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Frankfurt öffnet zum Tag des offenen Denkmals am 14. September 2025 zahlreiche historische Orte, die sonst nicht zugänglich sind. Führungen, Rundgänge und Veranstaltungen geben Einblicke in die Vielfalt des kulturellen Erbes der Stadt.
Ehemalige DB-Hauptzentrale Frankfurt am Main
Altes Schloss Höchst
Villa Mumm
Herz-Jesu-Kirche
Villa 102

© Foto Titelbild: Wikimedia Commons, DXR, CC BY-SA 4.0

 

Unter dem bundesweiten Motto „Wert-voll: unbezahlbar oder unersetzlich?“ beteiligt sich Frankfurt am Main am 14. September 2025 am Tag des offenen Denkmals. Zahlreiche Bauwerke und historische Orte, die sonst nicht zugänglich sind, stehen an diesem Tag für die Öffentlichkeit offen.

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Mit Führungen, Rundgängen und kulturellen Angeboten wird ein neuer Blick auf die Bau- und Stadtgeschichte ermöglicht, zugleich rückt die Bedeutung des kulturellen Erbes und der Denkmalpflege in den Mittelpunkt. Das diesjährige Motto macht dabei besonders deutlich, dass der Wert eines jeden Denkmals nicht allein in seinen Materialien liegt, sondern auch in dem menschlichen Zutun, der Expertise, den Ideen und Visionen sowie in handwerklicher Arbeit und körperlichem Einsatz, die in seiner Entstehung stecken.

Tag des offenen Denkmals in Frankfurt: Was Interessierte 2025 erwartet

Die Denkmäler Frankfurts sind in sieben Kategorien eingeteilt: Sakralbauten, öffentliche Bauten, Schlösser und Burgen, archäologische Plätze, Garten- und Landschaftsanlagen sowie Wohnungen und Siedlungen. ENTWICKLUNGSSTADT stellt exemplarisch fünf Bauprojekte vor, die am Sonntag berichtet werden können.

Alle Informationen zu geöffneten Objekten, Öffnungszeiten, Barrierefreiheit und besonderen Programmpunkten sind über die Webseite des Veranstalters einsehbar. Die meisten Angebote sind kostenfrei und erfordern keine Anmeldung.

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1. Ehemalige DB-Hauptzentrale Frankfurt am Main

Fassade des "RAW" hinter einem Baugerüst.

© Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Das von Stephan Böhm entworfene Verwaltungsgebäude entstand in den frühen 1990er-Jahren als Zentrale der Deutschen Bahn. Der 67 Meter hohe Turm mit 17 Geschossen wird von fünfgeschossigen Flügelbauten umrahmt und verbindet Elemente des Betonbrutalismus mit postmodernen Einflüssen und futuristischer High-Tech-Architektur. Derzeit wird das markante Solitärgebäude revitalisiert und auf eine künftige Nutzung unter dem Namen „RAW“ als Büro- und Begegnungsraum vorbereitet.

2. Altes Schloss Höchst

Frankfurt-Höchst, das Alte Schloss, Torhaus.

© Foto: Wikimedia Commons, Dguendel, CC BY 3.0

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Die ehemalige Residenz der Amtsleute des Mainzer Erzbistums prägt seit dem 14. bis 16. Jahrhundert den Stadtteil Höchst. Erzbischof Wolfgang von Dalberg ließ die Anlage nach 1582 zu einem Renaissance-Schloss umbauen, das später im Dreißigjährigen Krieg große Zerstörungen erlitt. Erhalten sind heute unter anderem das Torhaus, die markante Turmhaube des Bergfrieds sowie Nebengebäude, die Einblicke in die Baugeschichte der Residenz geben.

3. „Villa Mumm“ in der Frankfurter Kennedyallee

Nordfassade der Villa Mumm.

© Foto: Wikimedia Commons, Unbekannter Autor, CC BY-SA 3.0

Die Familie Mumm von Schwarzenstein, bekannt als Champagner-Dynastie, ließ sich Anfang des 20. Jahrhunderts in der heutigen Kennedyallee nieder. 1903 bezog sie die Villa, deren neoklassizistisch ausgestattete Räume mit über 70 Zimmern, Marmor und Stuckmarmor gestaltet waren. Nach vielfältigen Nutzungen während des 20. Jahrhunderts und einer denkmalgerechten Restaurierung dient die „Villa Mumm“ heute als Sitz eines Finanzdienstleisters.

4. Herz-Jesu-Kirche: Neugotische Kirche in Frankfurt Oberrad

Glockenturm vor grauem Himmel.

© Foto: Wikimedia Commons, Popie, CC BY-SA 3.0

Die neugotische Kirche wurde 1892–93 nach Plänen von Max Meckel errichtet und besitzt zwei Schiffe, einen Chorraum sowie ein markantes Gewölbe. Bei einem Luftangriff im Jahr 1943 wurden Dach und Turmhelm zerstört, das Innere brannte vollständig aus. Der Wiederaufbau von 1946 bis 1950 gilt als Beispiel für eine gelungene Verbindung historischer Formen mit bewusst integrierten modernen Elementen.

5. Villa 102 im Frankfurter Westend

Fassade der Villa 102 mit Rankpflanzen im Herbst.

© Foto: Wikimedia Commons / Karsten Ratzke, CC0

Die Villa 102 im Frankfurter Westend ist eng mit der Geschichte des jüdischen Bürgertums verbunden und steht zugleich für die Erfahrung von Enteignung und Verfolgung während der NS-Zeit. Nach wechselnden Nachkriegsnutzungen und längerer Phase des Leerstands wurde das Haus 2012 von der KfW übernommen und umfassend saniert. Heute ist die Villa 102 Plattform für Kultur und Dialog der KfW und ihrer Stiftung.

 

Quellen: Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Journal Frankfurt, Stadt Frankfurt am Main

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