Mitten in Berlin-Mitte wird ein historischer Gebäudekomplex neu entwickelt. Nachdem die Deutsche Telekom 2024 aus dem ehemaligen Generaltelegraphenamt in der Französischen Straße ausgezogen ist, laufen nun großflächige Umbauarbeiten. Gleichzeitig hat ein internationaler Investor Teile des Ensembles übernommen, die zukünftige Nutzung bleibt jedoch bislang offen.

Das unter Denkmalschutz stehende ehemalige Generaltelegraphenamt an der Französischen Straße ist derzeit teilweise mit einer großflächigen weißen Gerüstplane verhüllt. Diese dient vermutlich dazu, Arbeiten an der historischen Fassade vorzubereiten oder durchzuführen. Gleichzeitig liegt seit 2024 ein Bauantrag für Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen am Gebäudekomplex vor. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Foto Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT
Das ehemalige Generaltelegraphenamt in der Französischen Straße 33 gehört zu den bedeutendsten Bauwerken der Berliner Telekommunikationsgeschichte. Der Gebäudekomplex erstreckt sich zwischen Französischer Straße, Jägerstraße und Oberwallstraße und steht heute unter Denkmalschutz. Errichtet wurde er zwischen 1861 und 1863 als zentrale Telegraphenstation der Hauptstadt.
Über Jahrzehnte blieb der Standort eng mit der Entwicklung der Kommunikationstechnologie verbunden. Nach der Wiedervereinigung nutzte die Deutsche Telekom das Gebäude als Hauptstadtrepräsentanz. Im Jahr 2024 zog das Unternehmen jedoch aus und verlegte seine Berliner Repräsentanz in die neue „Magenta Mitte“ an der Ebertstraße.
Telekom zieht aus dem Generaltelegraphenamt in das „Magenta Mitte“ an der Ebertstraße

Das neue Bürogebäude der Telekom in der Ebertstr. 15A in Berlin trägt den Namen „Magenta Mitte“. / © Foto: Marc-Steffen Unger
Mit dem neuen Standort an der Ebertstraße 15A positioniert sich die Telekom näher am politischen Zentrum der Hauptstadt. Das Gebäude soll als Ort für Austausch mit Politik, Wirtschaft und Medien dienen. Geplant sind dort Veranstaltungen, Workshops und Gespräche rund um Digitalisierung und Telekommunikation.
Die neue Repräsentanz bietet Platz für rund 150 Mitarbeitende und Gäste. Mit dem Umzug endete zugleich die Nutzung des historischen Komplexes in der Französischen Straße, der mehr als drei Jahrzehnte lang als Berliner Standort des Unternehmens diente.
CBRE Investment Management kauft Büroensemble an der Französischen Straße
Bereits vor dem Auszug der Telekom wechselte ein Teil des Gebäudekomplexes den Eigentümer. Das Immobilienunternehmen CBRE Investment Management erwarb ein Büroensemble an der Französischen Straße 33 a–c/Ecke Jägerstraße 43–44 mit rund 12.400 Quadratmetern Fläche.
Der Komplex besteht aus einem denkmalgeschützten Altbau sowie zwei Neubauten. Verkäuferin war die Deutsche Telekom. Das Unternehmen nutzte die Flächen zunächst weiter, plante jedoch bereits damals eine mittelfristige Neuausrichtung der Immobilie. Ziel des Investors sei es, den historischen Charakter zu erhalten und zugleich ein modernes Büroobjekt mit nachhaltigen Qualitäten zu entwickeln.
Französische Straße 33: Umbau zu Büroflächen und Veranstaltungsräumen geplant
Seit dem Telekom-Auszug ist der Gebäudekomplex zur Baustelle geworden. Ein Bauantrag aus dem Oktober 2024 sieht umfangreiche Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen vor. Geplant ist insbesondere die Umgestaltung eines Gebäudeteils zur Schaffung von rund 18.859 Quadratmetern Bürofläche.
Darüber hinaus sind zusätzliche Nutzungen vorgesehen. Im Erdgeschoss zur Französischen Straße soll ein Café entstehen, das jedoch nicht öffentlich zugänglich sein soll. An der Jägerstraße ist ein Gastronomiebereich geplant. Außerdem sieht der Bauantrag eine Versammlungsstätte für bis zu 1.200 Personen vor.
Generaltelegraphenamt in Berlin-Mitte steht vor neuer Nutzung
Wie weit die Planungen inzwischen fortgeschritten sind, ist öffentlich bislang nicht detailliert bekannt. Auch welche Unternehmen oder Institutionen die neu entstehenden Büroflächen künftig nutzen werden, wurde bislang nicht kommuniziert.
Damit steht eines der historisch bedeutendsten Gebäude der Berliner Kommunikationsgeschichte erneut vor einem Wandel. Während der Umbau bereits in vollem Gange ist, bleibt offen, welche Rolle der Komplex künftig im Stadtgefüge rund um den Gendarmenmarkt spielen wird.
Quellen: Telekom, Immobilien Zeitung, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Presseportal, Wikipedia, Thomay Daily
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3 Kommentare
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„Mit dem neuen Standort an der Ebertstraße 15A positioniert sich die Telekom näher am politischen Zentrum der Hauptstadt.“
150 m zum Auswärtigen Amt und 250 m zum Justizministerium ist natürlich nicht nah genug an der Politik. Da sind 800 m zum Reichstag natürlich ein großer Fortschritt.
Zitat: „Im Erdgeschoss zur Französischen Straße soll ein Café entstehen, das jedoch nicht öffentlich zugänglich sein soll.“
Ein privates Cafe, wusste gar nicht das es sowas gibt.
Früher sprach man von Kantine. Ist offenbar im Manager-Sprech untragbar, das Wort.