Es gibt nur wenige Orte in Frankfurt, von denen sich die berühmte Skyline eindrucksvoller bestaunen lässt als vom Goetheturm. Eingebettet in den weitläufigen Stadtwald bietet der Aussichtsturm nicht nur einen einzigartigen Blick über die Dächer der Mainmetropole, sondern erzählt zugleich eine bewegte Geschichte.

Am 12. Oktober 2017 brannte der Goetheturm vollständig nieder. Der Wiederaufbau wurde breit gefordert und überwiegend durch Versicherungsgelder, städtische Mittel und Spenden finanziert. / © Foto: Wikimedia Commons, Stefan Knauf, Public domain
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© Foto Titelbild: Wikimedia Commons, Maxymilian2804, CC BY-SA 4.0
Mitten im rund 6.000 Hektar großen Frankfurter Stadtwald erhebt sich ein architektonisches Wahrzeichen: der Goetheturm. Der sogenannte „Wächter des Waldes“ misst rund 43 Meter, besteht aus Holz und verfügt über 196 Stufen.
Dieser hölzerne Riese liegt am nördlichen Rand des Stadtwaldes, zwischen den Stadtteilen Sachsenhausen und Oberrad, ganz im Süden Frankfurts. Bis ins Jahr 1999 trug der Aussichtsturm sogar den Titel des höchsten Holzbaus Deutschlands.
Goetheturm Frankfurt: 43 Meter Holzbau mit Blick auf die Skyline
Errichtet wurde der ursprüngliche Goetheturm im Jahr 1931. Seinen Namen verdankt er dem Standort: An der sogenannten „Goetheruhe“ soll Johann Wolfgang von Goethe selbst einst gesessen und über seine Heimatstadt Frankfurt geblickt haben. Von Beginn an entwickelte sich der Turm zu einem beliebten Ausflugsziel.
Seine Bedeutung für die Frankfurter Bevölkerung wuchs stetig. Zwei Sanierungen, in den Jahren 1981 bis 1982 sowie 2010 bis 2014, hielten das Bauwerk in Schuss. Selbst die schweren Bombenangriffe während des Zweiten Weltkriegs überstand der Goetheturm nahezu unbeschadet.
Ein Symbol in Flammen: Brandstiftung am Goetheturm im Herbst 2017
Doch ausgerechnet dieses Sinnbild für Kontinuität wurde im Oktober 2017 durch Brandstiftung zerstört: In der Nacht vom 11. auf den 12. Oktober wurde der Goetheturm vorsätzlich in Brand gesteckt. Als die Feuerwehr gegen 3 Uhr eintraf, stand die Holzkonstruktion bereits lichterloh in Flammen und ein kontrolliertes Abbrennen war die einzige Möglichkeit. Die Betroffenheit in der Bevölkerung war groß. Bereits kurz nach Bekanntwerden des Vorfalls bildeten sich erste Bürgerinitiativen. Die Forderung nach einem Wiederaufbau wurde schnell laut und breit getragen.
Im November 2019 begannen die Arbeiten zur originalgetreuen Rekonstruktion. Ende Juli 2020 stand der neue Turm – äußerlich nahezu identisch, wenn auch durch eine etwas hellere Holzfarbe vom Original zu unterscheiden. Konstruktive Unterschiede gibt es ebenfalls: Eingebaute Stahlelemente sollen die neue Struktur widerstandsfähiger gegenüber Feuchtigkeit machen. Im Frühjahr 2021 wurde der neue Goetheturm feierlich wiedereröffnet.
Goetheturm im Frankfurter Stadtwald: So wurde der Wiederaufbau finanziert
Laut Frankfurter Allgemeine Zeitung beliefen sich die Baukosten für den Wiederaufbau auf rund 2,4 Millionen Euro. Davon übernahm die Versicherung 2,1 Millionen Euro. Die Stadt Frankfurt finanzierte zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen und die landschaftliche Neugestaltung rund um den Turm. Rund 200.000 Euro an Spenden kamen aus der Bevölkerung und flossen unter anderem in die Außenanlagen sowie in neue Baumpflanzungen.
Der neue Goetheturm steht heute wieder als beliebter Aussichtspunkt im Frankfurter Stadtwald – ein Zeichen für bürgerschaftliches Engagement und den Erhalt städtischer Identität.
Quellen: Stadt Frankfurt, Wikipedia, FAZ
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