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Die erste Phase der Umgestaltung des Ettinghausenplatzes in Frankfurt-Höchst ist abgeschlossen und macht die Geschichte des Platzes durch eine farbige Bodenbemalung erlebbar. Besucherinnen und Besucher können historische Strukturen entdecken und die archäologischen Spuren der ehemaligen Synagoge nachvollziehen.

Luftaufnahmen der Bodengestaltung

Der Auftakt der Umgestaltung des Ettinghausenplatz besteht in einer Bodengestaltung, die die Ergebnisse der archäologischen Grabungen abbildet. Farbliche Markierungen unterscheiden die verschiedenen Bauphasen, vom mittelalterlichen Hinterturm der Stadtmauer über die frühe Synagoge im 19. Jahrhundert bis zum Neubau von 1905. /© Foto: MEIXNER SCHLÜTER WENDT, Christoph Kraneburg

© Visualisierung Titelbild: MEIXNER SCHLÜTER WENDT

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Im Frankfurter Stadtteil Höchst nimmt die Neugestaltung des Ettinghausenplatzes konkrete Formen an. Der Platz wird im Rahmen des Förderprogramms „Innenstadt Höchst“ der Stadt Frankfurt am Main schrittweise neu gestaltet. Die Bauherrschaft liegt bei der Konversions-Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH Frankfurt (KEG), während das Architekturbüro Meixner Schlüter Wendt die Planung verantwortet.

Die aktuell abgeschlossene temporäre Umgestaltung bildet den Auftakt zur Umsetzung des prämierten Wettbewerbsentwurfs von 2022, der in Zusammenarbeit von Meixner Schlüter Wendt mit KuBuS Freiraumplanung entwickelt wurde. Ziel ist es, die historische Bedeutung des Platzes sichtbar zu machen und gleichzeitig einen modernen, nutzbaren Stadtraum zu schaffen.

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Frankfurt-Höchst: Historische Entwicklung und archäologische Entdeckungen am Ettinghausenplatz

Der Ettinghausenplatz blickt auf eine vielschichtige Geschichte zurück. Ursprünglich war das Areal Teil der Stadtmauer mit einem Wehrturm und diente später als Standort der Höchster Synagoge. Ihr Neubau von 1905 wurde während der Reichspogromnacht 1938 verwüstet, geplündert und in Brand gesetzt. Im Zweiten Weltkrieg entstand auf einem Teil der Fläche ein Luftschutzbunker, während der größere Bereich unbebaut blieb.

Um die Geschichte des Platzes zu dokumentieren und erlebbar zu machen, wurden 2020 archäologische Grabungen durchgeführt. Die Funde der Synagoge, des ehemaligen Wehrturms und weiterer historischer Strukturen wurden kartiert und bilden die Grundlage für die Neugestaltung. In den Jahren 2021 und 2022 erfolgte ein Realisierungswettbewerb, bei dem der Entwurf von Meixner Schlüter Wendt in Zusammenarbeit mit KuBuS Freiraumplanung den ersten Preis erhielt.

Ettinghausenplatz: Bodengestaltung als erster Schritt der Umgestaltung bereits umgesetzt

Der Auftakt der Umgestaltung bestand in einer Bodengestaltung, die die Ergebnisse der archäologischen Grabungen abbildet. Farbliche Markierungen unterscheiden die verschiedenen Bauphasen, vom mittelalterlichen Hinterturm der Stadtmauer über die frühe Synagoge im 19. Jahrhundert bis zum Neubau von 1905.

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Die Darstellung macht historische Strukturen für Passantinnen und Passanten unmittelbar erfahrbar. Eine Informationstafel erläutert die Geschichte des Ortes, während die App „ArchaeoTrail“ einen digitalen Rundgang anbietet.

Zweite Phase der Umgestaltung: Sockel, Begrünung und temporäre Strukturen

Im nächsten Schritt entsteht ein provisorischer Sockel aus Betonfertigteilen, der die ehemaligen Außenwände der Synagoge nachzeichnet. Das Holz verkleidete Sockelvolumen dient als Sitzgelegenheit, Pflanztröge und Begrenzung des Platzes.

Eine Konstruktion aus Holzpalisaden und Seilverspannungen bildet ein temporäres Dach und fungiert als erste Rankhilfe für Pflanzen, die später das endgültige Metallgerüst begrünen sollen. Solarleuchten integrieren eine dezente Beleuchtung für die Abendstunden.

Bedeutung für Höchst: Ettinghausenplatz als Ort der Erinnerung und Begegnung

Marcus Gwechenberger, Dezernent für Planen und Wohnen, weist auf die zentrale Rolle des Projekts hin und betont, dass der Ettinghausenplatz ein Ort der Erinnerung an die ehemalige Synagoge und das jüdische Leben in Höchst werden soll. Die Gestaltung verbindet historische Darstellung mit funktionaler Nutzung. Sitzgelegenheiten, Begegnungsbereiche und ein begrüntes Umfeld schaffen einen attraktiven Platz, der die Geschichte des Ortes erlebbar macht.

Die temporäre Neugestaltung bereitet zugleich die spätere Umsetzung des Wettbewerbsentwurfs vor und sorgt dafür, dass zentrale Elemente wie der Sockel bereits im öffentlichen Raum sichtbar werden. Auf diese Weise vermittelt der Platz die komplexe Geschichte Höchsts und bietet gleichzeitig einen lebendigen Stadtraum für Begegnung und Nutzung.

Visualisierung Zweite Bauphase

In der zweiten Phase der Umgestaltung entstehen ein Sockel, Begrünung und temporäre Strukturen. / © Visualisierung: MEIXNER SCHLÜTER WENDT

Umgestaltung Ettinghausenplatz

© Foto: MEIXNER SCHLÜTER WENDT

Quellen: Stadt Frankfurt, Stadtplanungsamt Frankfurt, Stadtanzeiger-West, Architekten- und Stadt­planer­kammer Hessen, MEIXNER SCHLÜTER WENDT

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