Im Lyoner Quartier steht eines der größeren Wohnungsbauprojekte im Frankfurter Süden vor der Umsetzung. Auf einem früheren Bürostandort sollen mehrere neue Häuser entstehen. Zugleich wächst rund um das Projekt die soziale Infrastruktur.

Mit der Unterzeichnung des Generalunternehmervertrags startet die nächste Phase für das Wohnquartier an der Lyoner Straße 27 in Frankfurt-Niederrad. Im Hintergrund ist eine Visualisierung des geplanten Neubaus zu sehen. / © Foto: NHW
© Titelbild: NHW/Stilight
Auf einem früheren Büroareal in Frankfurt-Niederrad nimmt der Wandel des Lyoner Quartiers eine neue Größenordnung an. Die Nassauische Heimstätte | Wohnstadt hat den Generalunternehmervertrag für ein großes Wohnprojekt an der Lyoner Straße unterzeichnet. Damit rückt ein Vorhaben näher, das schon seit mehreren Jahren vorbereitet wird und deutlich mehr umfasst als neue Wohnungen.
- Stadtteil: Frankfurt-Niederrad
- Adresse: Lyoner Straße 27, 60528 Frankfurt am Main
- Projektstatus: Generalunternehmervertrag unterzeichnet
- Wohnungen: 624
- Geförderte Wohnungen: 280
- Fertigstellung: bis 2029 vorgesehen
An der Lyoner Straße 27 sollen insgesamt sieben neue Gebäude entstehen. Die NHW hat dafür einen Generalunternehmervertrag mit einer Arbeitsgemeinschaft aus HOCHTIEF und LIM-Bau geschlossen. Damit erreicht das seit rund vier Jahren von der NHW geplante Vorhaben die nächste Phase. Einen konkreten Termin für den Beginn der Hochbauarbeiten nennt das Unternehmen nicht. Die Fertigstellung ist jedoch für 2029 vorgesehen.
Das Grundstück gehörte lange zu jener Bürolandschaft, die den Westen Niederrads über Jahrzehnte geprägt hat. Zuletzt befand sich dort ein Standort von Siemens. Gerade dieser Wechsel von Büro zu Wohnen steht beispielhaft für die Entwicklung des Lyoner Quartiers und des gesamten Stadtteils Niederrad. Aus der früher weitgehend monofunktionalen Bürostadt entsteht schrittweise ein gemischtes Stadtviertel.
Lyoner Straße 27: 517 Mietwohnungen und 107 Eigentumswohnungen geplant
Die NHW teilt das Vorhaben in zwei Bereiche. Den größeren Teil bilden vier Wohn- und Geschäftshäuser mit 517 Wohnungen. Davon sollen 280 öffentlich gefördert und 237 frei finanziert werden. Damit entfällt mehr als die Hälfte der Mietwohnungen dieses Projektteils auf den geförderten Wohnungsbau.
In den Erdgeschossen sollen zugleich Angebote entstehen, die bislang in Teilen des ehemaligen Büroviertels fehlen. Vorgesehen sind ein Nahversorgungsmarkt, zwei weitere Läden, zwei Büroeinheiten und zwei Restaurants. Hinzu kommen stark begrünte Innenhöfe und ein Spielplatz. Unter den Gebäuden plant die NHW eine gemeinsame Tiefgarage mit 294 Stellplätzen.
Der zweite Projektteil umfasst drei Mehrfamilienhäuser mit 107 Eigentumswohnungen und zusammen rund 8.900 Quadratmetern Wohnfläche. Diese Gebäude sollen von der Straße zurückgesetzt entstehen und sich zu einem parkartigen Grünzug orientieren. Dieser Grünraum zieht sich nach Angaben der NHW in Richtung Main und Stadtwald.
Vom Büroviertel zum Wohnquartier: Niederrad verändert sich weiter
Das Neubauprojekt reiht sich in einen Wandel ein, der im Lyoner Quartier bereits deutlich sichtbar ist. Nur wenige Hausnummern entfernt wurde etwa das frühere Bürogebäude an der Lyoner Straße 11 zum Boarding House „Livinit“ mit 375 Apartments umgebaut. Gleichzeitig bleiben Bürostandorte Teil des Quartiers. So wurde auch das markante Bürogebäude „PRISMA“ umfassend modernisiert.
Auch die NHW ist in Niederrad bereits mit mehreren Wohnprojekten vertreten. In der Adolf-Miersch-Siedlung entstehen beispielsweise 39 zusätzliche Wohnungen durch Nachverdichtung. Das Projekt an der Lyoner Straße 27 erreicht allerdings eine deutlich größere Dimension.
Neue Grundschule für rund 500 Kinder soll in Niederrad entstehen
Mit der wachsenden Zahl an Wohnungen steigt zugleich der Bedarf an Schulen und anderen Angeboten. In der Nähe plant die Stadt deshalb die neue „Grundschule Niederrad Lyoner Viertel“. Sie soll Platz für rund 500 Schülerinnen und Schüler bieten und nach aktuellem Stand im zweiten Quartal 2028 fertiggestellt werden. Die Schule ist für den Ganztagsbetrieb vorgesehen und soll unter anderem eine Mensa erhalten.
Mit den 624 Wohnungen an der Lyoner Straße bekommt der Umbau der ehemaligen Bürostadt damit einen weiteren großen Baustein. Bis 2029 soll das Projekt abgeschlossen sein.
Wohnquartier Lyoner Straße 27
Quellen: Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte, Stadt Frankfurt am Main
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