Frankfurt plant den Aufbau eines weiteren Kinder- und Familienzentrums in einem Stadtteil mit besonders hohem Förderbedarf. Ziel ist es, die frühkindliche Bildung zu stärken und Familien passgenau zu unterstützen.
Zeilsheim
Nied
Gutleutviertel
© Foto Titelbild: Pixabay, Endho
Die Stadt Frankfurt am Main plant den Aufbau eines weiteren Kinder- und Familienzentrums (KiFaZe). Im Fokus stehen die Stadtteile Zeilsheim, Nied und das Gutleutviertel. Das sind die Quartiere, in denen der Bedarf an frühkindlicher Förderung und familienunterstützenden Angeboten als besonders hoch eingeschätzt wird. Das Jugend- und Sozialamt hat hierzu ein entsprechendes Interessenbekundungsverfahren gestartet.
Mit dem Vorhaben setzt die Stadt einen weiteren Schritt aus dem Koalitionsvertrag um. Ziel ist es, das bestehende Netz aus aktuell 16 Kinder- und Familienzentren gezielt zu erweitern. Diese Einrichtungen verknüpfen klassische Kindertagesbetreuung mit zusätzlichen Angeboten der Familienbildung, Beratung und Nachbarschaftsarbeit. Sie richten sich nicht nur an Kinder, sondern auch an Eltern und weitere Bezugspersonen, und verstehen sich als zentrale Anlaufstellen im Stadtteil.
Ausbau durch freie Träger: Stadt Frankfurt ruft zur Einreichung von Konzepten für KiFaZe auf
Das aktuelle Verfahren richtet sich an freie Träger, die bereits eine Kindertageseinrichtung in einem der drei benannten Stadtteile betreiben. Sie sind aufgerufen, ein Konzept zur Weiterentwicklung ihrer Einrichtung zu einem KiFaZe einzureichen. Grundlage bildet eine vom Jugend- und Sozialamt erarbeitete Leistungsbeschreibung.
Nach Ablauf der Frist prüfen das Stadtschulamt und der Fachausschuss Kinderbetreuung die eingereichten Konzepte. Die ausgewählten Einrichtungen erhalten Fördermittel zur Umsetzung.
Bedarfsanalyse als Entscheidungsgrundlage: Drei Frankfurter Stadtteile mit besonderem Förderbedarf identifiziert
Die Auswahl der drei Stadtteile basiert auf einer sozialräumlichen Analyse des Jugend- und Sozialamts. Diese bestätigt, dass in Zeilsheim, Nied und dem Gutleutviertel ein erhöhter Bedarf an frühzeitiger Unterstützung für Familien besteht. Kinder sollen hier besonders gefördert werden unabhängig von Herkunft oder sozialem Status.
„Mit dem dritten Interessenbekundungsverfahren schaffen wir die Grundlage für weitere KiFaZe in besonders geforderten Stadtteilen“, erklärt Bildungsdezernentin Sylvia Weber gegenüber der Stadt Frankfurt am Main. „Gleichzeitig stärken wir die bestehenden Einrichtungen und setzen ein zentrales Vorhaben des Koalitionsvertrags um.“ Frankfurt wolle langfristig eine bedarfsgerechte, quartiersnahe Infrastruktur schaffen, die Familien frühzeitig erreicht.
Pädagogische Grundlage: Frankfurter KiFaZe setzen auf „Early Excellence“-Ansatz
Konzeptionell basieren die Frankfurter KiFaZe auf dem „Early Excellence“-Ansatz aus Großbritannien. Dieser erkennt Eltern als Expertinnen und Experten ihrer Kinder an, setzt auf eine ressourcenorientierte Perspektive und fördert die partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Familien und Fachkräften. Das Angebot reicht von Sprachförderung über Familienberatung bis hin zu offenen Treffpunkten wie Elterncafés.
Parallel zum Interessenbekundungsverfahren arbeitet die Stadt an einer Überarbeitung des bestehenden Fördermodells. Ziel ist es, eine tragfähige finanzielle Basis für den weiteren Ausbau der KiFaZe zu schaffen. Gemeinsam mit Trägern und Verwaltung soll ein nachhaltiges Modell entstehen, das Planungssicherheit bietet auch über die aktuelle Förderperiode hinaus.
Nächste Schritte: Umsetzung des Frankfurter KiFaZe nach Trägerauswahl geplant
Die Umsetzung des neuen KiFaZe soll nach Auswahl eines Trägers beginnen. Damit verfolgt die Stadt Frankfurt konsequent das Ziel, Kinder früh zu fördern, Familien zu unterstützen und soziale Teilhabe im Stadtteil zu stärken.
Durch die Stärkung lokaler Angebote soll auch die Infrastruktur in den Quartieren langfristig weiterentwickelt werden. Das neue Zentrum soll künftig eine wichtige Anlaufstelle im sozialen Gefüge des Stadtteils bilden.
Quelle: Stadt Frankfurt am Main
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