Zwischen Frankfurt-Stadion und Hauptbahnhof baut die Deutsche Bahn einen der zentralen Engpässe im regionalen Schienennetz um. Viele Vorarbeiten sind bereits abgeschlossen. Ende Oktober 2026 folgt ein Bauabschnitt, der Platz für die neuen Gleise schaffen soll.

Zwei zusätzliche Gleise gehören zu den zentralen Maßnahmen beim Ausbau des Knotens Frankfurt-Stadion. Sie sollen dazu beitragen, Fern-, Regional-, S-Bahn- und Güterverkehr besser voneinander zu trennen. / © Foto: Deutsche Bahn AG / Dominic Dupont
© Titelbild: Deutsche Bahn AG / Volker Emersleben
Der Ausbau des Knotens Frankfurt-Stadion läuft nach Angaben der Deutschen Bahn weiter innerhalb des vorgesehenen Zeit- und Kostenrahmens. Das Projekt greift tief in die bestehende Bahninfrastruktur im Frankfurter Süden ein. Neben zusätzlichen Gleisen entstehen neue Brücken, Lärmschutzanlagen und weitere Bauwerke, während auf den bestehenden Strecken weiter Züge fahren.
- Stadt: Frankfurt am Main
- Bereich: Frankfurt-Stadion, Stadtwald und Niederrad
- Projekt: Knoten Frankfurt-Stadion
- Projektstatus: Zweite Baustufe im Bau
- Kosten: rund 440 Millionen Euro
Zwischen dem Bahnhof Frankfurt am Main Stadion und dem Hauptbahnhof teilen sich verschiedene Verkehrsarten bislang einen stark belasteten Bahnkorridor. Genau hier setzt der Ausbau an. Künftig sollen S-Bahn, Regional- und Güterverkehr sowie Fernverkehr stärker voneinander getrennt fahren. Die S-Bahn nutzt dann zwei westliche Gleise, Regional- und Güterzüge fahren in der Mitte und ICE-Züge auf zwei östlichen Gleisen.
Die Arbeiten sind Teil eines deutlich größeren Umbaus des Frankfurter Schienennetzes. Auch der Frankfurter Hauptbahnhof wird parallel umfassend modernisiert. Das Projekt Knoten Frankfurt-Stadion gehört zudem zum Infrastrukturprogramm Frankfurt RheinMain plus und soll Voraussetzungen für den Deutschlandtakt schaffen.
Knoten Frankfurt-Stadion: Stabbogenbrücke wird Ende Oktober eingeschoben
Der nächste sichtbare Schritt folgt nach aktuellem Stand Ende Oktober 2026. Dann will die DB nahe dem Stadion im Frankfurter Stadtwald ein rund 50 Meter langes Kreuzungsbauwerk einschieben. Die Stabbogenbrücke soll künftig die bestehende Forsthausstrecke über die neuen Gleise führen. Erst dadurch entsteht nach Angaben der Bahn der nötige Raum für die beiden zusätzlichen Gleise.
Vorbereitet wurde dieser Bauzustand über mehrere Jahre. Bereits 2023 verschob die DB die bestehende Strecke durch Niederrad. Hinzu kamen Arbeiten an Brücken, Stütz- und Lärmschutzwänden sowie weitere Vorleistungen. Frühere Arbeiten am Knoten Frankfurt-Stadion und die dafür nötigen Eingriffe in die Vegetation hatten auch Flächen am Main und im Frankfurter Stadtwald betroffen.
Dritte Mainbrücke und Ersatz für die Alte Niederräder Brücke
Ein besonders großer Teil des Projekts betrifft die Mainquerung. Zusätzlich zu den beiden vorhandenen Eisenbahnbrücken soll eine dritte, zweigleisige Brücke entstehen. Gleichzeitig muss die Alte Niederräder Brücke ersetzt werden. Das Fachwerkbauwerk stammt aus dem Jahr 1882. Die DB bündelt den notwendigen Ersatz inzwischen mit dem Ausbau des Knotens.
Diese zusätzliche Aufgabe hat den Zeitplan verändert. Frühere Planungen sahen den Abschluss der zweiten Baustufe bereits für 2030 vor. Im September 2025 teilte die DB mit, dass der Ersatzneubau der Alten Niederräder Brücke 2031 ans Schienennetz angeschlossen werden soll. Die gesamte zweite Baustufe soll nach aktuellem Planungsstand Ende 2032 abgeschlossen sein. Der Kostenrahmen liegt weiterhin bei rund 440 Millionen Euro.
Bahnprojekt in Niederrad greift tief in die bestehende Infrastruktur ein
Für die neue Mainquerung untersuchte die DB den Untergrund im Flussbett und an beiden Ufern mit Bohrungen bis in 65 Meter Tiefe. Dabei ging es um Boden- und Wasserverhältnisse für die Planung der dritten Mainbrücke und des Ersatzbaus.
Zugleich verändert die Baustelle Teile von Niederrad. Kleingärten mussten nach Angaben der DB weichen, der alte Bahnhof Niederrad wurde abgerissen und vorhandene Brücken werden erweitert. Neue Stütz- und Lärmschutzwände kommen hinzu. Das Ziel bleibt ein sechsgleisiger Korridor, auf dem sich die verschiedenen Zugarten deutlich seltener gegenseitig behindern sollen.
Das Projekt ergänzt weitere große Schieneninvestitionen in Frankfurt. Dazu gehören etwa die Regionaltangente West mit ihrem Tunnelprojekt in Frankfurt-Höchst und die neue Schienenanbindung für Terminal 3 am Frankfurter Flughafen. Am Knoten Frankfurt-Stadion steht nun zunächst der Brückeneinschub Ende Oktober 2026 im Mittelpunkt.
Knoten Frankfurt-Stadion
Quellen: Deutsche Bahn AG, Frankfurt RheinMain plus
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