Im Frankfurter Ostend wurde das neue Gemeindezentrum Sankt Nicolai eröffnet und steht der Gemeinde wie der Nachbarschaft für vielfältige Nutzungsmöglichkeiten offen. Gottesdienste, Gespräche und Feste finden hier ebenso Raum wie gemeinschaftlicher Austausch und Begegnung.

Einblick in die Baustelle Anfang 2023: Die Baugrube im Frankfurter Ostend ist ausgehoben, und wenige Wochen später begann der Rohbau für das neue Gemeindezentrum samt Wohngebäude der St. Nicolai-Gemeinde. / © Foto: Zvonko Turkali Architekten
© Foto Titelbild: Evangelischer Regionalverband, Rolf Oeser EÖA
© Foto: Zvonko Turkali Architekten
Im Frankfurter Ostend hat die Gemeinde Sankt Nicolai Anfang Februar ihr neues Gemeindezentrum feierlich eröffnet. Ein festlicher Gottesdienst bildete den Auftakt für diesen Meilenstein im Gemeindeleben. An der Veranstaltung nahmen Vertreterinnen und Vertreter aus der Ökumene, dem Evangelischen Stadtdekanat, dem Evangelischen Regionalverband Frankfurt und Offenbach, dem Ortsbeirat sowie das Architekturbüro Zvonko Turkali teil.
Schon vor 18 Jahren sei deutlich geworden, dass die bisherigen Räumlichkeiten den gewachsenen Anforderungen nicht mehr gerecht würden, berichtet Pfarrer Wolfgang Löbermann. Ein Neubau sei daher unumgänglich gewesen, um die vielfältige Arbeit der Gemeinde langfristig zu sichern und zukunftsfähig aufzustellen.
Strategische Anpassung an Mitgliederrückgang: Architekturwettbewerb für ein kompaktes Gemeindezentrum plus Wohnraum
Hintergrund des Projekts ist die Strategie der Evangelischen Kirche in Frankfurt, angesichts rückläufiger Mitgliederzahlen die Zahl ihrer Kirchenorte und Versammlungsstätten zu reduzieren.
Für St. Nicolai bedeutet dies ein kleineres Gemeindehaus auf dem 2.800 Quadratmeter großen Areal, ergänzt durch 15 Drei- und Vier-Zimmer-Mietwohnungen. Diese Vorgaben bildeten die Grundlage für den Architektenwettbewerb des Evangelischen Regionalverbands, den das Frankfurter Büro Zvonko Turkali 2017 für sich entschied.
Neubau mit Saal, Gruppenräumen und Wohnungen: Fast neun Jahre Planung und Umsetzung
Ursprünglich war die Fertigstellung des neuen Zentrums für Ende 2023 geplant. Doch der Abriss des bisherigen Gemeinde und Wohnhauses verzögerte sich: statt im Oktober 2021 begann er erst im März 2022. Zudem mussten vor dem eigentlichen Baubeginn unerwartet Bohrpfähle am Nachbarhaus gesetzt werden. Trotz dieser Herausforderungen wurde das Projekt nach fast neun Jahren intensiver Planung, sorgfältiger Abstimmung und zahlreicher gemeinsamer Entscheidungen erfolgreich realisiert. Das Konzept berücksichtigt die Bedürfnisse der Gemeinde ebenso wie die des Quartiers.
Der eingeschossige Neubau umfasst einen Saal sowie Gruppen- und Sozialräume. Gemeinsam mit dem angrenzenden Wohnhaus bildet er ein architektonisches Ensemble, das Kirche, Wohnen und Nachbarschaft miteinander verbindet. Das Wohnhaus erstreckt sich über fünf Etagen plus Staffelgeschoss mit insgesamt 15 Wohnungen auf rund 720 Quadratmetern. Bereits im August 2025 konnten die ersten Mieterinnen und Mieter einziehen.
Neuer Mittelpunkt im Ostend: Gemeindezentrum als Ort für Austausch, Feste und nachbarschaftliche Aktivitäten
Das neue Zentrum steht der gesamten Gemeinde, den Bewohnenden und der Nachbarschaft offen. Ein gemeinschaftlicher Hof ermöglicht Begegnung und Austausch und macht das Haus für Gottesdienste, Gespräche, Feste und den Alltag der Gemeindemitglieder nutzbar. Nach einer langen Durststrecke, in der die Gemeindearbeit nur in provisorischen Räumlichkeiten stattfinden konnte, kehrt das Leben nun in die neuen Räume zurück, wie Pfarrer Löbermann betont.
Die Gemeinde nutzt das Zentrum bereits, während parallel Arbeiten an der Kirche laufen, um auch diesen Teil langfristig instand zu halten und in das Ensemble einzufügen, das rund 9,3 Millionen Euro gekostet hat.
Quellen: Zvonko Turkali Architekten, Frankfurter Neue Presse, Evangelische Kirche in Frankfurt und Offenbach
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