Die Frankfurter Naxoshalle steht vor einer grundlegenden Sanierung. Mit einem ersten Bauabschnitt will die Stadt vor allem die technischen Voraussetzungen schaffen, damit das Theater Willy Praml seine Spielstätte künftig ganzjährig nutzen kann.

Sylvia Weber, Dezernentin für Bildung, Immobilien und Neues Bauen, Willy Praml, Intendant Produktionshaus Naxos, und Architekt DW Dreysse in der Naxoshalle. / © Stadt Frankfurt am Main, Foto: Andreas Varnhorn
© Titelbild: Wikimedia Commons, Sandy Hook, CC BY 3.0
Die Naxoshalle im Frankfurter Stadtteil Bornheim soll umfassend saniert werden. Für den ersten Bauabschnitt stellt die Stadt rund 820.000 Euro bereit. Ziel ist es vor allem, die technischen Voraussetzungen für einen verlässlichen Theaterbetrieb zu schaffen. Erste Voruntersuchungen am Betondach der Halle haben bereits begonnen.
Die denkmalgeschützte Industriehalle aus der Zeit der Industrialisierung wird seit rund zwei Jahrzehnten kulturell genutzt. Herzstück ist das Produktionshaus Naxos mit dem Theater Willy Praml. Trotz dieser etablierten Nutzung besteht an dem Gebäude weiterhin erheblicher Sanierungsbedarf, insbesondere bei der technischen Infrastruktur.
Fehlende Heizung erschwert Spielbetrieb, Dacharbeiten und Brandschutzmaßnahmen notwendig
Zu den wichtigsten Maßnahmen zählt die Installation einer Heizungsanlage. Bis heute fehlt eine dauerhafte Lösung für die Beheizung der Halle. Lange Zeit konnte der Spielbetrieb deshalb nur in den Sommermonaten stattfinden. Zwar gibt es inzwischen auch Winteraufführungen, doch erfolgen diese bislang bei sehr niedrigen Raumtemperaturen.
„Ziel ist es, für das Theater Willy Praml eine gut nutzbare Produktionsstätte bereitzustellen und den Spielbetrieb dauerhaft zu sichern“, sagt Frankfurts Dezernentin für Bildung, Immobilien und Neues Bauen, Sylvia Weber. Die Arbeiten sollen während des laufenden Betriebs erfolgen und in enger Abstimmung mit den Nutzerinnen und Nutzern umgesetzt werden.
Naxoshalle vor umfassender Sanierung: Anpassungen an Foyer und Theaterbox
Im Zuge der Sanierung wird auch das Theaterfoyer neu organisiert. Für die kalte Jahreszeit sind Infrarotstrahler vorgesehen, die unter einem mobilen Plafond installiert werden. Diese Zwischendecke kann in den Sommermonaten wieder geöffnet oder vollständig abgebaut werden. So werden auch die Anforderungen des Denkmalschutzes berücksichtigt.
Auch an der Theaterbox selbst sind Anpassungen notwendig. Während sie im Sommer zur Halle hin geöffnet bleibt, wird sie im Winter durch mobile Wände geschlossen, um die beheizte Spielfläche besser abzuschirmen. Zusätzlich werden Rauchabschlussöffnungen in den oberen Wandbereichen eingebaut, um die Entrauchung im Brandfall zu gewährleisten.
Darüber hinaus wird der gealterte Molton der Theaterboxwände ersetzt. Teilweise kommen neue Stoffe zum Einsatz, teilweise Trockenbauwände mit Brandschutzanforderungen. Auf der südlichen Empore entstehen zudem zusätzliche Lagerflächen für das Theater sowie für den Jugendladen Bornheim.
Bornheim: Industriekultur und Perspektive für eine zweite Bühne
Die Naxoshalle wurde 1906/07 als Fabrikhalle der Naxos-Union errichtet und steht seit 1992 unter Denkmalschutz. Sie gehört zur Route der Industriekultur und ist Teil eines Ensembles ehemaliger Industrieanlagen aus dem 19. Jahrhundert. Künftig soll eine Informationstafel vor Ort auch auf diese historische Einordnung hinweisen.
Der nun beginnende Bauabschnitt ist nur ein erster Schritt. Perspektivisch plant die Stadt eine Erweiterung der kulturellen Nutzung: Im südlichen Seitenschiff der Halle soll eine zweite, kleinere Spielstätte mit rund 60 Plätzen entstehen. Damit würde das Produktionshaus Naxos zusätzliche Aufführungsmöglichkeiten erhalten.
Quellen: Stadt Frankfurt am Main, Studio Naxos, Wikipedia
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