In Frankfurt-Höchst haben die Bauarbeiten für den Tunnel der Regionaltangente West begonnen. Der Abschnitt gilt als technisch besonders anspruchsvoll und soll in den kommenden Jahren einen wichtigen Beitrag für die neue Schienenverbindung im Westen des Rhein-Main-Gebiets leisten.
Schaubild Streckenabschnitte RTW

Der Bauabschnitt in Frankfurt Höchst gehört zu den komplexesten Teilen des Projekts, da hier viele Bahnlinien zusammentreffen, der Zugverkehr sehr dicht ist und nur kurze Zeitfenster für Arbeiten zur Verfügung stehen. / © Abbild: RTW Planungsgesellschaft mbH

© Foto Titelbild: RTW Planungsgesellschaft mbH

 

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Die Regionaltangente West (RTW) GmbH hat den Bau eines Tunnels unter dem Bahnhof Höchst aufgenommen. Mit dem Projekt soll die künftige Streckenführung der tangentialen Schienenverbindung ermöglicht werden, die die westlichen Gemeinden der Region Rhein-Main besser an das S-Bahn- und Regionalbahnnetz anschließen soll.

Der Bauabschnitt gilt als einer der komplexesten im gesamten Projekt. Mehrere sich kreuzende Bahnlinien, dichter Zugverkehr und kurze Sperrzeiten stellen hohe Anforderungen an Planung und Umsetzung. Nach Angaben der RTW werden die Arbeiten in mehreren Phasen organisiert und sollen rund vier Jahre dauern. Um den Betrieb möglichst wenig zu stören, erfolgen die Bauarbeiten ausschließlich in den vorab abgestimmten Sperrpausen mit der Deutschen Bahn.

Tunnel unter dem Bahnhof Höchst für 100 Mio. Euro: Baufeldfreimachung und erste Maßnahmen

Bereits seit August laufen vorbereitende Arbeiten am Gelände. Dazu zählen Kabeltiefbauarbeiten, teilweise in offener Bauweise, um neue Querungen und Anbindungen an bestehende Kabelschränke zu schaffen. Auch Schächte für neue Kabelverbindungen entstehen. Parallel dazu werden Oberleitungsmasten errichtet.

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Um die Sicherheit der Baustelle und des laufenden Zugbetriebs zu gewährleisten, werden zudem Trenner in der Oberleitungsanlage eingebaut. Diese ermöglichen es, den Strom bei Bedarf gezielt abzuschalten. Insgesamt rechnet die RTW mit Kosten von mehr als 100 Millionen Euro allein für den Abschnitt am Bahnhof Höchst.

Regionaltangente West: Bürgerinformationsveranstaltung in Frankfurt-Höchst

Horst Amann, Geschäftsführer der RTW Planungsgesellschaft, erklärte, dass mit dem Tunnelbau eine zentrale Etappe des Gesamtprojekts beginne. Ziel sei es, die Arbeiten so zu organisieren, dass der Bahnbetrieb gesichert bleibe und die Beeinträchtigungen für Anwohnende und Pendler so gering wie möglich ausfielen. Falls es durch bestimmte Arbeiten zu erhöhter Lärmbelastung komme, werde die Bevölkerung im Umfeld rechtzeitig informiert.

Um Fragen aus der Öffentlichkeit frühzeitig aufzugreifen, lädt die RTW am 17. September zu einer Bürgerinformationsveranstaltung nach Höchst ein. Dort sollen die nächsten Schritte im Detail vorgestellt und Anliegen aus der Bevölkerung aufgenommen werden.

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Entlastung des Frankfurter Hauptbahnhofs und City-Tunnels, bessere Anbindung für umliegende Städte

Die Regionaltangente West umfasst eine Streckenlänge von rund 52 Kilometern und verbindet zahlreiche Gemeinden im Westen und Südwesten Frankfurts. Geplant ist, dass zwei Linien insgesamt 28 Haltestellen bedienen, darunter zwölf bestehende S-Bahn-Stationen.

Die neue Verbindung soll sowohl den Frankfurter Hauptbahnhof als auch den stark frequentierten City-Tunnel entlasten. Zudem wird sie eine direkte Anbindung an den Flughafen Frankfurt schaffen, was für Pendlerinnen und Pendler ebenso wie für Geschäftsreisende von Bedeutung ist. Für Städte wie Bad Soden, Eschborn oder Sulzbach gilt das Projekt als wichtiger Schritt für eine bessere Einbindung in die Metropolregion.

Komplexe Verfahren und finanzielle Mehrbelastungen: RTW ist ein Projekt mit langen Vorläufen

Die RTW zählt zu den größten Infrastrukturmaßnahmen im Frankfurter Raum. Ursprünglich war die Inbetriebnahme deutlich früher vorgesehen, wurde jedoch mehrfach verschoben. Gründe waren komplexe Genehmigungsverfahren, technische Herausforderungen sowie finanzielle Mehrbelastungen.

Auch die Bauarbeiten in Höchst tragen zu diesen Verzögerungen bei, da die Unterquerung des Bahnhofs technisch besonders anspruchsvoll ist. Trotz dieser Herausforderungen betonen die Verantwortlichen die langfristige Bedeutung der Strecke für die Region. Mit dem Baustart in Höchst wurde nun ein weiterer entscheidender Schritt erreicht, doch ob mit einer Fertigstellung um 2028/2029 zu rechnen ist, bleibt vorerst abzuwarten.

Quellen: Stadt Frankfurt am Main, Regionaltangente West, Taunus Nachrichten, Frankfurter Rundschau

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