Der Alte Friedhof in Frankfurt-Hausen soll ein neues Kapitel bekommen. Seit Jahren beschäftigt die Fläche Politik, Verwaltung und Anwohnerschaft. Nun beginnt die konkrete Planung – und dabei sollen die Menschen aus dem Stadtteil mitreden.

Der Alte Friedhof in Frankfurt-Hausen ist heute stark begrünt. Die Stadt will die Fläche neu gestalten und die Bürgerinnen und Bürger an der weiteren Planung beteiligen. / © Foto: Wikimedia Commons, 25asd, CC0
© Titelbild: Wikimedia Commons, 25asd, CC0
Der Alte Friedhof in Hausen dient schon seit Jahrzehnten nicht mehr als Begräbnisstätte. Inzwischen sind sämtliche Gräber abgeräumt. Trotzdem ist die Geschichte des Ortes weiterhin sichtbar; vor allem durch die alte Natursteinmauer, die das Gelände umschließt. Nun will die Stadt Frankfurt die Fläche zu einem Ort für Freizeit und Erholung weiterentwickeln. Bevor ein Entwurf entsteht, sind jedoch zunächst die Bürgerinnen und Bürger gefragt.
- Stadtteil: Hausen
- Standort: Alt-Hausen / Mühlwiesenstraße
- Projektstatus: Vorbereitung der Entwurfsplanung und Bürgerbeteiligung
- Bürgerbeteiligung: Oktober 2026, 16 bis 17.30 Uhr
Der nächste Schritt findet direkt auf dem Gelände statt. Das Grünflächenamt lädt für den 2. Oktober 2026 von 16 bis 17:30 Uhr zu einer Beteiligung an der Ecke Alt-Hausen und Mühlwiesenstraße ein. Dabei soll es unter anderem darum gehen, welche Aktivitäten künftig auf der Fläche möglich sein sollen, wie ein Ort für unterschiedliche Nutzergruppen entstehen kann und wie die Geschichte des ehemaligen Friedhofs sichtbar bleiben könnte. Die gesammelten Vorschläge sollen anschließend ausgewertet werden und in die Entwurfsplanung einfließen.
Alter Friedhof Hausen: Die Probleme reichen bis ins Jahr 2019 zurück
Hinter der aktuellen Planung steckt allerdings eine längere Geschichte. Nach Angaben aus Unterlagen der Frankfurter Kommunalpolitik stürzte ein Teil der Friedhofsmauer bereits 2019 ein. Anschließend sicherte die Stadt das Areal mit Bauzäunen. Über Jahre beschäftigten sich deshalb auch der Ortsbeirat 7 und der Magistrat mit der Zukunft der Fläche. Wiederholt ging es sowohl um die Mauer als auch um die Frage, wie das Gelände wieder besser für die Bevölkerung nutzbar gemacht werden kann.
Dabei standen zeitweise unterschiedliche Lösungen im Raum. Ein Antrag aus dem Jahr 2024 schlug beispielsweise vor, die Mauer nach einem Abbruch nicht wieder vollständig herzustellen und stattdessen eine offenere Gestaltung zu wählen. Diskutiert wurden außerdem Spielangebote, Sitzmöglichkeiten und Urban Gardening. Die aktuelle Planung legt diese konkreten Elemente jedoch nicht fest. Welche Nutzungen tatsächlich kommen, soll erst im weiteren Verfahren geklärt werden.
Bodendenkmal und Kampfmittel erschweren die Planung in Hausen
Hinzu kommen Fragen zum historischen Untergrund. Nach einem Ortstermin im März 2025 ließ die Stadt geophysikalische Messungen durchführen, um mögliche archäologische Bodendenkmäler zu erfassen. Parallel fand eine Kampfmittelsondierung statt. Die Untersuchungen lieferten Hinweise auf eine frühere Bebauung. Das Denkmalamt stufte den Alten Friedhof daraufhin als Bodendenkmal ein. Bodeneingriffe benötigen deshalb eine Genehmigung nach dem Hessischen Denkmalschutzgesetz.
Zudem fanden die Untersuchungen Verdachtspunkte für Kampfmittel. Nach Angaben des Magistrats vom April 2026 müssen diese bei der späteren Umgestaltung freigelegt werden. Auch die Fundamente der Friedhofsmauer wurden untersucht. Zuletzt erfassten Fachleute zudem den Zustand der Mauerflächen und der Mauerkrone. Der Magistrat ging im Frühjahr davon aus, dass damit die wesentlichen Grundlagen geschaffen seien, um die Planung der Mauerinstandsetzung und parallel die Gestaltung der Grünanlage vorzubereiten.
Natursteinmauer soll Teil des Charakters der neuen Grünanlage bleiben
Denn inzwischen ist klar, dass die alte Einfriedung weiterhin eine wichtige Rolle spielen soll. Die Stadt beschreibt die Natursteinmauer als zentrales Element der Anlage. Sie umschließt die Grünfläche vollständig, ist jedoch sanierungsbedürftig und muss in einzelnen Bereichen neu aufgebaut werden.
Bei der künftigen Gestaltung sollen neben der Geschichte des Ortes aber auch Klimaanpassung und Inklusion berücksichtigt werden. Wie diese Anforderungen konkret umgesetzt werden, steht noch nicht fest.
Frankfurt setzt bei öffentlichen Freiräumen verstärkt auf Klimaanpassung
Das Projekt in Hausen steht damit auch für eine Entwicklung, die an mehreren Orten in Frankfurt sichtbar wird. Erst kürzlich wurde etwa eine neue Grünfläche am Wasserturm im Europaviertel eröffnet. Auch der Bäckerplatz in Eschersheim wird derzeit weiter entsiegelt und begrünt. Im Bonifatiuspark auf dem Riedberg hat die Stadt versiegelte Flächen durch Baum- und Staudenbeete ersetzt. Beim Umbau des Platzes an der Dreikönigskirche in Sachsenhausen spielen ebenfalls Barrierefreiheit, Begrünung und der historische Charakter des Ortes eine wichtige Rolle.
In Hausen steht die konkrete Gestaltung dagegen erst am Anfang. Nach Jahren mit Sicherungszäunen, Untersuchungen und politischen Diskussionen erhält die Bevölkerung nun die Möglichkeit, eigene Vorstellungen einzubringen. Welche davon später tatsächlich umgesetzt werden, entscheidet sich erst mit der weiteren Planung.
Neugestaltung Alter Friedhof Hausen
Quellen: Stadt Frankfurt am Main, Magistrat der Stadt Frankfurt am Main, Frankfurt Gestalten
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