und dunklen Fenster prägen den Neubau an der Konrad-Wolf-Straße in Hohenschönhausen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
An der Freienwalder Straße beschäftigt dagegen vor allem der Zustand der Brache die Behörden. Nach Angaben des Bezirksamts wurden dort Abbrucharbeiten begonnen, aber nicht abgeschlossen. Im September 2026 beschrieb der Bezirk den Bauzaun als lückenhaft und teilweise nicht standsicher. Für die ordnungsgemäße und sichere Unterhaltung des Grundstücks sei die Eigentümerin verantwortlich.
Verfahren um Freienwalder Straße 12 soll eingestellt werden
Die Eigentümerin muss den Bauzaun nach der jüngsten Anordnung so verankern oder versteifen, dass er nicht umkippt. Außerdem verlangt der Bezirk wöchentliche Kontrollen der Grundstückssicherung und die umgehende Beseitigung festgestellter Mängel.
Für die eigentliche Zukunft der Freienwalder Straße 12 bleibt damit vorerst vieles offen. Gesichert ist lediglich, dass die seit 2015 verfolgte Planung für Wohnungen und ein Hotel nicht vorangekommen ist und der Bezirk das zugehörige Bebauungsplanverfahren nun einstellen will. Was anschließend auf der Fläche entstehen könnte, ist bislang nicht entschieden.
Quellen: Abgeordnetenhaus Berlin, Schriftliche Anfrage 19/27007, Bezirksamt Lichtenberg
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