Frankfurt am Main soll 2045 Gastgeber einer Bundesgartenschau werden. Die Deutsche Bundesgartenschau Gesellschaft hat das Jahr nun für die Mainmetropole reserviert. Das Konzept ist ambitioniert und reicht weit über klassische Gartengestaltung hinaus.

Ehemaliges BUGA-Gelände in Frankfurt: Aus der Bundesgartenschau 1989 ging der heutige Volkspark Niddatal hervor, der als 168 Hektar große, naturnahe Auenlandschaft zu den wichtigsten Grünräumen der Stadt zählt und bis heute im Volksmund als „BUGA-Gelände“ bekannt ist. / © Foto: Wikimedia Commons, Nadi2018, CC BY-SA 4.0
© Titelbild / Visualisierung: HH-Vision
Die Deutsche Bundesgartenschau Gesellschaft (DBG) hat das Jahr 2045 vorerst bis zum Jahresende für Frankfurt reserviert. Grundlage war eine gemeinsame Interessensbekundung von Oberbürgermeister Mike Josef (SPD) sowie den Dezernentinnen und Dezernenten Tina Zapf-Rodríguez (DIE GRÜNEN) und Marcus Gwechenberger (SPD). Damit ist der erste formale Schritt auf dem Weg zu einer Bundesgartenschau in der Mainmetropole getan.
Die DBG bewertet die Bewerbung nach eigenen Angaben mit hervorragenden Chancen. Sollte das Vorhaben gelingen, würde die BUGA rund 56 Jahre nach der ersten Bundesgartenschau in Frankfurt stattfinden. Bis dahin ist allerdings noch ein langer Planungsweg zurückzulegen.
Ziele für die Bundesgartenschau in Frankfurt: Stadt will dauerhaften Mehrwert schaffen
Die Stadt formuliert einen klaren Anspruch: Frankfurt soll eine neue Generation der Bundesgartenschau etablieren. Im Mittelpunkt stehen dabei Klimaanpassung, Biodiversität und soziale Teilhabe. Das Konzept soll keine einmalige Veranstaltung produzieren, sondern einen dauerhaften Mehrwert für die Stadtteile schaffen.
Große Städte wie Frankfurt gelten als bedeutende Emittenten von Treibhausgasen, verfügen aber zugleich über erhebliches Innovationspotenzial. Die Stadtspitze betont, dass Resilienz und Nachhaltigkeit keine Randthemen sein sollen, sondern das Fundament des gesamten Konzepts bilden. Frankfurt will zeigen, wie eine verdichtete Großstadt zur grünen und energieeffizienten Stadtlandschaft werden kann.
Projekte die für die BUGA 2025 geplant sind: Konkrete Eingriffe in den Stadtraum

So könnte die Einhausung der Frankfurter A661 aussehen. / © Stadt Frankfurt am Main, Foto HH-Vision
Besonders relevant für die Stadtentwicklung sind die konkreten Bauprojekte, die im Rahmen der BUGA angestoßen werden sollen. Eines der zentralen Vorhaben ist die Einhausung der Autobahn A 661. Eine Überdeckelung soll einen neuen Grünzug ermöglichen und den Günthersburgpark mit dem Huthpark verbinden. Gleichzeitig würde das Projekt die klimatische Durchlüftung des Stadtraums verbessern.
Im Nordwesten Frankfurts plant die Stadt außerdem einen neuen Stadtteil mit dem Konzept der sogenannten koproduktiven Landschaft. Dabei sollen Landwirtschaft, ökologische Funktionen und Erholung miteinander verknüpft werden. Ergänzend sieht das Konzept Maßnahmen wie Fassaden- und Dachbegrünung, Entsiegelung von Flächen sowie Verkehrsberuhigung vor.
Bundesgartenschauen in Erfurt und Mannheim: Investitionen nicht nur in Grünflächen, sondern auch in Infrastruktur
Frühere Bundesgartenschauen zeigen, dass solche Großveranstaltungen nachhaltige Spuren im Stadtraum hinterlassen können. In Erfurt entstand 2021 ein rund 60 Hektar großer innerstädtischer Landschaftspark entlang der Geraaue, dazu ein durchgängiger Radweg, neue Spielplätze sowie dauerhaft zugängliche Angebote auf dem Petersberg. In Mannheim wurde 2023 unter anderem ein Projekt zur Renaturierung des Neckars angestoßen.
Bundesgartenschauen bringen umfangreiche Freiraumplanungen mit erheblichen Budgets mit sich, die gezielt regionalen Entwicklungszielen dienen. Oft entsteht dabei ein neues Gelände, das über mehrere Monate Millionen Besucherinnen und Besucher anzieht. Die Investitionen fließen dabei nicht nur in Grünflächen, sondern auch in Infrastruktur wie den öffentlichen Nahverkehr. Darüber hinaus profitiert die lokale Tourismusbranche von den hohen Besucherzahlen.
Nächste Schritte für die Stadt Frankfurt: Machbarkeitsstudie ab 2027 geplant
Der nächste konkrete Schritt ist die Ausschreibung einer Machbarkeitsstudie. Diese soll ab dem Jahr 2027 erarbeitet werden und als Grundlage für verbindliche Vereinbarungen mit der DBG dienen. Bereits im Sommer tagt der Verwaltungsrat der DBG im Rahmen einer Klausur in Frankfurt, um die Gespräche über das weitere Vorgehen zu vertiefen.
Viele Fragen bleiben vorerst offen: Wie genau wird das Konzept finanziert, welche Flächen stehen verbindlich zur Verfügung und wie lassen sich die verschiedenen Stadtentwicklungsprojekte koordinieren? Der Zeitplan bis 2045 wirkt großzügig, doch Bundesgartenschauen erfordern erfahrungsgemäß jahrelange Vorbereitungen. Frankfurt hat mit der Reservierung einen Anfang gemacht.
Quellen: STADT FRANKFURT AM MAIN, Frankfurter Rundschau, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Kreisverband Frankfurt
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